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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

BUND fordert am Tag des Artenschutzes stärkeren Einsatz für Schleswig-Holsteins bedrohte Arten und Lebensräume

02. März 2020 | Wildnis, Stadtnatur, Schmetterlinge, Naturschutz, Lebensräume

Kiel. Anlässlich des Internationalen Tag des Artenschutzes am 3. März fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. Landesverband Schleswig-Holstein (BUND) einen stärkeren Schutz für besonderes wichtige Lebensräume und für bedrohte Arten.

Schachbrettfalter  (Erk Dallmeyer / BUND / BUND )

In Deutschland ist jede dritte Tier- und Pflanzenart in ihrem Bestand bedroht, bei den Wirbeltieren sind es gar zwei von drei Arten. Von den Tagfaltern ist rund ein Fünftel der Arten vom Aussterben bedroht. Auch in Schleswig-Holstein sind viele Tierarten gefährdet oder vom Aussterben bedroht: So zum Beispiel bestimmte Fledermausarten, die possierliche Haselmaus, Bodenbrüter, wie der Kiebitz, die Uferschnepfe und vor allem diverse Insektenarten. Die Gründe dafür lassen sich vor allem auf die Intensivierung der Agrarwirtschaft, die Beeinträchtigung und Verinselung der Lebensräume und die Versiegelung von Flächen zurückführen.

„Schleswig-Holstein hat als Land zwischen zwei Meeren marine Lebensräume zu bieten, lange Küstenabschnitte mit Brutvogelpopulationen, eine kulturhistorisch verankerte Grünland-Kulisse und die verschiedenen, für Schleswig-Holstein so typischen Naturräume mit ihren ganz eigenen Böden, mit Mooren und Wasserlandschaften“, betont Ann Kristin Montano, Referentin für Naturschutz beim BUND SH. „Für diese Vielfalt an Lebensräumen trägt das nördlichste Bundesland eine besondere Verantwortung. Leider ist trotz der starken Bedrohung der Artenvielfalt immer wieder zu beobachten, dass artenschädigende Maßnahmen, ohne Rücksicht auf Verluste, beschlossen werden,“ moniert Montano. So sieht zum Beispiel die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans für Schleswig-Holstein eine starke Ausweitung von Baumaßnahmen für Siedlungs- und Verkehrsflächen auf Kosten der natürlichen Ressourcen vor. Die Belange des Arten- und Lebensraumschutzes bleiben dagegen weitgehend unverbindlich und damit unwirksam. Ausgleichsmaßnahmen bei Bauvorhaben werden immer wieder vernachlässigt und bleiben ohne Umsetzung.

Der BUND fordert nun die Landespolitik auf, nachzubessern und ihre in Planung befindliche „Strategie zum Erhalt der Biologischen Vielfalt“ zu einem wegweisenden und vor allem verbindlichen Schutzinstrument für die einzigartigen Lebensräume und Arten Schleswig-Holsteins auszubauen. Dazu gehören auch die finanzielle Absicherung der Schutzmaßnahmen im Landeshaushalt, die Einrichtung eines hauptamtlichen landesweiten Betreuungskonzepts für zu schützende Gebiete oder Arten sowie ein Biodiversitäts-Check für Gesetze, um deren Auswirkungen auf die Artenvielfalt oder sensible Lebensräume zu prüfen und zu bewerten.

Pressekontakt BUND SH: Ann Kristin Montano, Referentin für Naturschutz und Öffentlichkeitsarbeit BUND SH, annkristin.montano(at)bund-sh.de, Tel.: 0431/66060-51

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