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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Das Dilemma mit dem Fisch

04. Dezember 2019

Am 30. Oktober 2019 beschlossen die EU Fischerei- und Agrarminister die Fanquoten für die Ostsee für das kommende Jahr. Danach hagelte Kritik es von allen Seiten. Sowohl Umweltverbände als auch die Wirtschaft bemängeln eine falsche Einschätzung der Lage um die Ostsee.

Es ist bekannt, dass die Ostsee schwer zu kämpfen hat. Die Fischbestände leiden unter massiver Überfischung und schädlichen Umwelteinflüssen. Viele Populationen stehen vor dem Kollaps. Gerade die östlichen Dorschbestände sind kurz vor dem Zusammenbruch. Viel zu lange haben die Fischereiminister der EU die Ratschläge des ICES (Internationaler Rat für Meeresforschung) und des wissenschaftlichen Beirat der EU ignoriert und sich der Fischereilobby gebeugt.

Die gravierenden Folgen

Die verfehlte Fischereipolitik, der letzten Jahrzehnte, hat nicht nur ökologische Folgen. Sie wirkt sich auch sozial und ökonomisch aus, denn funktionierende maritime Ökosysteme sind lebensnotwendig für uns. Wir sind auf den besten Weg diese Lebensgrundlage zu vernichten. Um die Bestände zukünftig nachhaltig zu schützen, sind radikale Umbrüche in der Fischereiwirtschaft nötig. Das wird zur Folge haben, dass viele der 428 registrierten Fischereibetriebe an der deutschen Ostseeküste wirtschaftlich nicht mehr bestehen können. Die Fangflotte von Deutschland und der EU hat heute schon enorme Überkapazitäten. Eine nachhaltige und angepasste Fangquote wird nur für erheblich weniger Fischereibetriebe für ein auskömmliches Wirtschaften reichen. Doch Kompromisse und wirtschaftliche Verluste in der Region sind unumgänglich, um die Bevölkerung auch in Zukunft mit gesunden Beständen zu versorgen.

Düsteres Zukunftsszenario

Es bahnt sich ein Fiasko an: Der Zustand vieler Arten ist fatal. Solange die Nährstoffeinträge sowie die Auswirkungen durch den Klimawandel nicht drastisch gesenkt werden und die Bundeswehr weiter in Naturschutzgebieten Kriegsgerät in die Luft sprengt, wird sich auch nichts ändern. Die meisten Fischbestände werden in den nächsten Jahren völlig zusammenbrechen. Das soziale, wirtschaftliche und ökologische Desaster welches dann folgen wird, ist nicht mit den Auswirkungen von konsequentem Schutz und künftig nachhaltigerer Fischerei zu vergleichen.

Stark bedrohte Fischarten schützen

Die Quoten für die Ostseebestände des Jahres 2020 sind noch lange nicht konsequent genug reduziert, um die Fehler aus den vergangenen Jahren und die Auswirkungen des Klimawandels zu kompensieren. Um bestandsschützende Maßnahmen zu treffen muss es strikte Fangverbote für den gesamten Ostseedorsch geben und zusätzlich geringere Quoten für Hering und Sprotte, denn alle diese „Brotfischarten“ leiden unter massiven Rückgang.

Der BUND setzt sich daher auf Landesebene für eine Fischereiwirtschaft ein, die kleinen Fischern das Überleben sichert und die Bestände der Fischarten in Nord- und Ostsee nachhaltig schützt.

 

 

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