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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Die wahren Kosten von Atomkraft

Bei einer unabhängigen Betrachtung ist Strom aus Atomkraftwerken völlig unwirtschaftlich, vor allem im Vergleich zu den Erneuerbaren Energien. Die Atomkraft in Europa profitiert vor allem von massiven Steuervergünstigungen, Subventionen und anderen Finanzhilfen für Bau, Instandhaltung und Entsorgung (in Deutschland insgesamt etwa 187 Milliarden Euro in den vergangen vierzig Jahren) und drückt so künstlich den Preis für Atomstrom. Diese Kosten werden über den Staatshaushalt auf alle Bürger/innen umgelegt.

Argumente gegen den weiteren Einsatz der Atomkraft

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Blockade der Energiewende

Um auf die unterschiedliche Auslastung von Wind, Wasser und Sonne reagieren zu können, werden flexible und schnell steuerbare Kraftwerke benötigt, z.B. Gaskraftwerke. Atomkraftwerke hingegen brauchen mehrere Stunden oder Tage zum herunter- oder anfahren und können deshalb auf Lastspitzen nicht adäquat reagieren.

Da Atomkraftwerke durch die vielen Subventionen den Stromkonzernen mehr Gewinne versprechen, werden bevorzugt Gaskraftwerke anstelle von Atomkraftwerken abgeschaltet.

So wurden seit 2011 21 Gaskraftwerke in Deutschland still gelegt. Hinzu kommt, dass Atomkraftwerke völlig unnötig sind. Die deutschen Kraftwerke (ohne AKWs, sowie Wind und Sonne) erzeugen 94 Gigawatt Strom; die Jahreshöchstlast lag in den vergangen Jahren jedoch nur bei 80 Gigawatt. Deutschland ist also Stromexporteur. Auch ohne Atomkraftwerke ist eine Versorgungssicherheit gegeben. 

Volkswirtschaftliche Schäden und Haftpflicht

Die volkswirtschaftlichen Schäden eines GAUs in Deutschland können sich laut Studien auf bis zu 2,5 Billionen Euro belaufen. Laut Atomgesetz müssen die Betreiber sich nur bis zu 2,5 Milliarden Euro versichern, darüber hinaus haften sie mit ihrem Vermögen, das zwischen 5 und 40 Milliarden Euro beträgt. Alle weiteren Kosten würden direkt den Staatshaushalt belasten. Damit sind die Betreiber der Atomkraftwerke weitestgehend von jeder Haftpflichtversicherungspflicht befreit.

Die Stromkonzerne schädigen den Steuerzahler zusätzlich dadurch, dass sie an der Entsorgung ihres Mülls kräftig mitverdienen. Die Gesellschaft für Nuklear-Service, die die Zwischenlager im Auftrag und auf Rechnung des Bundesamts für Strahlenschutz betreibt, gehört mehrheitlich den Atomkonzernen. Anstatt also für ihre Müllentsorgung zahlen zu müssen, verdienen sie auf Kosten der öffentlichen Hand kräftig mit.  

Strompreis

Atomstrom hat trotz anderweitiger Behauptung durch die Atomlobby kaum einen Einfluss auf den Endverbraucherstrompreis. Dies liegt vor allem am schlechten Regelverhalten der Atomkraftwerke. Schon heute ist Strom aus erneuerbaren Quellen an der Strombörse billiger als Atomstrom.

Hinzu kommt, dass der Strompreis nicht die wahren Kosten der Atomkraft wiederspiegelt. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft hat in einer Studie die gesamtgesellschaftlichen, realen Kosten verschiedener Energieformen verglichen. Eine Kilowattstunde (kWh) Atomstrom kostet so bis zu 42,2 Cent. Die Windenergie liegt hingegen nur bei etwa 8,1 Cent/kWh.  

Wettbewerb

Da für den Bau von Atomkraftwerken enorme Investitionen nötig sind, ist dies nur für große Konzerne möglich. Dies führt dazu, dass in Deutschland im Wesentlichen vier große Konzerne (E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall) den Strommarkt beherrschen, meistens sogar regional getrennt. Dadurch kommt es nur zu einem mangelhaften Wettbewerb mit negativen Folgen für den Verbraucher: Preisabsprachen und steigende Kosten. 

Verfügbarkeit von Brennstoff

Uran ist ebenso ein fossiler Brennstoff wie Öl und Kohle: Die Vorräte sind begrenzt und nicht erneuerbar. In Deutschland ist schon seit längerem keine nennenswerte Förderung mehr möglich, deshalb ist die deutsche Atomindustrie auf Importe aus zum Teil instabilen Regionen der Erde angewiesen. Analysen des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags gehen im optimalsten Fall von Reserven für 47 Jahre, im schlimmsten Fall für nur 25 Jahre, aus. Selbst rein ökonomisch betrachtet, macht es keinen Sinn, in eine Technologie zu investieren, der innerhalb einer Generation der Brennstoff ausgeht. 

Ihr Ansprechpartner

Rainer Guschel

Beisitzer im Vorstand
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