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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Keine Laubbläser in Gärten und Parks

07. November 2016 | Stadtnatur, Naturschutz

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein appelliert an Bürger*innen und Kommunen im Sinne des Naturschutzes möglichst keine Laubbläser und Laubsauger einzusetzen. Sollte ein Einsatz unbedingt notwendig sein, sollten aus Gründen des Lärmschutzes und der Luftqualität bevorzugt akkubetriebene Geräte verwendet werden.

„Kaum fällt im Herbst das Laub von den Bäumen, lärmen sie wieder in Parks und Gärten: die Laubsauger oder -bläser. Doch diese Gartengeräte stören den Naturhaushalt und belasten durch Lärm, Schadstoffe und unnötigen Energieverbrauch die Umwelt und Gesundheit von Mensch und Tier“, erläutert Diplom-Biologin Birte Pankau vom BUND-Landesverband. „Laub ist kein Abfall, sondern eine hervorragende Einrichtung der Natur im Nährstoffkreislauf“, so Pankau weiter. Laut BUND beeinträchtigen Laubsauger und Laubbläser mit orkanartigen Luftgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde die Bodenbiologie, indem wichtige Kleinlebewesen wie Käfer und Spinnen zusammen mit dem welken Laub radikal entfernt würden.

„Durch die intensive Entfernung des Laubes wird der Boden seiner schützenden Deckschicht beraubt, die ihn vor Austrocknung und bei extremer Kälte schütze. Zudem fehlt im Frühjahr der aus verrottetem Laub gebildete Humus als natürlicher Dünger“, erklärt Birte Pankau den Nutzen einer Laubschicht.

„Die Geräte versprechen zwar eine Arbeitserleichterung im herbstlichen Garten, indem Laub weggeblasen oder aufgesaugt und teilweise noch zerkleinert wird. Durch die elektrische Beseitigung von Laub kostet der Betrieb allerdings Kraftstoff. Benutzer und Nachbarn werden mit einem Geräuschpegel von über 100 Dezibel ähnlich wie mit einem Presslufthammer belästigt“, ergänzt Tobias Langguth, BUND-Naturschutzreferent in Schleswig-Holstein. „Am besten ist es, Laub nicht zu entfernen, sondern als Frostschutz unter Bäumen, Hecken und Sträuchern zu verteilen. In abgelegenen Garten- oder Parkecken können aufgeschichtete Laubhaufen als Überwinterungsquartier für viele Tiere, wie Igel und Schmetterlingsraupen, angelegt werden. Dies fördert die Artenvielfalt und Schönheit im Garten“, so Langguth weiter.

Wenn Wege oder Parkplätze aus Sicherheitsgründen von Laub befreit werden müssten, so sollten Gartenbesitzer und Kommunen auf altbewährte Geräte wie Besen, Harke und Rechen zurückgreifen, empfiehlt der BUND. „Falls ein Laubbläser als wirklich unverzichtbar eingeschätzt wird, dann sollte man wenigstens auf eine elektrische, mit Ökostrom betriebene Variante setzen: Der Klimaschutz und die Luftqualität werden es einem danken – dies gilt insbesondere für den verbreiteten Einsatz in öffentlichen Parkanlagen“, appelliert Langguth abschließend.

Pressekontakt:
Tobias Langguth, Dipl.-Biol., BUND-Naturschutzreferent
Tel.: 0431 66 060 51, Mobil: 0170 43 62 360, E-Mail: tobias.langguth(at)bund-sh.de   

Birte Pankau, Dipl.-Biol., BUND-Expertin für kommunalen Naturschutz
Tel.: 0431 66 060 40, E-Mail: birte.pankau(at)bund-sh.de   

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