Windwatt
Besonders flache Wasserbereiche fallen bei Niedrigwasser auch schon mal trocken. Man nennt diese zuweilen zentimeterweit über dem Meeresspiegel liegenden Lebensräume Windwatten. Das Trockenfallen liegt hier nicht an der Tide, denn die gibt es in der vom Weltmeer weitgehend isolierten Ostsee praktisch nicht. Die Wasserstände werden vielmehr vor allem von Windrichtungen und Strömungen bestimmt.
Für die Wattlebewesen bedeutet das eine besondere Anforderung: Auf den Watten der Ostsee kann eine Trockenphase schon mal einige Wochen andauern, bei sengender Sonne oder klirrender Winterkälte. Ein Wunder, dass hier überhaupt Lebewesen vorkommen. Borstenwürmer zum Beispiel, die in tiefen Wohnröhren im Sand leben. Sie sind eine sehr wichtige Nahrung für die großen Schwärme von Watvögeln. Die wenigen größeren Wattflächen, die es an der Ostsee gibt, sind nicht nur für diese Tiergruppe unverzichtbar.
















