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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Ene mene muh, wie viel Obstbäume zählst du?

06. Dezember 2016 | Streuobstwiesen, Wildbienen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e.V. startet eine landesweite Erfassung von Obstbäumen. In Schleswig-Holstein liegen derzeit keine öffentlichen Informationen zum Bestand von Streuobstwiesen vor. Dies möchte der BUND mit seinem Projekt „Mehr als nur Obst – Netzwerk Streuobstwiesen Schleswig-Holstein“ ändern.

„Die Zeit ist reif, um aktiv zu werden“, betont Projektleiterin Birte Pankau. „Alle können mitmachen und dem BUND einzelne hochstämmige Obstbäume, Obstbaum-Alleen oder Obstwiesen in Schleswig-Holstein melden“. Die erhobenen Daten werden in einem digitalen Kataster gespeichert und können auf einer interaktiven Karte im Internet von der Öffentlichkeit abgerufen werden. „Streuobstwiesen können schützenswerte Biotope in unserer Kulturlandschaft sein“, erläutert Dr. Florian Schulz vom BUND-Landesvorstand die Hintergründe des Projektes.

„Mit Hilfe dieser landesweiten Erfassung möchte der BUND die Aufmerksamkeit der Bevölkerung und der Behörden auf Streuobstwiesen und alte Obstsorten lenken“. Denn Streuobstwiesen bieten mehr als nur Obst: Mehrere tausend Tier- und Pflanzenarten besiedeln diesen einzigartigen Lebensraum. Obstwiesen haben deshalb eine herausragende Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität und beleben zudem das Landschaftsbild – auch in Norddeutschland. Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts ist bundesweit die Anzahl von Streuobstwiesen aus wirtschaftlichen Gründen und im Zuge von Siedlungsausbreitungen geschätzt um etwa 80 Prozent gesunken. Mit dem Rückgang von Streuobstwiesen sind auch alte, regionale Obstsorten in Vergessenheit geraten. Dabei zeichnen sich alte Sorten durch eine geschmackliche Vielfalt aus und sind oftmals sehr robust. Manche sind zudem für Allergiker besser verträglich als Neuzüchtungen.

Anders als in einigen anderen Bundesländern zählen Streuobstwiesen in Schleswig-Holstein nicht zu den gesetzlich geschützten Biotoptypen. Wie viele Obstflächen es in Schleswig-Holstein tatsächlich gibt und in welchem Zustand sie sich befinden, möchte das Netzwerk gemeinsam mit den BUND-Gruppen vor Ort und den Kooperationspartnern herausfinden. „Diese erstmalige Erfassung von Obstflächen im Land ist eine entscheidende Grundvoraussetzung, um weitere Schritte und Maßnahmen zur langfristigen Erhaltung dieser wertvollen Biotope in unserer Kulturlandschaft und am Rande von Siedlungen zu ergreifen“, schließt Pankau ab.

Das von der BINGO!-Umweltlotterie geförderte Projekt soll dazu beitragen, den Pflegezustand von bestehenden Streuobstwiesen zu verbessern und diese ökologisch aufzuwerten sowie die Betreuung von vorhandenen und neuen Flächen dauerhaft zu gewährleisten. Zusätzlich möchte der BUND Ehrenamtliche fortbilden sowie Bürgerinnen und Bürger mit Hilfe von Infomaterialien und Veranstaltungen, wie Kursen zum Obstbaumschnitt und zur Sensenmahd, für diese artenreichen Biotope sensibilisieren und begeistern.

Pressekontakt:
Birte Pankau, Diplom-Biologin, BUND-Landesgeschäftsstelle
Telefon: 0431 66060-40, E-Mail: birte.pankau(at)bund-sh.de

Homepage: www.netzwerk-streuobstwiesen.sh 

 

 

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