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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Unsere Städte haben Fieber

05. Juli 2019 | Klimawandel, Mobilität, Landespolitik

Verbrenner-Motoren heizen den Städten gleich dreifach ein: durch den Treibhauseffekt des CO2-Ausstoßes, durch die Flächenversieglung von Fahrbahnen und Parkplätzen und zusätzlich noch durch die Heizwirkung der Motoren

Autos an den Haken und raus aus den Innenstädten! Falschparker am Parkingday. (Foto: Sophia Grothkopp)

Droht ein erneuter Hitzesommer? Der Juni 2019 war wieder viel zu heiß. Insbesondere im Süden Deutschlands fieberten die Menschen bei bis zu 39,6° C. In der Region Hannover wurde Ende Juni für 100.000 Einwohner das Wasser knapp. Einen historischen Rekord hat dieser Juni 2019 schon gebrochen: Es war der wärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen!

Städte erhitzen sich gegenüber dem grünen Umland im Sommer um mehrere Grad, was man auf dem Fahrrad am besten spürt. Städte haben mehr befestigte und dunkle Flächen sowie Gebäude, die sich leicht aufheizen und dann wie ein Ofenstein die Hitze lange halten. Eine Abkühlung durch wasserverdunstende Pflanzen erfolgt dagegen deutlich weniger als im Umland.

Flächen-Gerechtigkeit

Für Berlin hat ein Studierenden-Projekt der Best-Sabel-Hochschule errechnet, dass dort zehnmal mehr Fläche für den Autoverkehr zur Verfügung steht als für Spielplätze. Dabei sind 19 Prozent der öffentlichen Verkehrsfläche parkenden Autos vorbehalten. Oder anders gesagt: Ein Fünftel der Stadtfläche ist Parkplatz! Und das in Berlin - der Stadt mit dem geringsten Autobesitz pro Haushalt in Deutschland. In Kiel sind sogar unglaubliche 48 Prozent der versiegelten Fläche Parkplätze! Zum Flächen-Gerechtigkeits-Report

Heizquelle Autoverkehr

Autos mit Verbrennungsmotoren heizen nicht nur indirekt durch ihre riesige Platzinanspruchnahme von Straßen und Parkflächen die Städte ordentlich auf. Sie selbst sind auch noch kleine zusätzliche Heizquellen. Wir haben mal grob geschätzt: Die Autos in Kiel erzeugen mit 64 Mega-Watt ein Drittel der Wärmeleistung des neuen Kieler Wärmekraftwerkes (190 MW). Die Berechnung basiert auf Angaben der SrV Dresden 2013) und einer angenommenen Kfz-Fahrleistungen von 2,14 Millionen Kilometern pro Tag in Kiel. Der Kfz-Verkehr heizt wie ein Wärmekraftwerk auch in den heißen Sommermonaten weiter mächtig mit an. Die Wirkung der Sonneneinstrahlung – wir haben für Kiel eine mittlere Strahlungsleistung von 14,4 Giga-Watt angesetzt – verstärkt diesen Effekt durch den hohen Versiegelungsgrad durch Straßen in den Städten um ein Vielfaches. Die dunklen asphaltierten Flächen heizen sich stark auf.

Klimaanpassung in den Städten

Neben den allgemein bekannten „Nebenwirkungen“ der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor wie Lärm und Luftschadstoffe, tragen sie dreifach zur Erhitzung der Städte bei: Durch die Treibhausgaseffekte der CO2-Ausstöße, durch die riesige Flächeninanspruchnahme und durch die eigene Wärmeproduktion. Die einzig wirksame Lösung ist daher:

  • Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren müssen raus aus den Städten. Die Zahl der Pkw und der Parkplätze in den Städten muss drastisch reduziert werden
  • Es braucht Parks statt Parkplätze. Der Erhitzung der Städte muss durch Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen entgegenwirkt werden

 

Es reicht - selbst tätig werden:

Schnauze voll von Dieselluft und Betonwüste? Mitmachen im Arbeitskreis Mobilität: kirsten.kock(at)bund-sh.de

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