Lagunen
Die ausgedehnten Kaltwasser-Lagunen an der Ostsee werden von den Einheimischen auch „Bodden“ genannt, was nicht zufällig an „Boden“ erinnert. Denn dieses flache Meeresgebiet ist kaum irgendwo mehr als 3 Meter tief. Die Bodden sind durch Landzungen oder Inseln von der Ostsee abgetrennt und besitzen nur schmale Zuflüsse. Sie haben daher einen niedrigeren Salzgehalt als die Ostsee. Die berühmtesten tierischen Besiedler der vorpommerschen Boddengewässer sind sicher die Kraniche, die hier in jedem Frühjahr und Herbst zu Zehntausenden laut trompetend Station machen. Sie nächtigen in ausgedehnten ruhigen Flachwasserbereichen, gut geschützt vor Feinden. Ganzjährig sind viele Wasservögel anwesend.
Auf den inmitten der Lagunen liegenden flachen Inseln brüten seltene Watvögel wie Alpenstrandläufer oder Kampfläufer. Die spartanischen Nester sind eingebettet in artenreiche Salzwiesen, die für eine reiche Insektennahrung der Jungen bürgen. Die Lagunen sind nicht nur Paradiese für Wasservögel und Kleinlebewesen. Auch für Menschen. Seit Alters her sind es ergiebige Fischgründe und seit vielen Jahrzehnten beliebte Urlaubsgebiete. Durch europäisches Recht ist dieser besondere Lebensraum streng geschützt, doch nicht immer wird dieser Schutz in ausreichendem Maße beachtet. Zum Beispiel schreitet vielerorts die Bebauung der wertvollen Uferzonen unaufhörlich voran.

















