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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Mehr Platz schaffen, zum Abstand halten!

13. Mai 2020 | Klimawandel, Mobilität, Stadtnatur

BUND Schleswig-Holstein fordert, im Rahmen der Lockerungen von Ausgangsbeschränkungen den vorhandenen Raum gerechter zu verteilen

Kirsten Kock, BUND SH Mobilitätsreferentin  (BUND SH)

Kiel. Die gelockerten Ausgangsbeschränkungen in Schleswig-Holstein führen dazu, dass sich Menschen wieder mehr nach draußen, in Läden, auf Bürgersteige und in Parks begeben. Dies führt oftmals zu Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Abstandsregelung.
Aus Sicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Landesverband Schleswig-Holstein (BUND) bietet dies die Chance, jetzt den öffentlichen Raum fairer zu verteilen. Dazu fordert der BUND eine Neuausrichtung der Bau- und Mobilitätspolitik von Land und Kommunen.

„Straßen sind zurzeit oft Platzfresser, Parkplätze noch mehr. Potentiell bieten sie aber neuen Raum für den Fuß- und Radverkehr.“, verdeutlicht Kirsten Kock, Mobilitätsreferentin beim BUND Schleswig-Holstein. „Innerorts und noch mehr außerorts bekommen Autos noch einen Großteil der öffentlichen Verkehrsflächen zum Fahren und Parken zugesprochen. Wenn die Menschen jetzt angehalten werden, Abstand zu halten, muss an dieser Flächenpolitik etwas geändert werden!“
Die wenigsten Fußwege in Ortschaften sind so breit, dass man sich Corona-tauglich mit 1,5 – 2 m Abstand begegnen oder überholen kann. Sehr oft parken Pkw “legal” auf den eh schon zu schmalen Fußwegen. Legales Gehwegparken meint, dass ein ursprünglicher Fußweg dann später auch als Parkfläche genehmigt wird. Aber auch Wege mit dem Rad haben laut der TU Dresden zugenommen. 40 Prozent der Befragten steigen jetzt häufiger auf das Rad, auch um das Immunsystem zu stärken oder die Kontakte in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu meiden. Abstand halten auf schmalen Radwegen ist jedoch genauso wenig möglich wie auf zu schmalen Fußwegen.

„Der öffentliche Raum gehört uns allen. Das muss sich in einer gerechten Verteilung der Flächenanteile für alle Verkehrsteilnehmer*innen widerspiegeln. Das Corona-Virus macht deutlich, dass die bisherige Verkehrsplanung für die aktuell notwendigen Bedingungen eine vollkommen ungerechte und nicht zukunftsfähige Verteilung vorsieht.“, so Kock abschließend.

BUND-Forderungen:
- Mehr Platz für Fuß- und Radverkehr. Dazu gehören breitere Radwege sowie die Umwidmung von Straßen in Fußgänger- und Fahrradstraßenzonen.
- Dauerhaft gerechtere Flächenaufteilung im Zuge von Straßenaus- oder ggf. –neubau gewährleisten. Straßenplanung von Außen nach Innen: Erst die Bedarfe der Fußgänger, dann die der Radfahrer und öffentlichen Verkehre berückschtigen. Den verbleibenden Raum für Entsiegelung und Individualverkehr vorhalten.
- Schnell und effizient Platz für Fußgänger machen, legales Gehwegparken verbieten.
- Einführung von Parkgebühren auf allen öffentlichen Straßen und Plätzen
- Lösungen schaffen, wie grüne und ruhige Lebensqualität auch im urbanen Raum sichergestellt werden kann, um Autofahrten ins Grüne zu vermeiden.

Pressekontakt BUND SH:
Ann Kristin Montano, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Naturschutz BUND SH,
annkristin.montano(at)bund-sh.de, Tel.: 01525/3789231
Kirsten Kock, Mobilitätsreferentin BUND SH,
kirsten.kock(at)bund-sh.de, Tel.: 0431/66 060 41

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