- Robben – bei uns an der Küste?
Robben leben im allgemeinen in küstennahen Gebieten stark befischter Gewässer. In der Vergangenheit wurden sie oft bejagt. Zum Einen, weil fischereiliche Verluste so ausgemerzt werden sollten, zum Anderen zur Gewinnung des Felles. Ihr Bestand ist daneben durch Krankheiten, wie zum Beispiel die Staupe, die Auswirkungen der Umweltverschmutzung, Fischernetze und die Störung ihrer eigenen Nahrungsmittelversorgung gefährdet.
In der Ostsee gibt es drei Robbenarten: die Ringelrobbe, die Kegelrobbe und den Seehund. Die Ringelrobbe kommt nur in den nordöstlichen Gebieten vor und ist an das Leben im Eis angepasst. Kegelrobben sind an unserer Küste seltene Gäste. Sie wurden an der südlichen Ostseeküste und damit auch in Deuschland vor circa 80 Jahren als vermeinliche Konkurrenten der Fischerei ausgerottet. Robbenbestände, die in anderen Bereichen der Ostsee überlebten, litten in der zweiten Häflte des 20. Jahrhunderts als Endglieder der Nahrungskette im marinen Nahrungsnetz zunehmend unter den Folgen von Schadstoffanreicherungen. Mittlerweile hat sich die Schadstoffsituation in der Ostsee verbessert und die Einstellung gegenüber diesen Tieren in weiten Teilen der Bevölkerung geändert. Auch politisch wurde eingelenkt. So ist die Jagd verboten und erste Schutzgebiete wurden eingerichtet.Seit Mitte der achtziger Jahre wird, insbesondere in der zentralen und nördlichen Ostsee, wieder ein allmähliches Anwachsen der Kegelrobbenpopulation beobachtet. Zuweilen halten sich heute halbwüchsige Exemplare für ein paar Wochen an den vorpommerschen Boddengewässern auf und verleben hier wie die Menschen einen regelrechten Sommerurlaub. Die nächsten Vermehrungsplätze liegen jedoch in der östlichen Ostsee, wo die Küstengewässer regelmäßig zufrieren. Eine Wiederansiedlung an der deutschen Ostseeküste ist allerdings wegen der intensiven Küstenfischerei und des zunehmenden Tourismus, der den Verlust an ungestörten Liegeplätzen bedeutet, mehr als fraglich.