Neben verschiedenen kleineren Flächen auf Neustädter Gebiet stellt das Binnenwasser eine ökologisch besonders interessante Fläche dar, weil es sich über Jahrhunderte hinweg, vom Menschen fast völlig unberührt blieb und naturnah entwickeln konnte. Durch verschiedenartige Eingriffe, wie Verschmutzung durch Abwässer, Entwässerung und Aufspülung von Teilgebieten, Überdüngung durch die Zuflüsse, gab es auch negative Veränderungen. Dies konnte durch den Schutz als Naturschutzgebiet in den vergangenen Jahren stark verbessert werden. Folgende gefährdete Pflanzenarten finden sich heute noch im Uferbereich und den angrenzenden Salzwiesen, einige sind botanische Raritäten: Strandsegge, Mittlerer Lerchensporn, Wiesen-Alant, Strand-Salzschwaden und Strand-Binse, wie auch der seltene Lachenal´s Wasserfenchel. Die Fläche südlich des Lachsbaches und ostwärts des Bahndammes stellt eine noch bemerkenswerte erhaltene Salzwiese dar. Es kommen alle für die Ostseeküste charakteristischen Salzwiesenzonierungen vor: von der Andelwiese über die Bottenbinsenwiese bis hin zum Rotschwingelrasen. In den bultig zertretenen Senken treten auch die Salzmieren-Gesellschaft und sogar Quellerflächen auf. Daneben finden sich im Bereich der Gräben Brackwasserröhrichte. Auf den Salzwiesen können Strandwegerich, Meerstrand-Dreizack und Salzaster beobachtet werden.
Offene Flächen und Sandbänke sind die Hauptanziehungspunkte für rastende und nahrungssuchende Vögel. Hier sind viele Möwen, Enten und Watvögel zu beobachten, u.a. auch die seltenen Brachvögel sowie Rotschenkel, Kiebitze und Alpenstrandläufer. Flachwasserbuchten stellen auch für Enten interessante Nahrungsgebiete dar. Hier sind Schwärme von Stockenten und Krickenten zu beobachten. Einzelne Graureihersuchten hier ihre Nahrung. Seit einigen Jahren gehen auch die seltenen Seeadler im Naturschutzbebiet auf Jagd.
Nachdem sich der Naturzustand in den vergangenen Jahren schon sehr erfreulichentwicklet hat, werden jetzt nach einem durchdachten Konzept durch gezielteMahd und extensive Beweidung einige Flächen gezielt gepflegt, um für bestimmte Pflanzen, die sich ohne Pflege aus dem Gebiet zurückziehen würden, wieder günstige Wachstumsbedingungen zu erzeugen. Dies dient letztendlich auch den Vögeln, die mehr auf offene Brutreviereangewiesen sind.
Ansprechpartnerin für den BUND ist Irene Timmermann-Trosiener, Tel.: 04562-6775, timtros@t-online.de.