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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Fehmarnbelt-Querung

Wo Prestige über Umweltschutz und Vernunft regiert

Wo heute noch Fähren die Verbindung zwischen Puttgarden in Deutschland und Rødby in Dänemark herstellen, soll nach dem Willen der beiden Regierungen ab 2021 eine feste Querung die beiden Länder verknüpfen und den Güter- und Personenverkehr übernehmen.  Am 14. Januar 2010 trat der Vertrag für das 5,6 Milliarden Euro teure deutsch-dänische Prestigeprojekt in Kraft. 

Die enormen Umweltauswirkungen, die hohen Kosten und auch die Störung des Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebietes Fehmarnbelt werden trotz des Widerstands der Fehmaraner Bevölkerung und sämtlicher Umweltschutz-Organisationen inclusive des BUND  in Kauf genommen. Dabei ist selbst der ökonomische Nutzen stark umstritten.

Ursprünglich war eine Brücke angedacht, doch mittlerweile haben sich die Planungen auf einen Absenktunnel festgelegt. Für die 18 Kilometer lange Strecke sollen 89 Tunnelelemente mit je 217 Metern Länge in einen zuvor am Meeresgrund ausgehobenen Graben verlegt werden. 

Dass für den Bau auf der gesamten Länge der Meeresboden abgetragen werden muss und damit einzigartige Lebensräume zerstört werden, die auch nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in diesem Gebiet geschützt sind, scheint die Verantwortlichen nicht zu stören. 596 Arten wurden bisher hier festgestellt, 81 davon stehen auf der „Roten Liste“. Und sie sind nicht nur durch direkte Baggerarbeiten betroffen: aufgewirbeltes Sediment stört durch die starken Strömungen noch weit entfernte Riffe und Sandbänke und abgelagerte Schad- und Nährstoffe werden erneut gelöst. Der Baulärm wird erhebliche Auswirkungen auf das sensible Gehör und die Kommunikation der Schweinswale haben.

Zudem könnte ein Absenktunnel Auswirkungen auf den Einstrom von sauerstoffreichem Nordseewasser in die zentrale Ostsee haben, denn aufgrund seines Gewichts fließt es am Meeresgrund entlang. Würde der Einstrom von sauerstoffreichem Wasser gestört, hätte dies eine wesentliche Verschlechterung der Sauerstoffversorgung in weiten Teilen der Ostsee zur Folge – was sich beispielsweise auch auf den Nachwuchs von Fischbeständen wie des Dorsches auswirken kann.

Ein Umdenken beim Bau der verkehrspolitisch unsinnigen und umweltpolitisch nicht vertretbaren Fehmarnbeltquerung ist dringend erforderlich. Der BUND schlägt alternativ den Ausbau bestehender Verkehrswege, die Instandsetzung der Bahnverbindungen und ein optimiertes Fährkonzept vor.

Mittlerweile haben der BUND-LV Schleswig-Holstein im Rahmen des Aktionsbündnisses gegen eine feste Fehmarnbelt-Querung sowie der BUND-LV Mecklenburg-Vorpommern eine Stellungnahme gegen die Planfeststellung eingereicht. Die umfangreichen Werke sind auf Nachfrage beim Landesverband erhältlich: bund-sh(at)bund-sh.de

Der BUND-LV Schleswig-Holstein ruft zudem alle Unterwasserfilmer und -fotografen auf, im Gebiet der geplanten Trasse sowie je 10 Kilometer westlich und östlich davon bedrohte Arten und Habitate (wie dauerhaft überspülte Sandbänke und Riffe) zu dokumentieren und Bildbelege und genaue Angaben an den Landesverband zu schicken. Eine Tabelle, die wir gerne zusenden, soll einen Überblick über im Fehmarnbelt möglicherweise anzutreffende Arten geben, sowie über typische Bewohner der beiden oben genannten Lebensraumtypen. Wir hoffen auf eure Mithilfe, um die geplante Querung zu verhindern! 

Ihre Ansprechpartnerin

Stefanie Sudhaus

Meeresschutz & Projektleitung UNDINE II
E-Mail schreiben Tel.: 0431 66 060-52

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