Liebe Umweltbewegte,
beim 27. Naturschutztag Schleswig-Holstein (SH) trafen sich 700 Natur- und Umweltinteressierte in Neumünster und hörten inspirierende Berichte aus den 18 bereits bestehenden Nationalparken in Deutschland. Immer wieder ging es um die Frage, ob Schleswig-Holstein neben seinem Wattenmeer-Nationalpark ein zweites Großschutzgebiet dieser international anerkannten Kategorie in der Ostsee einrichten sollte. Bisher waren die Stimmen der Gegner dieses Projekts lauter als die der Befürworter – beim Naturschutztag war es naturgemäß umgekehrt.
Angst vor dem Unbekannten
Nicole Rönnspieß vom Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume SH, die den Naturschutztag mit ihrem Team federführend organisiert hatte, vermutete Ängste als Grund für viele Proteste. „Dabei sollten wir nicht vor einem Nationalpark Angst haben, sondern davor, dass wir es nicht schaffen, die bedrohte Ostsee effektiv zu schützen“, betonte Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt.
Nationalpark als Wirtschaftsfaktor
Die Vorträge zeigten, dass von der ersten Idee bis zur gesetzlichen und praktischen Umsetzung eines Nationalparks in der Regel mehrere Jahre vergehen, dass ab diesem Zeitpunkt aber die Zustimmung der Anwohner zu diesem Schutzgebiet steigt. Katja Just von der Hallig Hooge, Mitglied im Vergaberat des Nationalparkpartner-Programms an der Westküste, und Frank Ketter vom Nordsee Tourismus Service berichteten, dass ein Nationalpark zum Geschäftsmodell werden kann, weil er Natur-Interessierte anlockt.
Bewahren einzigartiger Naturlandschaften
Laut Prof. Hubert Job von der Universität Würzburg leben allein in Deutschland 85.000 Menschen vom Nationalpark-Tourismus. Er erinnerte auch daran, dass das Ziel eines Nationalparks im Bewahren einzigartiger Naturlandschaften für nachfolgende Generationen besteht. Genau von dieser Idee ließ sich der noch junge Staat USA leiten, als er 1872 mit Yellowstone den ersten Nationalpark der Welt einrichtete. Er sicherte das Überleben der letzten Präriebisons.
Effektiver Schutz durch zentrale Verwaltung
In der Ostsee soll es zwar nicht um Bisons, aber um Schweinswale, Fische, Seegraswiesen, Muschelbänke und andere schützenswerte Tiere, Pflanzen und Lebensgemeinschaften gehen. „Die Managementpläne der bisherigen Schutzgebiete sind ein Stückwerk. Hier kann eine zentrale Nationalparkverwaltung viel effektiver wirken“, sagte Stefanie Sudhaus, Meeresschutzexpertin des BUND SH, in der abschließenden Podiumsdiskussion.
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Herzliche Grüße
Sina Clorius, Knud Sauerwald und Maike Bannick