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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

BUND kritisiert Kabinettsbeschluss des Entwurfs zur Fortschreibung des Landesentwicklungsplans Schleswig-Holstein

27. November 2018 | Lebensräume, Naturschutz, Stadtnatur

Der Entwurf einer Landesverordnung über die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans (LEP) Schleswig-Holstein ist eine klimapolitische Rolle rückwärts.

 (congerdesign (Pixabay) / Pixabay )

Kiel: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) kritisiert den Beschluss der Regierungskoalition zum heute von Innenminister Grote vorgelegten Entwurf zur Fortschreibung des LEPs Schleswig-Holstein scharf. Der LEP aus dem Jahr 2010 legt die räumliche Entwicklung von Siedlungsflächen auf 10% für kleinere Gemeinden bis 15% für größere Orte bis zum Jahr 2025 fest. Bemessungsgrundlage zur Berechnung ist der jeweilige Wohnungsbestand Ende 2012. Mit Fortschreibung des LEPs reagiert die Jamaika-Koalition auf die Forderung wachstumsstarker Gemeinden, die Kontingente zu erhöhen. Der beschlossene Entwurf zur Fortschreibung des LEPs sieht erneuten Flächenverbrauch in Höhe von 10% und 15% bis zum Jahr 2030 vor. Die Bemessungsgrundlage ist nun der Wohnungsbestand Ende 2017.

„Mit dem vorliegenden Entwurf werden gerade diejenigen Kommunen belohnt, die in den vergangenen Jahren mit ihren Flächen rumgeaast haben. Die Landesregierung gönnt ihnen einen weiteren kräftigen Schluck aus der Pulle namens Flächenfraß.“, so BUND Landesgeschäftsführer Ole Eggers. „Die Versiegelung von Flächen ist neben der Verbrennung fossiler Energieträger einer der gravierendsten Treiber der Klimakrise. Trotzdem ist der Zusammenhang zwischen Flächenfraß, verstärkter Wärmeabsorption, mangelnder Wasserneubildung sowie Verlust von Lebensräumen, Artenvielfalt und Landschaftsbild noch nicht bei allen Politikern angekommen. Vom Flächenverbrauch wegzudenken, wird noch nicht als relevante Klimapolitik erachtet."
Der Flächenverbrauch liegt in Schleswig-Holstein vor allem durch Siedlungs- und Verkehrsbaumaßnahmen bei mehr als 2,7 ha/Tag. Die prozentuale Zunahme der Flächenversiegelung in dem Land zwischen den Meeren war im letzten gemessenen Vergleichszeitraum die höchste aller Bundesländer.

„Bei nur 11% Landesfläche opfert Schleswig-Holstein jedes Jahrzehnt 1% seiner Landesfläche der Versiegelung. Flächen die der Wasserregeneration und für CO2-Bindung verloren gehen“, ergänzt die Naturschutzexpertin des BUND, Ann Kristin Montano. „Allein im vergangenen Jahrzehnt sind 94 km2 in Schleswig-Holstein von Straßen und Häusern überbaut worden. Das entspricht der Fläche der beiden Städte Rendsburg und Neumünster zusammen. Das konterkariert eklatant die klimapolitischen Regierungsziele“. Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung fordert Schleswig-Holstein aus klimapolitischen Erwägungen heraus auf, seinen Flächenverbrauch bis 2030 auf höchstens 1,3 ha/Tag zu reduzieren und bis 2050 in der Bilanz keine weiteren Flächen mehr zu versiegeln.

Pressekontakt: 

Ole Eggers, Geschäftsführer der BUND-Landesgeschäftsstelle Schleswig-Holstein Telefon: 0178/6350719, E-Mail: ole.eggers(at)bund-sh.de

Ann Kristin Montano, Referentin für Naturschutz, Telefon: 0431/66060-60 

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