Das Naturschutzgebiet Dannauer See ist ein recht kleines, überschaubares Areal (ca. 40 ha), im “Naturpark Holsteinische Schweiz” gelegen. Kernstück ist der flachgründige Dannauer See mit Verlandungsflächen. Eingebettet in unsere typische Moränenlandschaft wird er südlich und südwestlich von einer bewaldeten Kuppe und anschließenden Grünlandbiotopen begrenzt. Die Niedermoorbereiche im Westen des Seeswerden der Selbstentwicklung überlassen und sind ein ergiebiges Dorado für Pflanzen und Tiere. Das Schicksal eines jeden Sees - zu altern und zu verlanden - ereilt einen Flachsee weitaus früher als tiefgründige Seen. So ist auch die Wasserfläche des Dannauer Sees (ca. 17 ha, bei einer Durchschnittstiefe von ca. 1,50 m) im Laufe der letzten Jahrzehnte infolge von Eutrophierung (Nähr- und Schwebstoffeinträge aus Luft und Boden) erheblich geschrumpft, wie die ehemalige Uferlinie von 1988 deutlich erkennen läßt. Belohnt wird dafür das Auge, wenn die großen See- und Teichrosenfelder ihre weißen und gelben Blüten öffnen und buntschillernde Libellen in der Sonne leuchten, wenn Blutweiderich, Mädesüß und Wasser-Schwertlilien dem Schilfgürtel Farbe verleihen. Ein reges Leben spielt sich vom Frühjahr bis zum Herbst über und unter der Wasseroberfläche ab, wobei es in den angrenzenden Uferbereichen nicht minder lebhaft zugeht. Es würde den Rahmen einer Kurzinformation sprengen, wollte man alle Pflanzen und Tiere dieses Gebietes nennen, die hier vorkommen. Da sie nicht wie im zoologischen Garten präsentiert werden können, ist es ein besonderes Glück, den schnellen Eisvogel und das seltene Braunkehlchen zu erspähen, Sprosser, Sumpfrohrsänger oder Gartengrasmücke zu hören. So ist es auch ein eindrucks-volles und nachhaltiges Erlebnis, den majestätischen Flug eines Seeadlers bei seinen gelegentlichen Besuchen beobachten zu können.
Im Rahmen einer faunistischen Bestandserfassung konnten im Gemeindegebiet Dannau 84 Vogelarten nachgewiesen werden, davon 73 als Brutvögel, wobei das Artenspektrum des Naturschutzgebietes noch unberücksichtigt blieb. Dass der Dannauer See ein beliebter Nist- und Tummelplatz heimischer Wasservögel und seltener Jahresgäste ist, muss unbedingt erwähnt werden.
Ein genehmigter Wanderweg umrundet den See in weitem Bogen und führt zum Redder am Scharweg, auf dem man, nach Süden gewandt, auf historischem Pflaster das Schloß Rantzau erreicht. In nördlicher Richtung geleitet er uns unter altem Baumbestand nach Dannau zurück, aufgemuntert durch Fitislaubsänger, Zilp-Zalp und Buchfink. Knickweg, Wiesen- undWaldpfad sind gesäumt von einer beachtlichen Pflanzenvielfalt; auch Großtiere, wie Hase, Reh- und Damwild kreuzen nicht selten unseren Weg.
Erwähnt sei noch, daß vom genannten Rundkurs ein Feldweg in östlicher Richtung abzweigt, auf dem man in reizvoller Landschaft die Nachbarorte Sasel und Neukirchen in ungestörter Ruhe und Beschaulichkeit erreichen kann, wobei sich ein Abstecher nach Neukirchen lohnt, da sich dort Ende April 1998 erstmals nach 90 Jahren wieder ein Storchenpaar häuslich niedergelassen hat.
Betreut wird das Naturschutzgebiet vom BUND, vom KNIK und von den Natur-, Fisch- und Vogelfreunden Dannau.
Ansprechpartner für den BUND ist Dr. Florian Liedl, Tel.:04384-939 (Büro)