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Müll

Weltweit werden jährlich etwa 6,4 Mio. Tonnen Meeresmüll in die Weltmeere entlassen (UNEP 2005). Etwa 70 Prozent dieser Menge sinken schätzungsweise auf den Meeresgrund, 15 Prozent finden sich an den Stränden wieder und weitere 15 Prozent treiben auf der Wasseroberfläche (The Ocean Conservancy 2004 und UNEP 2006).

Trotz internationaler und nationaler Bemühungen der letzten Jahrzehnte, gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Menge und Verbreitung der Meeresabfälle abgenommen haben (Save the North Sea 2004). Die größten Quellen der landbasierten Müllproduktion sind Tourismus und Freizeitbeschäftigungen an den Küsten. Auf dem Meer sorgen vor allem Schiffe wie Fischerboote, Frachter, Tankschiffe und Passagierschiffe für die größte Verschmutzung.

In der Ostsee findet man am häufigsten Fischerei-Abfälle, herrenlos treibende Netze, Hölzer, Nahrungsreste, Hygieneartikel, Abwasser, Klamotten und Gummi. Plastikartikel (Flaschen, Tüten, Bänder, Verpackungen usw.) machen etwa 30 bis 60 Prozent, und damit den größten Anteil am Meeresmüll aus. In der Nähe von Schiffsrouten, Flüssen und öffentlichen Stränden kann die Menge der Abfälle besonders beträchtlich sein.

Die größten beobachteten Müllmengen lagen zwischen 700 und 1200 Gegenständen pro 100 Meter Küste, was bereits das Verschmutzungslevel der Nordsee erreicht (Endbericht des OSPAR Pilotprojektes über das Monitoring von marinem Strandmüll 2007). Im Durchschnitt sind es zwischen 6 und 16 Müllgegenständen pro 100 Meter Küste.

 

Müll am Ostseestrand


Auswirkungen auf die Umwelt:

  • Ansammlungen giftiger Substanzen
  • Ansammlungen riesiger Müllstrudel im Ozean
  • Habitat-Zerstörung durch schlechte Wasserqualität oder physikalische Schäden
  • Einführung von Neozoen, die z.B. an weit treibenden Plastikteilen haften

Auswirkungen auf die Meeresbewohner:

  • Verwicklung in treibenden Fischernetzen und folgendes Ersticken oder Ertrinken
  • Aufnahme von unverdaulichem Müll mit der Nahrung und folgendes Verhungern
  • Vergiftung durch Aufnahme toxischer Abfälle oder verschmutzen Wassers

Auswirkungen auf die Wirtschaft:

  • Tourismus: Schmutzige Strände, erhöhte Entsorgungsmaßnahmen und gefährdetes Gesundheitswesen
  • Schifffahrt: verschmutzte Propeller, zerstörte Motoren, Müllbeseitigung in Häfen
  • Fischerei: reduzierte Fischereierträge, Kontaminierungen, zerstörte Netze

Auswirkungen auf den Menschen:

  • Schmutzige Strände mit fauligen Gerüchen
  • zerstörte und eintönige Unterwasserwelt
  • Konsumierung schadstoffbelasteter Fische
  • Gesundheitsrisiken

Das Müllproblem der Ostsee ist noch nicht so groß, wie das der Nordsee. Dennoch muss besondere Aufmerksamkeit auf jene Gebiete gelenkt werden, in denen die Müllverschmutzung besonders stark ausgeprägt ist und deutliche Umweltschäden anrichtet oder wirtschaftliche Verluste hervorruft.

Quelle:

  • Assessment of the Marine Litter problem in the Baltic Sea region and priorities for response, HELCOM, May 2007


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