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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Friedhöfe

Friedhöfe verbessern als grüne Inseln inmitten von Beton- und Siedlungswüsten das Stadtklima und dienen der Naherholung und der Begegnung mit der Natur.

Friedhöfe sind zentrale Orte der Trauer und unverzichtbare Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen. Hier finden Säugetiere wie Eichhörnchen, Fledermäuse oder Igel sowie zahlreiche Vogelarten und Insekten ein Zuhause. Oft weisen Begräbnisstätten in Deutschland einen schönen, alten Baumbestand auf. Dadurch verbessern Friedhöfe als grüne Inseln inmitten von Beton- und Siedlungswüsten das Stadtklima und dienen der Naherholung und der Begegnung mit der Natur.

Unser Faltblatt fasst die wichtigsten Tipps zur naturnahen Gestaltung und Pflege von Friedhöfen für Sie zusammen.

Naturnahe Grabgestaltung

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Verzicht auf Pestizide

Chemisch-synthetische Mittel zur Abwehr von „Unkraut und Ungeziefer“ sollten auf Friedhöfen keine Anwendung finden. Meist werden sie aus übertriebener Ordnungsliebe verwendet. Ein verändertes „Schönheitsideal“ mit mehr Toleranz für Wildwuchs kann den Einsatz von Pestiziden gänzlich überflüssig machen. Denn Pestizide töten nicht nur die Zielarten, sondern auch andere nützliche und teilweise bedrohte Organismen und gefährden so die biologische Vielfalt. Alternativen zum Gifteinsatz sind mechanische Verfahren wie Mähen, Handarbeit oder Wildkrautbürstenmaschinen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Pestiziden. 

Torffreie Erde

Auf den Einsatz von torfhaltiger Blumenerde sollte komplett verzichtet werden. Die Torfgewinnung vernichtet Moore und mit ihnen viele seltene Pflanzen und Kleintiere. Moore sind nicht nur Lebensraum für Arten wie den Sonnentau, sie speichern auch das Klimagas Kohlendioxid und tragen so zum Klimaschutz bei. Hier finden Sie weitere Informationen zum torffreien Gärtnern. 

Rasen oder Wiese?

Großflächige Rasenflächen auf Friedhöfen können an geeigneten Stellen in Wiesen umgewandelt werden. Dies spart Zeit und Geld in der Pflege und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz. Nur ein bis zwei Mal jährlich gemähte Wiesen bieten ein buntes Bild für Friedhofsbesucher. Gleichzeitig sind sie ein vielfältiger Lebensraum für zahlreiche vor allem wirbellose Tiere, wie Bienen oder Schmetterlinge. 

Geeignete Pflanzen

Zur naturnahen Grabgestaltung eignen sich beispielsweise folgende Pflanzen:

Gehölze und Sträucher: Eibe, Eberesche, Gewöhnlicher Liguster, Hainbuche, Haselnuss, Holunder, Schlehe, Stechpalme, Vogel-Kirsche, Weißdorn

Bodendecker: Besenheide, Efeu, Immergrün, Kriechender Günsel, Mauerpfeffer, Waldmeister

Stauden und Kräuter: Aster, Glockenblume, Lavendel, Thymian, Veilchen

Zwiebelgewächse: Märzbecher, Herbstzeitlose, Krokus, Schneeglöckchen, Wildtulpe, Zweiblättriger Blaustern 

Auf dem Friedhof Ahrensburg können Menschen sogar auf einer artenreichen Wildblumenwiese inmitten von Mohn, Spitzwegerich, Margerite, Rosen-Malve, Wundklee, Salbei und Königskerze ihre letzte Ruhe finden.

In Schleswig-Holstein aber auch bundesweit werden künftig aufgrund sich ändernder Bestattungsvorlieben und -formen tendenziell immer mehr Flächen auf Friedhöfen frei, die wie in Ahrensburg Raum für die Natur und die Artenvielfalt lassen würden. 

Infrastruktur

Besonders auf alten Friedhöfen lassen sich unbefestigte Wege und überwucherte Grabsteine finden. (Pixabay)

Unbefestigte Wege

Der Boden ist Lebensraum von zahlreichen Organismen, die für die Erhaltung seiner Funktionen sorgen. Auf Friedhöfen sollte auf befestigte Wege verzichtet werden, da die Flächenversiegelung wichtige Funktionen des Bodens außer Kraft setzt. Dazu zählt beispielsweise die Filter- und Pufferwirkung des Bodens.

Grabsteine

Sofern es die jeweilige Friedhofsordnung zulässt, sind Natursteine aus der Region mit rauher Oberfläche als Grabmal zu bevorzugen. Überlässt man den Stein sich selbst, siedeln sich mit der Zeit Moose und Flechten an. Einige Arten sind vom Aussterben bedroht. Gleichzeitig bieten sie Kleinstlebewesen wie Schnecken, Spinnen und Insekten Lebensraum. 

Vermeidung von (Plastik-)Müll

Auf Friedhöfen entsteht durch weggeworfene Töpfe, Verpackungsmaterialien und alte Trauergebinde oftmals eine Menge (Plastik-)Müll, der unsere Umwelt belastet. Kränze und Gestecke enthalten oft Kunststoffe, die zwar kaum sichtbar sind, später aber zum schwierigen Entsorgungsproblem werden. Es gibt jedoch kompostierbare Alternativen.

Sofern durch die Friedhofsordnung gestattet, kann man auf Dauergrablichter aus Glas und Straußhalter aus Ton zurückgreifen. Diese sind umweltfreundlicher und stabiler als Kunststoffprodukte.

Weitere Informationen zur Gefahr durch Plastik für Umwelt und Menschen finden Sie beim BUND-Bundesverband:

Achtung Plastik

Ihre Ansprechpartnerin

Ann Kristin Montano

Netzwerk Streuobstwiesen
E-Mail schreiben Tel.: 0431 66 060-40

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