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Grömitz, E. Körner

Tourismus

Grömitz, E. Körner

Die deutsche Ostseeküste ist die touristisch am stärksten genutzte Küste von allen Anrainerstaaten. Damit einher gehen viele Belastungen, z.B. der Bau von Hotels, Campingplätzen, Golfanlagen, Sportboothäfen, Straßen und Parkplätzen. Kurstrände werden gereinigt und die natürliche Vegetation auch im Strandwall- und Dünenbereich durch das ständige Betreten verdrängt. Seltene Pflanzen wie die Stranddistel sind durch Trittschäden bereits stark gefährdet.

Menschliche Aktivitäten stören Ruhe- und Brutgebiete von Vögeln, die ohnehin schon auf kleine Küstenabschnitte zurückgedrängt sind. Für viele Vogelarten ist der Tourismus die zentrale, für einige Arten sogar die einzige Ursache ihrer Gefährdung.

Die Ostseeküste ist auch für Wassersportler sehr attraktiv. Die vielen Segel- und Motorboote brauchen jedoch auch Liegeplätze, deren Bau oft im Konflikt mit Naturschutzzielen liegt. Ermutigend sind Beispiele der Zusammenarbeit zwischen Wassersport- und Naturschutzverbänden, die eine naturverträgliche Einbindung von Hafenanlagen und Sportbootverkehren zum Ziel haben, wie beispielsweise im Greifswalder Bodden. Von Schiffsmotoren geht eine große Lärmbelästigung aus, nicht nur für ruheliebende Urlauber sondern insbesondere für die Tierwelt unter Wasser. Der Schweinswal, der einzige in der Ostsee lebende Wal, wird vertrieben und kann seine Jungen nicht in Ruhe aufziehen.

Keine Frage, der Tourismus ist eine wesentliche Erwerbsquelle in Schleswig-Holstein. Diese ist aber in Gefahr, wenn mit der wichtigsten Ressource, der Natur, nicht schonend umgegangen wird. Zum Glück gibt es auch positive Beispiele für einen ökologisch verträglichen Fremdenverkehr. Durch Informationen, Besucherlenkung und Beobachtungsstände sollen Naturschutzgebiete den Besuchern ein Erleben der Tier- und Pflanzenwelt ermöglichen, ohne diese zu stören. Erfolgreich umgesetzt wird dieses Konzept zum Beispiel in Wallnau auf Fehmarn.

Quelle:

  • Internetseite der AG Ostsee (www.ostseeschutz.de)


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