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Wale und Robben

  • Schweinswal – ein echter Wal in der Ostsee?

Er wird auch „Kleiner Tümmler“ oder Braunfisch genannt und ist wirklich ein echter Wal. Er wird nicht länger als ca. 1,60 Meter und ist der einzige Wal, der in der Ostsee heimisch ist. Früher waren die neugierigen und verspielten Meeressäuger sehr häufig und begleiteten stets die Segler und Schiffe. Doch Fischerei, Meeresverschmutzung und Störungen haben diesen eleganten Fischjäger nun an den Rand der Ausrottung getrieben. Historische Dokumente belegen, dass Schweinswale einst überall in der Ostsee lebten.

Heute kommen sie fast nur noch im südwestlichen Teil, vor den Küsten Dänemarks, Deutschlands und Schwedens vor, sind aber auch hier akut durch die Stellnetzfischerei bedroht. Es gehört einiges Glück dazu, die scheuen Tiere beobachten zu können. Um den Schweinswal vor dem Aussterben zu retten müssen jetzt wirksame Maßnahmen durchgeführt werden. So müssen die bereits eingerichteten Schutzgebiete zu echten Schutzgebieten werden, die frei von menschlichen Nutzungen, wie Fischerei, Sand- und Kiesabbau und Bebauung sind. Die Verhinderung und Verminderung des UW-Lärms ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Der Verzicht auf Schnellfähren bzw. die Sperrung von empfindlichen Gebieten für diese und zum Beispiel Minderungsmaßnahmen bei Bauvorhaben einzusetzen, wie Blasenvorhänge.

Für die am Ende der Nahrungskette stehenden Meeressäuger ist eine Verminderung der Einleitung von Giftstoffen ins Meer noch immer eine  wichtige Schutzmaßnahme. Um ihn noch besser schützen zu können ist ein umfangreiches Monitoring notwendig und die weitere Froschung und Entwicklung zum Beispiel von beifangfreien Fischereifanggeräten. Helfen kann jeder durch die Meldung von Sichtungen und auch Totfunden bei der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäuger e.V..


Junge Kegelrobbe, Elke Körner
  • Robben – bei uns an der Küste? 

Robben leben im allgemeinen in küstennahen Gebieten stark befischter Gewässer. In der Vergangenheit wurden sie oft bejagt. Zum Einen, weil fischereiliche Verluste so ausgemerzt werden sollten, zum Anderen zur Gewinnung des Felles. Ihr Bestand ist daneben durch Krankheiten, wie zum Beispiel die Staupe, die Auswirkungen der Umweltverschmutzung, Fischernetze und die Störung ihrer eigenen Nahrungsmittelversorgung gefährdet.

In der Ostsee gibt es drei Robbenarten: die Ringelrobbe, die Kegelrobbe und den Seehund. Die Ringelrobbe kommt nur in den nordöstlichen Gebieten vor und ist an das Leben im Eis angepasst. Kegelrobben sind an unserer Küste seltene Gäste. Sie wurden an der südlichen Ostseeküste und damit auch in Deuschland vor circa 80 Jahren als vermeinliche Konkurrenten der Fischerei ausgerottet. Robbenbestände, die in anderen Bereichen der Ostsee überlebten, litten in der zweiten Häflte des 20. Jahrhunderts als Endglieder der Nahrungskette im marinen Nahrungsnetz zunehmend unter den Folgen von Schadstoffanreicherungen. Mittlerweile hat sich die Schadstoffsituation in der Ostsee verbessert und die Einstellung gegenüber diesen Tieren in weiten Teilen der Bevölkerung geändert. Auch politisch wurde eingelenkt. So ist die Jagd verboten und erste Schutzgebiete wurden eingerichtet.Seit Mitte der achtziger Jahre wird, insbesondere in der zentralen und nördlichen Ostsee, wieder ein allmähliches Anwachsen der Kegelrobbenpopulation beobachtet. Zuweilen halten sich heute halbwüchsige Exemplare für ein paar Wochen an den vorpommerschen Boddengewässern auf und verleben hier wie die Menschen einen regelrechten Sommerurlaub. Die nächsten Vermehrungsplätze liegen jedoch in der östlichen Ostsee, wo die Küstengewässer regelmäßig zufrieren. Eine Wiederansiedlung an der deutschen Ostseeküste ist allerdings wegen der intensiven Küstenfischerei und des zunehmenden Tourismus, der den Verlust an ungestörten Liegeplätzen bedeutet, mehr als fraglich.

Der Seehund ist eigentlich an unserer deutschen Ostseeküste heimisch – eigentlich, denn Bejagung, Störungen und Meeresverschmutzung haben auch diese beliebten Tiere hier verschwinden lassen. Lediglich im Bereich der dänischen Inseln und der südschwedischen Küste kommt er noch vor. Der Seehund ist nach wie vor vom Aussterben bedroht und bedarf unserer Hilfe, vor allem durch weitere Schutzzonen, in denen die Seehunde ihre Jungen ungestört zur Welt bringen können.

Seehund, E. Körner
Kegelrobbe, Stefan Menzel

Quellen:

  • EinBlick in die Ostsee, BUND
  • Die Ostsee – Ein Lebensraum stellt sich vor, BUND
  • Wiederansiedlung der Ostseekegelrobbe (Halichoerus grypus balticus) an der deutschen Ostseeküste, Bundesamt für Naturschutz




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