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Ölverschmutzung

Täglich lauert die Gefahr eines Tankerunglücks. Der Schiffsverkehr auf der Ostsee nimmt weiterhin zu und es sind gemeinsame Anstrengungen nötig, um Unfalle zu vermeiden. Doch weniger spektakulär als Unfälle ist die ständige schleichende Belastung durch Öleinträge, die in etwa einem Tankerunglück pro Jahr entspricht. Das Öl kommt aus diffusen Quellen über die Atmosphäre, über Flüsse und Küstenabwässer und aus illegalen Einleitungen aus der Schifffahrt. Diese stammen aus der Brennstoffaufbereitung und dem Waschen von Öltanks und machen ca. 10% der gesamten Ölverschmutzung aus.

Das internationale MARPOL-Übereinkommen regelt die Verhinderung der Verschmutzung der Meeresumwelt durch den Schiffsbetrieb. Die Ostsee ist als Sondergebiet ausgewiesen und das Einleiten von Öl oder öligen Gemischen ist dort untersagt. Doch bei Überwachungsflügen werden jährlich 500 – 700 illegale Öleinleitungen pro Jahr festgestellt.

Am Auffälligsten sind die qualvollen Folgen von Ölteppichen für Seevögel. Ihr Gefieder verklebt und sie erleiden tödliche Vergiftungen durch das Schlucken von ölhaltigem Wasser und ölbehafteter Nahrung. Doch auch alle anderen Organismen sind betroffen. Ein Tropfen Öl reicht aus, um ca. 600 Liter Wasser zu vergiften. Öle setzen sich zudem aus bis zu 10.000 einzelnen Substanzen zusammen, neben Kohlenwasserstoffen sind das u.a. Schwefel, Schwermetalle, Phenole und organische Säuren. Die Wirkungen auf die Meeresorganismen sind ebenso vielfältig.

Eine aktuelles und besonders tragisches Beispiel ist die Ölkatasrophe im Golf von Mexiko nach der Explosion der Bohrinsel "Deep Water Horizon" von BP am 20. April 2010. Seit dem strömen täglich etwa 800.000 Liter Öl aus drei Lecks an der Unglücksstelle und es wird noch Wochen dauern, den Ölfluss am Meeresgrund zu stoppen. Abgesehen von den immensen Kosten für die Verschließung des Lecks, der Ölbeseitigung und zusätzlichen Bohrmaßnahmen, werden fatale Folgen für die Flora und Fauna erwartet, die sich auch auf die Menschen auswirken werden.

Dennoch machen spektakuläre Ölunfälle wie dieser nur einen geringen Teil der marinen Ölverschmutzung aus! Noch gefährlicher sind veraltete Öltanker und Containerschiffe, die bereits mit kleinen Mengen Schweröl große Naturschäden anrichten können.

Weitere Infos gibt es auch unter: Oilspills - pdf Dokument der Helcom

Quellen:

  • EinBlick in die Ostsee, BUND
  • Sondergutachten des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen: Meeresumweltschutz für Nord- und Ostsee, 2004
  • HELCOM Homepage: www.helcom.fi
  • www.spiegel.de
  • www.tagesschau.de
  • WWf - Unsere Ozeane: Geplündert, verschmutzt und zerstört, 2007


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