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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

„Stubenarrest“ für Katzen zur Vogelbrutzeit

08. März 2013 | Naturschutz, Stadtnatur

Der BUND Schleswig-Holstein appelliert an Besitzer von Hauskatzen, in den kommenden Monaten besonders Rücksicht auf unsere heimische Vogelwelt zu nehmen. Der Frühling steht vor der Tür und damit die Zeit des Brütens und der Aufzucht des Vogelnachwuchses. Durch die große Zahl von Hauskatzen in Städten besteht eine unnatürlich hohe Dichte von Beutegreifern und ein entsprechend hoher Druck auf Kleinvögel. Gleichzeitig verringern sich in der Stadt die Rückzugsmöglichkeiten für viele Vogelarten.

Katzenhalter sollten  ihre „Stubentiger“ jetzt unter besondere Aufsicht stellen und sie nicht unbeaufsichtigt außerhalb des Hauses laufen lassen. Dies gilt besonders während der Morgen- und Abenddämmerung. In dieser Zeit sind die Vögel am aktivsten. „Auch gefütterte herumstreunende Katzen können der Vogelwelt und anderen Jungtieren wie Hasen und Fröschen lebensgefährlich werden“, warnt Diplom-Biologin Birte Pankau vom BUND-Landesverband. „Der Hunger- und Jagdtrieb funktioniert bei Katzen unabhängig voneinander.“

Der BUND rät dringend ab, den Katzen ein bimmelndes Glöckchen um den Hals zu hängen. Noch nicht flugfähigen Jungvögeln nützt dies nichts, stellt jedoch für die empfindlichen Katzenohren eine Qual dar. Lauernde Katzen lassen sich im Garten mit einem Spritzer aus der Wasserpistole schmerzlos verscheuchen. Zudem kann der Zugang zu Nistplätzen erschwert werden, indem sie so angebracht werden, dass Katzen keinen Zugang haben.

Darüber hinaus unterstützt eine naturnahe Gartengestaltung die heimische Vogelwelt: Wenn genügend Nahrung, Nistmöglichkeiten und Verstecke vorhanden sind, können sich die Vögel erfolgreich fortpflanzen und Verluste durch Beutegreifer, einschließlich der Katzen, meist gut verkraften.
Singvögel zählen nach Haus- und Feldmäusen mit immerhin gut 20 Prozent zum Beutespektrum der Katzen. Durch freilaufende und ausgesetzte Katzen liegt die Wildpopulation in Deutschland nach Schätzungen etwa bei 2 Millionen Tieren. Bei Katzen, die ausschließlich oder überwiegend außerhalb des Hauses gehalten werden, sollte eine Kastration bzw. Sterilisation erfolgen, um einem weiteren Wachstum der Wildpopulation von Hauskatzen entgegenzuwirken.

Wer sich aktiv am Artenschutz beteiligen und einen Nistkasten aufstellen will, dem steht der BUND mit Rat und Tat zur Seite. 

Für Rückfragen: Diplom-Biologin Birte Pankau, Tel. 0431/ 66060-40

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