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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Fernstraßenbau am Ende?

Fernstraßenbau  (D. Jansen)

Klamme Staatskassen und Rückstände beim Erhalt der Verkehrsinfrastruktur lassen den Neubau von Fernstraßen immer fragwürdiger erscheinen. Wollte man allein nur die zwei großen Prestigeobjekte Schleswig-Holsteins, die Fertigstellung der A 20 sowie die Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbelt-Querung, in einem angemessenen Zeitrahmen realisieren, wären damit über Jahre hinweg bereits die gesamten für Schleswig-Holstein zur Verfügung stehenden Investitionsmittel verbraucht.
Daher fordert der BUND schon lange: Erhalt vor Neu- und Ausbau bei Landes- und Bundesstraßen sowie Autobahnen!
Das Geld muss sinnvoll für den Erhalt und die Optimierung des gesamten Verkehrsnetzes eingesetzt werden. Nur so lassen sich die Ziele der CO2-Einsparung und der Erhaltung der Artenvielfalt durch Wiedervernetzung auch wirklich umsetzen.

BUND-Initiative für effiziente und umweltgerechte Fernstraßeninvestitionen in Schleswig-Holstein

Naturzerstörer und Schuldentreiber Fernstraßenbau

Die bundesweit geführten Diskussionen um die Sinnhaftigkeit und Finanzierbarkeit von Großprojekten wie etwa Feste Fehmarnbelt-Querung (FFBQ) haben gezeigt, dass das vom BUND seit Jahren geforderte Umdenken bei Umfang und Verteilung von Investitions- und Erhaltungsmitteln im Verkehrsinfrastrukturbereich erst langsam bei den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft angekommen ist.

Projekte wie die A 20 oder die Fehmarnsundbrücke geben Anlass zur Sorge, wie solche fragwürdigen Großprojekte in Zeiten klammer Staatskassen noch finanziert, geschweige denn von den kommenden Generationen überhaupt noch erhalten werden können. Davon einmal abgesehen verursachen solche Projekte große Umweltschäden, die zusätzlich mit enormem Finanzierungsaufwand gemildert oder ausgeglichen werden müssen.

Kein Spielraum für weiteren Straßenbau

Schleswig-Holstein erhält jedes Jahr rund 136 Mio. Euro jährlich vom Bund für Neubau und Erhalt von Bundesfernstraßen. Dieses Geld fließt derzeit viel zu häufig in politisch gewollte Neubauprojekte, deren Nutzen höchst fragwürdig ist und deren ökologisch negative Folgewirkungen nicht abzusehen sind. Der BUND hat errechnet, dass bis 2015 allein zur Fertigstellung laufender Projekte und zum dringend notwendigen Erhalt des Bestandsnetzes jährlich über 130 Mio. Euro notwendig sind. Zusammen mit den sinnvollen Investitionen in das Verkehrsmanagement und den zwingend notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung des Bundesprogramm "Wiedervernetzung von Lebensräumen (Grünbrückenbau)" sind die zur Verfügung stehenden Mittel bereits voll ausgeschöpft und lassen keinen Spielraum für konzeptlose und realitätsferne Verkehrsinvestitionen.

Vorrang für Optimierung und Konsolidierung des Verkehrsnetzes

Das politische Wunschzetteldenken und der Traum von unsinnigen Großprojekten, die der Bevölkerung und der Natur mehr schaden als nützen, muss angesichts fortschreitender Umweltzerstörung und knapper Kassen endgültig beendet werden.

An deren Stelle müssen ganzheitliche Konzepte zur Optimierung und Konsolidierung des Verkehrsnetzes in Schleswig-Holstein treten. Der BUND Schleswig-Holstein hat daher durch seinen Arbeitskreis Verkehr umfangreiche Hintergrundinformationen zu diesem Thema erarbeitet. In seinem Hintergrundpapier (1,2 MB PDF) für eine effiziente und umweltgerechtere Fernstraßeninvestitionspolitik für Schleswig-Holstein hat der BUND Schleswig-Holstein klare, realistische und ökologische Prioritäten erarbeitet.    

•    Förderung des Erhalts vor dem Neubau von Bundesfernstraßen
•    Qualifizierte Beendigung laufender und unabwendbarer Baumaßnahmen
•    Netzoptimierung durch Ausbau statt Neubau
•    Nutzung des Bestandsnetzes durch verbessertes Verkehrsmanagement
•    Ersatzlose Streichung nicht finanzierbarer Wunschprojekte
      Streichliste BUND SH (63 KB, PDF)
•    Stärkung des Nord-Süd-Korridors durch effizienten Mitteleinsatz im Schienenverkehr
•    Bau von Grünbrücken und Querungshilfen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen

Diese führen insgesamt zum qualifizierten Abschluss des Fernstraßenbaus in Schleswig-Holstein und fördern gleichzeitig den dringend notwendigen Substanzerhalt sowie die optimierte Nutzung bzw. ökologische Durchlässigkeit des Bestandsnetzes.

Übersicht über die wichtigsten Verkehrsprojekte in Schleswig-Holstein

Hier haben wir für Sie die kritischen Projekte in einer Internetkarte dargestellt. Klicken Sie auf einen Straßenabschnitt oder ein Symbol um mehr zu erfahren. 

Ihre Ansprechpartnerin

Kirsten Kock

Mobilitätsreferentin
E-Mail schreiben Tel.: 0431 66 060-41

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