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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Vögel füttern im Winter

09. Januar 2019 | Stadtnatur, Umweltbildung

Von den Feiertagen sind unsere Bäuche gut gefüllt - manch eine*r wird gar sagen, den nötigen Winterspeck angelegt zu haben. Wie sieht das bei den Vögeln aus? Nix wie raus mit den Meisenknödeln? Da viele Menschen besonders in der kalten Jahreszeit gerne Vögel füttern wollen, hier noch einmal die wichtigsten Informationen zusammen gefasst.

Eichelhäher an Futterstelle  (Oldiefan / Pixabay )

Vogelfütterung als Artenschutz?

Generell hilft die Winterfütterung Vogelarten, die nicht menschenscheu sind und häufig vorkommen. Ein Beitrag zum Artenschutz wird somit nicht geleistet. Der Rückgang vieler Vogelarten liegt vor allem an der Zerstörung ihrer Lebensräume und nicht am jahreszeitlichen Nahrungsengpass. Am besten ist allen geholfen, wenn man statt zu füttern einen naturnahen Garten anlegt. Pflanzt man eine Vielzahl heimischer Bäume und Sträucher und lässt man Staudenpflanzen im Herbst/Winter stehen, können sich hier Insektenlarven entwickeln. Diese stellen im Frühjahr während der Brutzeit eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel dar. Das massive Insektensterben in Deutschland ist für viele Vogelarten ein weitaus größeres Problem als harte Wintermonate. Mit natürlichen Nahrungsquellen ist den Vögeln mehr geholfen als mit Vogelfutter.

Wenn füttern, dann gewusst wie

Eine Winterfütterung ist nur dann sinnvoll, wenn sie richtig durchgeführt wird.

Die generelle Grundregel ist, erst bei dauerhaft geschlossener Schneedecke und anhaltendem Frost zu füttern. Davor finden die Vögel ausreichend Nahrung. Zusätzlich gilt es folgende Regeln zu beachten:

  • keine gesalzenen oder gewürzten Essensreste verfüttern
  • das Futterangebot an einer vor Katzen sicheren Stelle und mit Abstand zu Glasscheiben platzieren
  • Futterspender so wählen, dass Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen, um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern
  • beim Kauf von Futter darauf achten, dass kein Traubenkraut (Ambrosia) enthalten ist; es ist für uns Menschen hoch allergen und breitet sich schnell aus

Statt Futter zu kaufen, kann es lieber im Herbst selbst gesammelt werden. Damit stellt man sicher, dass Vögel ein heimisches Angebot erhalten und spart unnötige Verpackungen und Transportwege. Hier können Sie nachlesen, welche Pflanzen und Früchte sich zum Sammeln eignen.

Wer im Winter Vögel beobachten möchte, hat natürlich große Freude an einer Futterstelle. Sie eignen sich auch besonders, um Kinder an die heimische Vogelwelt und Naturbeobachtung heranzuführen.

Weitere Informationen und Tipps gibt es in der BUND-Broschüre "Vögel im Winter" die beim BUNDladen bestellt werden kann.

Und wie war das nochmal mit der Ganzjahresfütterung?

Noch mehr als die Winterfütterung ist die Ganzjahresfütterung aus wissenschaftlicher Sicht umstritten. Da meist nur bestimmte Arten, die wenig menschenscheu sind, von der Fütterung profitieren, ziehen bedrohte, menschenscheue Arten den Kürzeren und der Beitrag zum Artenschutz ist somit fragwürdig.

Mehr zu diesem Thema gibt es in unserem Artikel Vogelfütterung – ja oder nein?

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