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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Atommüll

Die Entsorgung von Atommüll und vor allem hochradioaktiven Abfällen ist bis heute weltweit nicht gelöst. Größtes Problem sind dabei die langen Halbwertszeiten des Abfalls, die mehrere Jahrtausende betragen.

Mit Atommüll werden in der Regel all die radioaktiven Abfallstoffe bezeichnet, die beim Betrieb eines Atomkraftwerks oder anderer atomarer Anlagen anfallen. Unterschieden wird zwischen schwach-, mittel- und hochradioaktiven Abfällen. Die öffentlich Diskussion um Atommüll und die Endlagersuche bezieht sich meistens auf hochradioaktive Abfälle, also beispielsweise abgebrannte Brennstäbe.

Die Entsorgung von Atommüll und vor allem hochradioaktiven Abfällen ist bis heute weltweit nicht gelöst. Größtes Problem sind dabei die langen Halbwertszeiten des Abfalls, die mehrere Jahrtausende betragen.  

Zwischenlager

Die erfolgreichen Proteste der Anti-Atom-Bewegung führten dazu, dass die Transporte von abgebrannten Brennelementen nach Frankreich und Großbritannien 2005 gestoppt wurde. Den weiterhin anfallenden Atommüll lagern die Betreiber der AKWs nun in Zwischenlagern direkt vor Ort.

Dabei handelt es sich um Hallen, die lediglich dem Sicht- und Witterungsschutz dienen. Die dort befindlichen Castoren werden lediglich durch natürliche Luftzirkulation gekühlt. Wird diese zum Beispiel durch eine Beschädigung der Halle unterbrochen, kommt es zum Erhitzen der Castoren. Dadurch werden die Dichtungen poröse und radioaktive Stoffe entweichen in die Umwelt.

Endlagersuche

In einem Endlager sollen radioaktive Abfälle so lange sicher gelagert werden, bis diese durch natürliche Zerfallsprozesse keine Gefahr mehr für die Umwelt darstellen. Bei den meistens hochradioaktiven Abfällen aus Atomanlagen handelt es sich dabei um Zeiträume von zehntausenden bis hunderttausenden von Jahren. In Deutschland gibt es bis heute weder ein schlüssiges Konzept noch einen sicheren Standort für ein Endlager. Jahrzehntelang war der Salzstock Gorleben in Niedersachsen Fokus der Diskussion um die Endlagersuche. Obwohl geologisch völlig ungeeignet, wurde Gorleben in den 1970ern aus politischen Erwägungen als Endlager ausgewählt. Es ist der Anti-Atom-Bewegung, insbesondere im Wendland, zu verdanken, dass dies nicht umgesetzt worden ist.

Mitte 2013 einigten sich die Parteien im Bundestag auf einen Kompromiss, bei der eine Kommission bis 2015 über die Kriterien zur Endlagersuche beraten soll. Gorleben ist weiterhin im Rennen und wurde entgegen den Forderungen aus der Bevölkerung nicht ausgeschlossen. Eine der zentralen Forderungen des BUND und der Anti-Atom-Bewegung ist eine von wissenschaftlichen Kriterien geleitete Suche, unter Ausschluss von Gorleben, und eine transparente Einbindung der Öffentlichkeit und betroffenen Bürger/-innen vor Ort.  

Castortransporte

Solange die AKWs weiterlaufen, produzieren sie gefährlichen, hochradioaktiven Müll. Da die Endlagerfrage bis dato nicht geklärt ist, wurde der Atommüll auf Castoren in die Zwischenlager in Ahaus und Gorleben oder die Wiederaufbereitungsanlagen in Frankreich und Großbritannien transportiert.

Es ist dieser Praxis zu verdanken, dass sich die AKW-Betreiber jahrzehntelang um die Entsorgungsfrage drücken konnten. Die Castorbehälter stellen dabei ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Einerseits sind sie nur unzureichend gegen Unfälle geschützt. Gerade durch Stürze von Brücken und durch Brandentwicklungen könnten die Behälter undicht werden und Radioaktivität freisetzen. Andererseits hat sich herausgestellt, dass die Strahlenbelastung des Begleitpersonals jahrelang unterschätzt worden ist. Ursachen für Grenzwertüberschreitungen wurden nie gefunden, die Transporte jedoch dennoch weitergeführt.

Inzwischen sind Castortransporte in die zentralen Zwischenlager und in die Wiederaufbereitungsanlagen vorerst untersagt worden – ein Erfolg der Anti-Atom-Bewegung. 

Ihr Ansprechpartner

Rainer Guschel

Beisitzer im Vorstand
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