Das Westenseegebiet ist in der letzten Eiszeit durch Toteis und Aushub durch Gletscher entstanden. Es liegt 13 km südwestlich von Kiel im östlichen Hügelland. Die Eider durchfließt den Westensee. Am östlichen Zipfel mündet sie in den Westensee und fließt nach Norden in Richtung Nord-Ostsee Kanal. Zum Westenseegebiet gehört der Ahrensee (ehemalige Bucht), der Große und Kleine Schierensee, Bossee und Flemhuder See.
Im Dezember 1989 wurde das 621 ha große Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt und seit Januar 1991 vom BUND betreut. Zum NSG gehören: Ahrensee, Eidertal bis Steinfurter Mühle, Hansdorfer Au, Uferbereiche Börner mit Kliffkante, Unterer Schierenseebach und der östliche Westensee. Es dient der Erhaltung der Eiderniederung mit Flußschleifen, Feuchtwiesen, Ufer-, Bruch- und Verlandungsbereichen und Wäldern.
Allein im Unteren Schierenseebach wurden bisher über 500 wirbellose Tiere bestimmt, dazu mindestens 16 teilweise sehr seltene Fischarten wie Ukelei, Aland, Güster und Steinbeißer. Der Bach ist ein sogenannter Seeabfluß, da er den Kleinen Schierensee mit dem Westensee verbindet. Solche Bäche sind typisch für Schleswig-Holstein und reich an Partikeln, die aus dem durchflossenen See stammen. Sie sind durch eine Lebensgemeinschaft gekennzeichnet, die sich ihre Nahrung durch Filtration auf unterschiedlichste Weise beschafft, z.B. Eintags- und Köcherfliegenlarven. Diese Tiere bilden die Nahrungsgrundlage für Räuber wie Libellen und Skorpionsfliegen.
Fluß-, Bach-, Teich-, Maler- und Wandermuscheln bevölkern den Grund des klaren Baches und des Sees und dienen Reiher- und anderen Tauchenten unter als Nahrung. Bläßhuhn und Haubentaucher finden am Westensee ungestörte Schilfbereiche, um die Jungen aufzuziehen.Die Rohrdommel ist vom Aussterben bedroht und extrem scheu. Sie nistet im Schilf, ernährt sich von Fischen und kleinen Wirbeltieren. Ihr Ruf klingt, als wenn in eine Flasche geblasen wird, mancherorts nennt man sie daher Moorochse. Schellente und Zwergsäger brüten in Baumhöhlen, sie ernähren sich von kleinen Fischen und Wasserinsekten. All diese Wasservögel, wie auch Fische und kleine Säugetiere sind die Beute des am Westensee brütenden Seeadlers, einem von mittlerweile fast 30 schleswig-holsteinischen Brutpaaren.
Die Pflanzenwelt der Eider zeigt den hohen Nährstoffgehalt des Wassers an. Typische Vertreter sind der Ästige Igelkolben und das Pfeilkraut. Die angrenzenden Wiesen der Eiderniederung sind voller Sumpfdotterblumen und werden durch Mahd oder extensive Beweidung gepflegt. Zwischen Ahren- u. Westensee wachsen Arten des Feuchtgrünlands wie Zittergras, Übersehenes Reitgras, Zweihäusige Segge, Binsen-Schneide, Sumpfbaldrian, und Kuckuckslichtnelke sowie die Orchideenarten Steif- und Breitblättriges Knabenkraut.
Viele dieser Naturschön-heitensind immer noch bedroht, nicht abgezäunte Uferbereiche, wilde Badestellen, Trampelpfade sowie Wassersport und Eislaufbetrieb stören Tiere und Vegetation. Ein Besucherleitsystem mit Informationstafeln soll jetzt für Verbesserungen sorgen.
Der BUND möchte alle an den Schönheiten und Kostbarkeiten des Naturschutzgebiet “Ahrensee und nordöstlicher Westensee” teilhaben lassen, bittet aber dringend, die auf den Info-Tafeln verzeichneten Regelungen zu beachten. Die Natur sagt Ihnen: ”Vielen Dank”.
Ansprechpartner für den BUND ist Prof. Dr. Helmut Benda, Tel. 04340-686