Flach- und Steilküsten
Flachküste:
Der Strand selbst, sofern er nicht für die touristische Nutzung gereinigt wird, gliedert sich auch in verschiedene Lebensräume. Im angespülten Sand und Geröll brüten Vögel wie Zwergseeschwalbe und Sandregenpfeifer. Ihre gut getarnten Eier und Jungen sind kaum zu erkennen und können leicht zertreten werden. Auf frischen Strandwällen wächst Strandhafer und Strandroggen sowie Meerkohl und die selten gewordene Stranddistel. Auf älteren Strandwällen wachsen Heidegesellschaften, Schlehen- und Weißdornbüsche. Die Tierwelt des Strandwalls ist vielfältig.
Neben zahlreichen Insekten, wie Käfern und Mücken, kommen Kreuz- und Wechselkröte vor. Hinter dem Strandwall entstehen feuchte und nährstoffarme Senken, die Lebensraum von Pflanzen wie Wasserschraube, Sumpfbärlapp, Glockenheide und dem seltenen fleischfressenden Sonnentau sind. Strandwälle dürfen nicht betreten werden, da sie dem Küstenschutz dienen und einen wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen darstellen. Dünen entstehen durch die Ansiedlung von Strandhaferarten und Binsenquecke, an denen sich der herbeigewehte Sand fängt.
Steilküste:
Bei einer Steilküste folgt auf den Strand das Kliff. Ist es dem Einfluss des Meeres entzogen, nennt man es „totes Kliff“. Das kann durch natürliche Prozesse verursacht sein oder durch Befestigungsmaßnahmen. Im Laufe der Zeit wächst so ein totes Kliff mit Pflanzen und Büschen zu. Im Gegensatz zum aktiven Kliff, von dem jedes Jahr Material abgetragen wird – durch Wind, Brandung, Niederschläge und Frost. An anderer Stelle wird der Sand wieder an der Küste angespült und bildet Sandbänke oder Nehrungshaken. Dieser dynamische Vorgang bestimmt die für die südliche Ostsee typische Ausgleichsküste. Steilufer sind von hoher ökologischer Bedeutung, denn hier können nur besonders spezialisierte Tier- und Pflanzenarten leben, zum Beispiel die Uferschwalben, die in Kolonien leben und hier ihre Nisthöhlen graben.
















