Gaspipeline
Von Wyborg in Russland bis nach Greifswald ist seit 2005 der Bau einer etwa 1.220 km langen Offshore-Gaspipeline geplant. Es ist das größte technische Bauwerk, das je in der Ostsee errichtet wurde. Insgesamt sollen für dieses Projekt rund 7,4 Milliarden Euro ausgegeben werden. Die Baumaßnahmen wurden am 9. April 2010 begonnen und sollen bis zum Jahr 2012 fertiggestellt werden. Dann sollen 55 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr mehr als 25 Millionen europäische Haushalte versorgen. Von Deutschland aus soll dieses Gas dann weiter in die Niederlande, nach Belgien, Großbritannien und andere Länder transportiert werden können.
Wirtschaftliche Vorteile der bis in maximal 210 m befindlichen Unterwasserleitung sollen insgesamt geringere Kosten, eine schnellere Verlegung und 40 Prozent geringere CO2-Emission als eine ländliche Pipeline sein. Desweiteren sollen dadurch Naturschutzgebiete, Wälder, Fluss- und Anbauflächen verschont bleiben.
Ökologische Untersuchungen sind seit 2009 abgeschlossen und ergaben laut Nord Stream keine ökologisch bedenklichen Ergebnisse der fertigen Pipeline. Während des Baus würden örtlich und zeitlich begrenzte Umwelteinflüsse erwartet, die aber keine weitreichenden Folgen haben sollen.
Der WWF wirft jedoch den Betreibern der Pipeline vor, die Risiken des Projektes für die Umwelt zu verharmlosen. WWF und BUND haben in ihren Stellungnahmen in den Genehmigungsverfahren vorgebracht, dass die Auswirkungen auf die Naturschutzgebiete und auf Seegraswiesen, Fischlaichgründe und Vogelnahrungshabitate sehr viel schwerwiegender sind, als von Nord Stream dargestellt. Entsprechend müssten bei einer Genehmigung der Planung umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen angeordnet werden, wenn das Projekt genehmigungsfähig werden sollte. Kritische Bereiche waren der Greifswalder Bodden, die Boddenrandschwelle und die Flachwassergebiete in Deutschland.
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