BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

BUND SH: Neubau der A 20 ist Teil der zwölf unwirtschaftlichsten und unökologischsten Fernstraßenprojekte Deutschlands

09. Februar 2021 | Mobilität, Landespolitik, Flächenverbrauch

Mitten in der Klimakrise werden auch in Schleswig-Holstein noch immer neue Fernstraßen geplant. Deutschlandweit sollen bis zum Jahr 2030 weit über 1.000 Bundesfernstraßen-neubauprojekte umgesetzt werden, darunter allein 850 Kilometer neue Autobahnen. Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Landesverband Schleswig-Holstein (BUND SH) ist dies ein unhaltbarer Zustand.

Fernstraßenbau

Mit dem „Desaster im Dutzend“ präsentiert der BUND heute zwölf der unwirtschaftlichsten und unökologischsten Straßenneubauprojekte, darunter auch die geplante A 20 von Bad Segeberg bis nach Westerstede. Das Projekt ist für Schleswig-Holstein klima- und verkehrspolitisch richtungsweisend, denn mit dieser zusätzlichen Autobahn wird weiter Politik für das Auto gemacht. Das Land Schleswig-Holstein könnte mit der öffentlichen Forderung eines Verzichts zeigen, dass es – anders als die aktuelle Bundesregierung – die Weichen für eine nachhaltige Verkehrswende stellen will.

„Die A 20 ist ein Relikt verstaubter Verkehrsplanung“, sagt Kirsten Kock, Mobilitätsreferentin des BUND SH,  „Politische Entscheidungsträger*innen müssen endlich verstehen, dass es keine neuen Straßen für eine zukunftsfähige Mobilität braucht. Nur Konzepte, die Verkehr verlagern und vermindern, sind die Lösung für eine Verkehrswende.“

Allein die Verdopplung der Kosten der A 20 von Bad Segeberg bis nach Westerstede in Niedersachsen auf sieben Milliarden Euro drückt den volkswirtschaftlichen Nutzen-Kosten-Faktor von ursprünglich 1,9 auf unter 1! Damit würde das Projekt nicht mehr in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. Diese Kostensteigerung dürfte bei den anderen Fernstraßenprojekten ähnlich aussehen. Davon ist nur ein Drittel der Kosten im Bundeshaushalt abgesichert.

Der BUND fordert, dass die 2022 fällige Prüfung des aktuellen Bedarfplans dazu genutzt wird, alle Fernstraßenneubauten einem Moratorium zu unterziehen. Weiterhin fordert der BUND eine Strategische Umweltprüfung (SUP), da sich so im Nachhinein der volkswirtschaftliche und ökologische Wahnsinn einer solchen Streckenplanung zeigen würde.

Statt dauerhaft enorme Steuermittel mit dem Bau weiterer Straßen zu binden, müssen die Finanzmittel für zukunftsfähige, klimagerechte Alternativen verfügbar gemacht werden. So braucht es Geld für den Erhalt und Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Schleswig-Holstein und die Elektrifizierung des Schienennetzes. Auch der Güterverkehr muss langfristig von der Straße auf die Schiene umgelegt werden.

In der BUND-Broschüre „Desaster im Dutzend“ werden kostengünstigere, umweltschonendere und schneller umzusetzende Alternativen zum Neubau der A 20 aufgezeigt. „Wir wünschen uns, dass Ministerpräsident Daniel Günther und Verkehrsminister Bernd Buchholz erkennen, dass Planung und Bau der A 20 nicht mehr zeitgemäß sind. Stattdessen muss die Landesregierung in Berlin dafür kämpfen, dass die für den Neubau reservierten Mittel für eine echte Verkehrswende in Schleswig-Holstein umgewidmet werden. Nur so werden sich die Verkehrsprobleme mit Umwelt- und Klimaschutz vereinbar lösen lassen“, so Claudia Bielfeldt, Vorsitzende des BUND SH, abschließend.

Mehr Informationen

Die BUND-Broschüre „Desaster im Dutzend“ finden sie unter:

www.bund.net/desaster-im-dutzend

Kontakt

Kirsten Kock, Mobilitätsreferentin des BUND SH

Mobil: 0431 66060 41, kirsten.kock(at)bund-sh.de

Ole Eggers, Geschäftsführer des BUND SH

Mobil: 0178 6350719, ole.eggers(at)bund-sh.de

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