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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

BUND begrüßt Vorschlag der EU-Kommission für ein Aal-Fangverbot in der Ostsee

29. August 2017 | Meere

Die EU-Kommission hat in Brüssel einen Vorschlag vorgelegt, um die Fischerei auf Aal in der Ostsee komplett zu verbieten. Der europäische Aal ist eine vom Aussterben bedrohte Fischart, die innerhalb der letzten 30 Jahre einen dramatischen Bestandsrückgang erlitten hat. Die seit 2007 EU-weit verordneten Aalmanagementpläne haben bisher nicht zu einem entscheidenden Erfolg geführt. Wissenschaftler*innen haben wiederholt drastischere Maßnahmen gefordert. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt deshalb den Vorschlag der EU-Kommission und fordert die Mitgliedstaaten auf, dieses Fangverbot in ihren Gewässern zügig umzusetzen.

Der europäische Aal ist akut vom Aussterben bedroht  (Tobias Dahlin)

„Der europäische Aal ist ein fantastischer Fisch, ein Überlebender aus prähistorischen Zeiten, der die Eiszeiten überlebt hat. Die Tiere haben einen einzigartigen Lebenszyklus. Sie wandern viele 1000 Seemeilen von der Sargassosee östlich von Florida, wo sie schlüpfen, bis in europäische Süßgewässer und zurück. Der durch den Menschen forcierte Fischereidruck auf den Aal war in Kombination mit schlechten Umweltbedingungen verheerend“, erläutert BUND-Landesvorsitzende Claudia Bielfeldt die Problematik. Der Bestand sei rasch zurückgegangen und der vormals sehr verbreitete Aal inzwischen vom Aussterben bedroht. 

In einem Versuch, mehr erwachsenen Aalen die Chance zu geben, sich fortzupflanzen, schlägt die EU-Kommission nun vor, die Fischerei auf Aal in den Ostseegewässern zu stoppen. „Dies ist eine sehr gute Nachricht für den Aal und ein willkommenes und starkes Signal von der Kommission, dass mehr getan werden muss, um den Aal zu schützen“, so Bielfeldt weiter. 

„Wir riskieren es, diese Fischart direkt vor unseren Augen zu verlieren, wenn wir den Rat der Wissenschaftler weiter ignorieren. Die EU-Kommission hat mit dem Vorschlag, die Fischerei auf Aal zu stoppen, Initiative ergriffen, und damit die Chance für eine Erholung des Aalbestandes verbessert -  wenn denn die Fangverbote zügig umgesetzt werden“, erklärt Stefanie Sudhaus Meeresschutzexpertin beim BUND in Schleswig-Holstein. Der BUND unterstützt den Vorschlag der EU-Kommission explizit, fordert aber gleichzeitig, dass mehr getan werden muss. 

„Es gibt nur einen einzigen Bestand des Europäischen Aals und egal, wo und wie, jeder Aalfang muss gestoppt werden, bis der Bestand Anzeichen einer Erholung zeigt“, fordert Sudhaus weiter. Für eine erfolgreiche Bestandserholung sei außerdem neben dem Fangstopp die Durchgängigkeit von Gewässern während der Migrationsphase der Aale zwingend notwendig.„Wir fordern alle Mitgliedstaaten der EU sowie die Länder und den Bund auf, sich ernsthaft für den Schutz des Aals einzusetzen, die EU-Fischerei- und Umweltvorschriften sowie internationale Vereinbarungen einzuhalten und einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten“, so Sudhaus abschließend. 

Weitere Informationen finden sich unter hier: Der Europäische Aal.

Der vollständige Vorschlag der EU-Kommission ist hier zu finden: Aal-Fangverbot.

Kontakt:

Stefanie Sudhaus, BUND-Meereschutzexpertin
E-Mail: stefanie.sudhaus(at)bund-sh.de, Telefon 0431 66 060 52

Tobias Langguth, BUND-Referent für Naturschutz & Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail tobias.langguth(at)bund-sh.de, Telefon 0431 66 060 51, Mobil 0170 43 62 360 

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