BUND Schleswig-Holstein Landesvorstand 2014

Foto: LVor 2014
v.l.n.r. Manfred Hellberg, Edda Disselhoff, Rainer Guschel, Dr. Claudia Bielfeldt, Carl-Heinz Christiansen, Dr. Florian Schulz, Lothar Thormählen

Der Landesvorstand stellt sich weiter unten in einem Interview ausführlich vor, bitte scrollen Sie nach unten oder klicken Sie hier: Vorstandsinterview

Dr. Claudia Bielfeldt

Landesvorsitzende: Dr. Claudia Bielfeldt, Dipl.-Biologin
claudia.bielfeldt[at]bund-sh.de

Zuständigkeiten: Zukunftsfähiges Deutschland

Carl-Heinz Christiansen

Stellv. Vorsitzender: Carl-Heinz Christiansen
Leiter Naturkundemuseum Niebüll
carl-heinz.christiansen[at]bund-sh.de

Zuständigkeiten: Klimaschutz, Energiewende, Umweltbildung

stellv. Landesvorstitzende: Edda Disselhoff

Stellv. Vorsitzende: Edda Disselhoff
edda.disselhoff[at]bund-sh.de

Lothar Thormählen

Schatzmeister: Lothar Thormählen
lothar.thormaehlen[at]bund-sh.de

Zuständigkeiten: Steuerrecht, Buchführung

Rainer Guschel

Beisitzer: Rainer Guschel, OStdR. a. D. der Fächer Mathematik, Physik

rainer.guschel[at]bund-sh.de

Beisitzer: Manfred Hellberg, Dipl.-Ing. Umweltschutz und Gesundheit, Maschinenbau-Ing.
manfred.hellberg[at]bund-sh.de

Florian Schulz

Beisitzer: Dr. Florian Schulz, Dipl.-Biologe
florian.schulz[at]bund-sh.de

Zuständigkeiten: Arten- und Naturschutz; Meeresschutz; Wasser

 


Interview des Vorstandes

Die Redaktion befragte die Mitglieder des im Juni 2014 gewählten Landesvorstandes: Dr. Claudia Bielfeldt (Vorsitzende), Carl-Heinz Christiansen (Stellvertreter), Edda Disselhoff (Stellvertreterin), Lothar Thormählen (Schatzmeister), sowie die Beisitzer Rainer Guschel, Manfred Hellberg und Dr. Florian Schulz.

Ihr habt Euch bei der Delegiertenversammlung als Team zur Wahl gestellt. Das ist eher ungewöhnlich. Welche Gründe gab es dafür?

Florian: Für diese Wahl war entscheidend, dass viele eine Veränderung im Verband hin zu demokratischeren Strukturen wollten. Nur mit einem Team macht dies Sinn. Die erhofften und geplanten Änderungen erfordern die Anstrengungen von Vielen.
Edda: Eben, diese Aufgabe ist nur in einem Team zu meistern, das auf Augenhöhe und mit Wertschätzung zusammen arbeitet.
Manfred: Der neue Landesvorstand wollte zeigen, dass wir gemeinsam die schwierigen Aufgaben bewältigen wollen und durch gute Zusammenarbeit mehr erreichen können als einzelne Persönlichkeiten.

Was bedeutet der Entwicklungsprozess für Euch? Was hat er gebracht? Was war die Motivation, Euch zu beteiligen?

Claudia: Der Entwicklungsprozess ist ein wichtiger Baustein für einen anderen Umgang miteinander. In einer großen Offenheit wurden die Themen, die den Aktiven auf der Seele brannten, angesprochen und nach Lösungen gesucht. Das ist ein großer Schatz, den wir im Verband uns bewahren sollten, auch wenn die Hektik des Alltages wieder einsetzt.
Rainer: Die Mitwirkung war mir wichtig, ich habe die Leute kennen- und schätzen gelernt!
Carl-Heinz: Im Entwicklungsprozess sehe ich einen Erneuerungsprozess des Landesverbandes. Wir stellen uns neu auf, um die Herausforderungen der Zukunft besser meistern zu können.
Lothar: Und wir haben es begonnen, überfällige Fragen und Entscheidungen zu klären.
Florian: Der Organisationsentwicklungsprozess ist an mir weitgehend vorbei gegangen, weil ich mich seit langem aus der Arbeit im Landesverband zurückgezogen hatte. Der Wiedereinstieg jetzt bot sich an, weil sich offensichtlich einige Dinge entscheidend verändert haben, so dass Mitarbeit für mich wieder Sinn macht.
Manfred: Mich hat motiviert, dass der BUND Potential und hohes Ansehen bei großen Teilen der Bevölkerung hat. Doch das Überalterungsproblem führt dazu, dass wir bald nur noch im Museum ausgestellt werden. Um nicht so zu enden, möchte ich mithelfen, dass sich der BUND erneuert und bei den jüngeren Generationen wieder ankommt und diese im Verband aktiv werden.

Was ist Eure Motivation, Euch im Vorstand zu engagieren?

Edda: Der Entwicklungsprozess hat mir viele Aktive, welche die Zusammenarbeit im BUND aufkündigen wollten, näher gebracht und die Ursachen der Unzufriedenheit verständlich gemacht. Diese Erkenntnisse haben dazu geführt, mich in die Pflicht nehmen zu lassen und für den Landesvorstand zu kandidieren. Der BUND mit seinen Inhalten und seinem Wirken ist, wie sicherlich bei vielen Mitgliedern, ein Teil meiner Lebensphilosophie.
Manfred: Das Team im Vorstand ist voller Tatendrang den BUND S -H neu auszurichten und mit dieser Motivation und diesen Personen macht es Spaß zusammen zu arbeiten.
Florian: Die BUND-Mitgliederschar altert immer weiter. Gleichzeitig gerät in Schleswig-Holstein Umwelt-, Natur- und Artenschutz immer mehr ins Hintertreffen. Der BUND Landesverband entwickelt zu wenige Aktivitäten. In vielen Belangen scheint der Landesverband nur noch reaktiv zu sein. Mit jetzt offeneren Strukturen ist es hoffentlich möglich den BUND Schleswig-Holstein wieder auf einen Wachstumskurs zu bringen und ihn strategisch neu auszurichten. Ziel muss es sein wieder verstärkt Themen im Natur- und Umweltschutz in der Öffentlichkeit anzustoßen. Letztlicher Auslöser waren aber Gespräche mit aktiven BUNDlern aus der Umgebung.
Lothar: Langjährige Kenntnis des Verbandes.
Rainer: Ich habe gespürt, dass die Arbeit im alten Vorstand nicht gut für den Verband war. In der Mediation klappte nicht alles und ich möchte die Vorstandsarbeit aus einer etwas neutraleren Position heraus unterstützen (hoffe ich).
Claudia: Ich möchte den Entwicklungsprozess gern mit Leben füllen. Wir haben in den letzten Monaten so manches gestartet und jetzt geht es darum, das "Innenleben" des BUND SH weiter zu gestalten und andere zu motivieren, mitzumachen.
Carl-Heinz: Es macht Spaß, zumindest meistens, auf Landesebene in einem guten Team die Verbandsarbeit mit zu gestalten.

Was möchtet Ihr im Vorstand erreichen? Welche Ziele oder inhaltlichen Schwerpunkte verfolgt Ihr?

Carl-Heinz: Meine Schwerpunkte liegen auf der Energiewende und - im Moment etwas vernachlässigt - der Umweltbildung. Meine Ziele sind, dass wir die Energiewende möglichst natur- und umweltverträglich umgesetzt bekommen und dass die Umweltbildung, auch im Verband, einen höheren Stellenwert erhält.
Lothar: Für mich ist es wichtig, dass die Mitglieder und Ehrenamtler wahrgenommen werden.
Claudia: Im Moment konzentriere ich mich stark auf das Innere des Verbandes. Vieles von dem, was wir bspw. in der Kommunikation an Ideen entwickelt haben, muss auch eingeübt werden und sich im Alltag bewähren. Alte Verhaltensmuster zu nutzen ist immer einfacher. Wir dürfen nicht den Blick dafür verlieren, wie wir miteinander umgehen möchten.
Rainer: Ich muss mich erst einarbeiten, meine Schwerpunkte gehen in die Richtung der aktuellen Umweltthemen wie Energie und Klima.
Manfred: Ich möchte neue Aktive gewinnen, die neue Ideen und eine neue Kultur in den Verband bringen. Gerade junge Leute brauchen wir, um Themen wie die digitale Gesellschaft, die zukünftige Ernährung oder die Probleme der Globalisierung anzupacken.
Florian: Im Vorstand habe ich die Betreuung einer Reihe von Fachthemen übernommen, die mir aufgrund meines Studiums und meiner Historie am nächsten liegen: Natur- und Artenschutz sowie Wasser- und Meeresschutz. Gleichzeitig interessieren mich Finanzen, elektronische Kommunikation und der Webauftritt; alles Bereiche, in denen wir uns verbessern können.
Edda: Derzeit sehe ich als Inhalt meiner Vorstandsarbeit die erarbeiteten Vorschläge zu implementieren Zwangsläufig werden hierbei nicht einfache Entscheidungen zu treffen sein. Ich bin jedoch überzeugt, dass die Veränderungen notwendig sind, um die ehrenamtlich aktiven Mitglieder nicht zu einer „aussterbenden Spezies“ werden zu lassen. Es ist notwendig die Ortsgruppen und Kreisgruppen zu stärken und ihnen als fachliche Unterstützung das Hauptamt an die Seite zu stellen. Die vom Vorstand angestrebte Transparenz und die Stärkung des Wir - Gefühls und die gegenseitige Wertschätzung innerhalb des Verbandes, sollten dabei ein zentrales Thema sein.

Welche Entwicklungen wünscht Ihr Euch für den BUND in Schleswig-Holstein?

Manfred: Ich träume von einem Verband, der eine wirkliche kraftvolle Lobby für Natur und Umwelt ist. Der es schafft massenhafte Bewegungen zu initiieren, damit wir es erreichen, dass unsere Zukunft nachhaltig gesichert wird.
Edda: Ich wünsche mir, dass die politische Außendarstellung auf mehr Schultern verteilt wird und eine Verjüngung des Verbandes auf allen Verbandsebenen erreicht wird.
Lothar: Eine moderate Entwicklung der Mitgliederzahlen für eine dauerhafte, stabile finanzielle Basis.
Florian: Der BUND braucht sowohl neue, junge Mitglieder als auch welche im gesetzten Alter. Welche, die auch aktiv werden. Die Stagnation bzw. der Verlust von Aktiven und ganzen Ortsgruppen muss unbedingt gestoppt werden. Die Hauptamtlichen sind stärker mit den Ehrenamtlichen zu vernetzen. Wir brauchen außerdem eine bessere Strategie, um zu fundierten Positionen zu kommen und diese in die Öffentlichkeit zu tragen.
Carl-Heinz: Das wir uns wieder darauf besinnen, dass unsere wahre Stärke das Ehrenamt ist, besonders in den Kreis- und Ortsgruppen.
Claudia: Ich wünsche mir, dass wir als Verband durch unser Tun auch die Aktiven überzeugen, die die Verbandsentwicklung eher kritisch begleitet haben. Es gibt immer mehr als einen Weg, der zum Ziel führt. Die Mehrzahl der Delegierten hat sich für diesen Weg entschieden. Wir dürfen die Offenheit für notwendige Weiterentwicklungen auch in der Zukunft nicht verlieren und müssen auch diesen Weg regelmäßig hinterfragen.

Welche Erfahrungen bringt Ihr für das Engagement im Vorstand mit?

Lothar: Langjährige Tätigkeit im wirtschafts-und steuerberatendem Beruf.
Florian: Seit über 30 Jahren bin ich Mitglied im BUND und noch als Jugendlicher eingetreten. In der Zeit der BUND-Jugend war ich in fast jeder Position, die man als Jugendlicher im Verband bekleiden kann. Als Landesjugendsprecher war ich bereits 4 Jahre im Landesvorstand und habe in den 80er die erste große Krise des BUND-Landesverbandes im Vorstand miterlebt. Da war ich auch stark in Angelegenheiten des Landesverbandes involviert, insbesondere in die Reorganisation der Landesgeschäftsstelle und der Finanzen. Gleichzeitig wurde aber von der Jugend – trotz Krise und Skepsis im Erwachsenenverband – die überaus erfolgreiche Ostseeaktion wesentlich konzeptioniert und organisiert (zusammen mit Wolfgang Günther). Durch meine Diplom- und Promotionszeit mit insgesamt fünf Expeditionen und einer Abwesenheit von über 1 ½ Jahren war schlichtweg keine Zeit für den BUND. Beim Expeditionsbetrieb muss man sowohl organisatorische wie soziale Fähigkeiten einbringen. Während des Studiums lag einer meiner Schwerpunkt auf der Geobotanik. Ich habe mich auch in der AG Geobotanik stark engagiert und als Kartierer und späterer Herausgeber der Roten Liste der Moose Schleswig-Holstein landesweit intensiv bereist.
Carl-Heinz: Ich bin seit 30 Jahren beim BUND auf Orts-, Kreis- und seit einigen Jahren auch auf Landesebene engagiert. Und in meinem Hauptamt dreht sich auch alles um die Natur und Umweltbildung.
Manfred: Seit gut 30 Jahren bin ich auch im BUND aktiv, in der Kreisgruppe Lübeck, im Verbandsrat und jetzt auch im Landesvorstand. Auch meine Erfahrung als Ingenieur für Umweltschutz und Gesundheit fließt in mein Engagement für den Verband ein.
Edda: Seit ca. 27 Jahren bin ich Mitglied im BUND. In meinen verschiedenen Lebensphasen war ich bereits auf allen Ebenen des Verbandes aktiv. Zusätzlich zu meinem Beruf als Krankenschwester habe ich ein Fernstudium als Wohn - und Umweltberaterin abgeschlossen. Ich habe im Rahmen eines Projektes ehrenamtlich in Zusammenarbeit mit dem DEHOGA als BUND im Kreis Ostholstein gastronomische Einrichtungen beraten, bin Mitbegründerin des Umwelthauses Neustadt, habe intensiv in den 90iger Jahren Aktionen gegen die gentechnischen Freilandversuche organisiert. Mein damaliger Schwerpunkt war das Thema Landwirtschaft. Danach war ich 12 Jahre kommunalpolitisch aktiv. Erst als Naturschutzbeauftragte der Stadt Neustadt , danach als Umweltausschussvorsitzende. Bei dieser Tätigkeit habe ich die Abläufe und Instrumente der Kommunalpolitik kennen gelernt. 2011 habe ich in Neustadt eine BUND - Ortsgruppe gegründet, in der ich bis heute aktiv bin. Aus der Kommunalpolitik bin ich mittlerweile ausgeschieden.
Claudia: Ich bringe ein langjähriges Engagement in der Kieler Kreisgruppe und in verschiedenen Kieler Initiativen mit, Vorstandsmitglied bin ich seit 5 Jahren. Von Haus aus bin ich Biologin und habe eine Weiterbildung zur Mediatorin gemacht.

Was ist Euch für eine gute Zusammenarbeit besonders wichtig?

Rainer: Offenheit, Transparenz, sachliche und zügige, pragmatische Arbeit.
Edda: Ehrlichkeit, Respekt, Wertschätzung, Teamorientiertheit und Verantwortungsbewusstsein.
Lothar: Vertrauen, Ehrlichkeit und Kompromissbereitschaft.
Manfred: Für mich ist es wichtig, dass der Vorstand und der gesamte Landesverband miteinander in die gleiche Richtung arbeiten und tolle erfolgreiche Aktionen durchführen. Das Team soll Spaß miteinander haben.
Florian: Natürlich gute Kommunikation mit allen Beteiligten und Offenheit gegenüber anders Denkenden. Bei gemeinsamen Aktionen muss sich jeder ausreichend wiederfinden.
Carl-Heinz: Toleranz, Offenheit, Respekt und Verlässlichkeit.
Claudia: Eigentlich habt Ihr alles Wichtige gesagt...

Vielen Dank für das Gespräch.