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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Auf Luftballons verzichten!

Immer noch und immer wieder gibt es sie: die als „Highlight“ beschriebenen Aktionen, bei denen manchmal hunderte Luftballons in den Himmel steigen.

Der BUND fordert alle Akteure auf, auf Gasluftballon-Aktionen zu verzichten.

Straßenmalerei  ( pixabay )

Luftballons sind im Alltag weit verbreitet: ob im privaten Bereich bei Partys und Hochzeiten oder aber in der Öffentlichkeit, dort vor allem als beliebter Werbeträger. Sie werden Passant*innen und Kindern in die Hände gedrückt oder steigen in großen Mengen bei Veranstaltungen in den Himmel auf. Doch früher oder später landen die Ballons nach ihrem Flug in der freien Natur und auch im Wasser. Und egal ob im Wasser oder an Land, ob als ganzer Ballon oder explodiert und erodiert als kleine Fetzen, ob mit oder ohne Schnur: dort stellen sie eine erhebliche Gefahr für die Tierwelt dar:

Nach einer Bewertung der Ocean Conservancy auf Grundlage der Auswertung der Müllsammelaktionen am International Coastal Cleanup Day, nehmen Luftballons Platz 3 des tödlichsten Meeresmülls ein, nur noch getoppt von Plastiktüten und Fischernetzen. Die Tiere strangulieren sich an den Schnüren oder verwechseln die Ballons und ihre Reste mit Futter und fressen sie. Einmal im Magen verstopfen sie diesen und führen zum Hungertod.

Oft wird als Argument angeführt, es würden nur Ballons aus Naturlatex verwendet, welches biologisch abbaubar ist. Gerne wird der Vergleich mit einem Eichenblatt herangezogen: Ein Naturlatex-Ballon würde genauso schnell zerfallen wie ein Eichenblatt. Doch wer sich auskennt weiß, dass dieser Vergleich von der Industrie aus gutem Grund gewählt wurde: Eichenlaub ist sehr langlebig und zersetzt sich nur langsam. So wird ein Latex-Ballon an Land nach 8-10 Wochen brüchig, im Wasser bleibt er sogar mehr als 5 Monate weich und flexibel. Sowohl an Land als auch im Wasser verbleibt also mehr als genug Zeit, um den Weg in die Mägen von Tieren zu finden oder eine Falle für Tiere darzustellen, die sich in den Resten und an den Schnüren verheddern und strangulieren. Und selbst wenn die Ballons aus Latex sind, bestehen die Schnüre meist nicht aus biologisch abbaubarem Material.

Luftballons enthalten außerdem verschiedene giftige Stoffe wie Weichmacher und bei der Produktion entstehen krebserregende Nitrosamide. Diese Stoffe gelangen in die Umwelt oder direkt in den Menschen, da die Ballons oft mit dem Mund aufgeblasen werden.

So schön sie für einen Augenblick auch sein mögen, am Ende sind Luftballons eine tödliche Gefahr.

Der BUND ruft daher dazu auf, sich an solchen Aktionen nicht zu beteiligen und fordert alle Akteure auf, auf Gasluftballon-Aktionen zu verzichten.

Sie suchen eine Alternative? Wie wäre es mit Kreidebildern, Riesenseifenblasen oder einem Bändertanz? Oder als bleibende Erinnerung einfach mal einen Baum pflanzen?

Ihre Ansprechpartnerin

Stefanie Sudhaus

Meeresschutz & Projektleitung UNDINE II
E-Mail schreiben Tel.: 0431 66 060-52

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