VielFALTERleben - Gärten gemeinsam gestalten

Projekt des BUND SH zur schmetterlingsfreundlichen Gartengestaltung

Über das Projekt

Mittlerer Weinschwärmer (Illustration: Lisa Pannek)

Du möchtest mit deinem Garten zum Schutz der Schmetterlinge beitragen? Du möchtest wissen, welche Pflanzen den Faltern und Raupen als Nahrung dienen? Dann bist du hier genau richtig!

Das Projekt VielFALTERleben unterstützt dich mit Workshops und Infomaterialien dabei, deinen Garten Schritt für Schritt in einen Rastplatz für Schmetterlinge zu verwandeln und damit einen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt zu leisten. Und das Beste: Es macht Spaß und bereits einfache Schritte zeigen große Wirkung! 

Praxisworkshops

Im Frühjahr und Herbst bieten wir an verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein Workshops zum Thema „Ein Garten für Schmetterlinge bei Tag und Nacht“ an. Hier tauchst du gemeinsam mit uns in die faszinierende Welt der Schmetterlinge ein und erfährst, welche Schmetterlinge du in deinem Garten finden kannst, welche Ansprüche Falter und Raupen haben und wie du diese Ansprüche mit einfachen und pflegeleichten Maßnahmen in deinem Garten erfüllen kannst – von wilden Ecken über blühende Staudenbeete bis hin zu schmetterlingsfreundlicher Beleuchtung. Beleuchtung? Genau! Denn wir werfen nicht nur einen Blick auf die Tagfalter, sondern erkunden auch die geheimnisvolle Welt der Nachtfalter.

Ein besonderes Highlight: Nach der Einführung werden wir selbst im Garten aktiv und legen gemeinsam ein schmetterlingsfreundliches Wildstaudenbeet an. So nimmst du neben einer Menge Anregungen auch praktische Tipps für deinen eigenen Garten oder Balkon mit nach Hause. 

Der Workshop ist kostenfrei und für alle offen. Du brauchst nur wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk mitbringen – alles andere stellen wir. 

Aktuelle Workshop-Termine

20.05. 15:00-18:00 Kirchengemeindehaus in Westensee (ausgebucht)
27.05. 17:00-20:00 Fossi Haus in Norderstedt (Anmeldung über VHS)
12.06. 16:00-19:00 Ehemalige Synagoge in Friedrichstadt

Anmeldung Workshop

Die genaue Adresse des Treffpunkts und weitere Informationen zu den einzelnen Workshops bekommst du dann per Mail. Du hast vorab Fragen? Dann schicke mir deine Fragen an vielfalterleben@bund-sh.de.

Du bist in einem Kleingartenverein, einer kirchlichen Organisation oder in der Gemeinde in Schleswig-Holstein aktiv und ihr habt Interesse an einem Workshop bei euch? Dann freue ich mich über eine Anfrage an vielfalterleben@bund-sh.de.

Begleitende Materialien

Du möchtest noch mehr erfahren? Begleitend zu den Workshops bringen wir regelmäßig Materialien für dich zuhause raus. Besonders hervorheben möchten wir die umfangreiche Broschüre „Ein Garten für Schmetterlinge bei Tag und Nacht“, in der du alles Wissenswerte über Schmetterlinge und ihre Ansprüche, die Auswahl geeigneter Nektar- und Raupenfutterpflanzen sowie praktische Tipps zur Pflege eines schmetterlingsfreundlichen Gartens findest. Die Broschüre findest du hier zum Durchblättern und als Download. Alternativ kannst du die gedruckte Version bestellen. Schreibe dazu bitte eine E-Mail an vielfalterleben(at)bund-sh.de.

Broschüre - Ein Garten für Schmetterlinge bei Tag und Nacht

 

Die Pflanzenauswahl in der Broschüre reicht dir nicht? Hier findest du eine ausführliche Liste der schmetterlingsfreundlichen Pflanzen für alle Bodenverhältnisse: 

Download Liste schmetterlingsfreundlicher Pflanzen

Du hast schmetterlingsfreundliche Maßnahmen aus dem Workshop oder der Broschüre umgesetzt und möchtest auch andere dafür begeistern? Du willst erklären, warum dein Rasen ungemäht bleibt oder weshalb es eine Brennnessel-Ecke gibt – und so kritischen Blicken aus der Nachbarschaft gelassen begegnen? Mit den Schildern kannst du informieren und die Idee des schmetterlingsfreundlichen Gartens in die Welt hinaustragen. Im PDF-Dokument findest du sieben verschiedene Schilder. Drucke das passende Schild aus, laminiere es und platziere es an einem geeigneten Ort in deinem Garten

Download Gartenschilder

Gartenschilder: Fragen und Antworten

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Welche Falter sind auf die Brennnessel angewiesen?

Die Große Brennnessel (Urtica dioica) ist eine der wichtigsten Nahrungspflanzen für Schmetterlingsraupen in Deutschland. Mehrere heimische Schmetterlingsarten sind ganz oder teilweise auf sie angewiesen.

Arten, deren Raupen ausschließlich von der Großen Brennnessel fressen und damit vollständig auf die Große Brennnessel angewiesen sind: 

  • Tagpfauenauge (Aglais io)
  • Kleiner Fuchs (Aglais urticae)
  • Admiral (Vanessa atalanta)
  • Landkärtchen (Araschnia levana)

Arten, die teilweise auf die Brennnessel angewiesen sind: 

  • C-Falter (Polygonia c-album): Frisst neben der Brennnessel auch von Ulmen und Weiden.
  • Distelfalter (Vanessa cardui): Frisst neben der Brennnessel u.a. von Disteln.

Auch viele Nachtfalter nutzen die Große Brennnessel als Raupennahrungspflanze. Im Vergleich zu Tagfaltern sind sie als Raupen oft weniger strikt spezialisiert, aber einige Arten sind regelmäßig daran zu finden:

  • Achateule (Phalera bucephala)
  • Gammaeule (Autographa gamma)
  • Messingeule (Diachrysia chrysitis)
  • Hausmutter (Noctua pronuba)
  • Gelbe Bandeule (Noctua fimbriata)
  • Weiße Tigermotte (Spilosoma lubricipeda)
  • Brauner Bär (Arctia caja)

Fazit: Die Große Brennnessel gilt oft als „Unkraut“, ist aber ökologisch enorm wertvoll. Wenn du also im Garten etwas für Schmetterlinge tun willst, lohnt es sich, eine kleine Brennnessel-Ecke stehen zu lassen. Mehr zum Baustein „Wilde Ecken zulassen“ erfährst du in der Broschüre.

Welche Schmetterlinge überwintern als Ei, Raupe oder Puppe?

Schmetterlinge verbinden wir mit Frühling und Sommer – wenn die Falter fröhlich durch die Luft tanzen. Doch was geschieht in der kalten Jahreszeit? Fliegen sie einfach davon?

Nur ein sehr kleiner Teil – etwa drei Prozent der heimischen Tagfalter – weicht tatsächlich in wärmere Regionen aus. Der Großteil unserer Schmetterlinge bleibt hier und überdauert den Winter in einem anderen Entwicklungsstadium: als Ei, Raupe oder Puppe.

Viele Arten verbringen die kalte Jahreszeit als Raupe. Sie verstecken sich bodennah, unter Laub oder direkt an ihrer Nahrungspflanze. Beispiele:

  • Großes Ochsenauge (Maniola jurtina): Verbringt die kalte Jahreszeit als junge Raupe in Bodennähe, geschützt zwischen Laub und anderen verwelkten Pflanzenteilen.
  • Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus): Die kleine Raupe überwintert als Raupe, vermutlich in Bodennähe.
  • Grasglucke (Euthrix potatoria): Die behaarte Raupe überwintert an Gräsern, ihren Nahrungspflanzen.
  • Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariata): Die Raupe spinnt sich in das Falllaub ihrer Nahrungspflanze, der Stachelbeere. 

Andere Arten überdauern den Winter als Puppe. Sie hängen an ihrer Nahrungspflanze oder liegen im oder am Boden. Beispiele:

  • Landkärtchen (Araschnia levana): Überwintert als Puppe an der Raupennahrungspflanze, also der Großen Brennnessel.
  • Großer Kohlweißling (Pieris brassicae): Zur Verpuppung legen sie teilweise weite Wege zurück und spinnen sich an Mauern oder Dachvorsprüngen fest.
  • Mittlerer Weinschwärmer (Deilephila elpenor): Verbringt den Winter als Erdpuppe im Boden, wie viele andere Falter der Familie Schwärmer.
  • Weiße Tigermotte (Spilosoma lubricipeda): Verpuppt sich in einem lockeren Gespinst aus Raupenhaaren am Boden und überwintert darin.

Einige Arten überwintern als Ei. Beispiel:

  • Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae): Die Eier sind im Winter gut an kahlen Schlehenzweigen zu entdecken – kleine, weißliche „Knöpfchen“ nahe der Knospen.

Fazit: Schmetterlinge sind echte Überlebenskünstler. Die meisten bleiben auch im Winter in deinem Garten – gut geschützt im Boden, an Pflanzen oder in der Bodenstreu. Wer Laub liegen lässt, Stauden stehen lässt und nicht „aufräumt“, hilft Eiern, Raupen und Puppen sicher durch die kalte Jahreszeit. Mehr zum Baustein „Aufräumarbeiten ins Frühjahr verschieben“ findest du in der Broschüre.

 

Welche Schmetterlinge können weit fliegen?

Einige unserer heimischen Schmetterlinge sind erstaunlich ausdauernde Flieger. Diese Arten bezeichnet man als Wanderfalter. Ähnlich wie Zugvögel legen sie jedes Jahr große Strecken zurück – oft mehrere hundert bis tausend Kilometer. Viele von ihnen stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum oder sogar aus Nordafrika und wandern im Frühjahr nach Mitteleuropa ein.

Beispiele:

  • Distelfalter (Vanessa cardui) ist einer der bekanntesten Wanderfalter Europas. Die Tiere fliegen im Frühjahr in mehreren Generationen aus Nordafrika nach Mitteleuropa. Im Herbst machen sich ihre Nachkommen wieder auf den Rückweg Richtung Süden. Jetzt fliegen sie in nur einer Generation, legen teilweise bis zu 4000 Kilometer zurück – und das in nur etwa zwei Wochen. Dabei nutzen sie geschickt die Winde in bis zu 1000 Metern Höhe und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h.
  • Admiral (Vanessa atalanta) wandert ebenfalls regelmäßig 2000 bis 3000 Kilometer aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland ein und fliegt im Herbst wieder nach Süden. Aufgrund der Klimakrise überwintern inzwischen viele Falter auch in Süddeutschland.
  • Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) ist ein tagaktiver Schwärmer, der häufig mit einem kleinen Kolibri verwechselt wird. Die Art kommt aus Südeuropa und Nordafrika. Immer häufiger wandert das Taubenschwänzchen auch bis zu uns in den Norden.
  • Gammaeule (Autographa gamma) ist ein Nachtfalter mit einem silbrig glänzenden γ-Zeichen auf den Flügeln. Die Art wandert jedes Jahr in großen Zahlen aus dem Mittelmeerraum nach Norden. Die Tiere können dabei mehr als 300 Kilometer pro Nacht zurücklegen. 

Bevor Wanderfalter im Herbst ihre lange Reise in den Süden antreten, müssen sie große Energiereserven aufbauen. Dafür suchen sie Fallobst und sogenannte Spätblüher auf. Hierzu gehören zum Beispiel Efeu, Tauben-Skabiose und Große Fetthenne. Diese Pflanzen blühen noch spät im Jahr und liefern den Faltern den nötigen Nektar.

Fazit:

Mit Spätblühern und Fallobst kannst du Wanderfaltern dabei helfen, genug Energie für ihren beeindruckenden Flug über viele hundert oder sogar tausende Kilometer zu tanken. Mehr zum Baustein „Bäume und Sträucher pflanzen“ findest du in der Broschüre.

Welche Beikräuter locken Falter an?

Viele Schmetterlinge und ihre Raupen sind auf Pflanzen angewiesen, die im Garten oft als „Unkraut“ gelten. Diese sogenannten Beikräuter liefern entweder Nektar für die erwachsenen Falter oder dienen als Raupennahrungspflanzen. Wer sie im Garten zulässt, kann deshalb erstaunlich viele Schmetterlinge beobachten.

Hier sind einige Beispiele:

  • Brennnessel (Urtica dioica): Sie gehört zu den wichtigsten Raupennahrungspflanzen überhaupt. Die Raupen vieler Tagfalter-Arten fressen von ihr: Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, C-Falter, Distelfalter und Landkärtchen. Aber auch Nachtfalter wie Brauner Bär, Weiße Tigermotte, Hausmutter oder Achateule.
  • Disteln (Cirsium spp.): Beliebt bei über 60 verschiedenen Falterarten und Raupennahrung des Distelfalters.
  • Kleearten (Trifolium spp.): Wichtige Raupennahrung für Bläulinge und Widderchen.
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) und Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis): Wichtig für den Aurorafalter und andere Weißlinge.
  • Ampfer (Rumex spp.): Hauptnahrung der Raupen der Feuerfalter, des Ampfer-Grünwidderchens oder des Ampfer-Wurzelbohrers.
  • Wilde Möhre (Daucus carota): Hauptnahrung der Raupen des Schwalbenschwanzes.
  • Löwenzahn (Taraxacum officinale) und Spitzwegerich (Plantago lanceolata): Wenn noch wenige andere Blüten vorhanden sind, finden viele Falter hier Nahrung, z. B. Tagpfauenauge, Zitronenfalter und Kleiner Fuchs.

Fazit: Beikräuter sind kein Unkraut, sondern wichtige Schmetterlingsnahrung. Und das Gute: Sie kommen von ganz allein. Wenn du deinen Rasen aufblühen lässt, hilfst du der Artenvielfalt und sparst dir gleichzeitig viel Arbeit. Schon kleine Flächen, wie ein schmaler Blühstreifen am Rand oder eine Mähinsel, machen einen Unterschied. Mehr zum Baustein „Rasen aufblühen lassen“ findest du in der Broschüre.

Welche Schmetterlinge sind nachtaktiv?

Die meisten Schmetterlingsarten in Deutschland sind nachtaktiv. Während es nur rund 190 Tagfalterarten gibt, existieren ungefähr 3700 Nachtfalterarten. Diese fliegen meist in der Dämmerung oder nachts. 

Viele von ihnen werden umgangssprachlich als „Motten“ bezeichnet, obwohl es sich dabei um weit mehr handelt, als die kleinen, graubraunen Tierchen, die du nicht gern im Kleiderschrank haben möchtest. Tatsächlich gibt es dutzende Familien von Nachtfaltern, die sich in Lebensweise, Aussehen und Flugverhalten stark unterscheiden. Neben den winzigen Gespinst- und Miniermotten sind die bekanntesten Nachtfalterfamilien in Schleswig- Holstein die Eulenfalter, Spanner, Spinner und Schwärmer. Ja, die heißen wirklich so!

Hier sind einige heimische nachtaktive Schmetterlingsarten:

  • Mittlerer Weinschwärmer (Deilephila elpenor): Dieser auffällige Schwärmer ist trotz seiner Nachtaktivität relativ bekannt. Die Falter mit ihrem rosa-grünen Kleid fliegen vor allem in der Dämmerung und nachts und besuchen stark duftende Blüten, etwa Nachtkerzen oder Geißblatt. Die Flügelspannweite beträgt 4,5 bis 6 cm. Die Raupen sind sehr groß und blähen sich bei Gefahr auf, sodass ihre seitlichen Augenflecken anwachsen und sie wie eine Schlange aussehen.
  • Hausmutter (Noctua pronuba): Ein sehr häufiger Nachtfalter in Gärten und Parks mit einer Flügelspannweite von etwa 5–6 cm. Die Vorderflügel sind braun bis rotbraun und sehen aus wie Baumrinde, sodass der Falter tagsüber gut getarnt ist. Bei Gefahr zeigt er seine gelben Hinterflügel zur Abschreckung. Die Falter fliegen vor allem nachts, werden oft vom Licht angezogen und verirren sich dabei häufig in Wohnungen – daher der Name Hausmutter.
  • Weiße Tigermotte (Spilosoma lubricipeda): Ein weißer Nachtfalter mit schwarzen Punkten auf den Flügeln und einer Flügelspannweite von 3–4 cm. Die Raupen sind haarig und sehr schnell, daher der Familienname „Bärenspinner“. Die Falter fliegen nachts und nehmen vermutlich keinen Nektar zu sich.
  • Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariata): Ein auffälliger Falter mit weiß-gelben Vorderflügeln und schwarzen Punkten. Die Falter fliegen hauptsächlich nachts, tagsüber verstecken sie sich in Stachelbeer- oder Johannisbeersträuchern. Der Familienname Spanner kommt nicht von Neugier, sondern von der Art, wie sich die Raupen fortbewegen: Sie ziehen ihren Körper zusammen und strecken ihn wieder, um sich vorwärts zu bewegen.

All diese Schmetterlinge sind auf Dunkelheit angewiesen. Gartenlampen, Straßenbeleuchtung oder andere künstliche Lichtquellen werden stattdessen zur tödlichen Falle. Anstatt ihrem natürlichen Flugweg zu folgen, werden Nachtfalter vom Licht angezogen. Du hast es bestimmt schon einmal gesehen! Sie umkreisen das Licht oft stundenlang, bis sie vor Erschöpfung sterben oder schlicht ihre Orientierung verlieren. So orientierungslos finden die Falter keine Nahrung mehr, verpassen die Paarung oder verenden, ohne je Eier abgelegt zu haben.

Fazit: Wenn es dunkel wird, beginnt für die meisten Schmetterlinge erst das eigentliche Leben. Damit sie dies führen können, brauchen sie absolute Dunkelheit. Mehr zum Baustein „Licht ausschalten“ findest du in der Broschüre.

Welche heimischen Pflanzen passen in meinen Garten?

Welche heimischen Pflanzen in deinen Garten passen, hängt vor allem von den Standortbedingungen ab. Am besten geeignet für Schmetterlinge sind sonnige, möglichst windgeschützte Stellen. Beobachte über den Tagesverlauf, welche Bereiche deines Gartens sonnig, halbschattig oder schattig liegen.

Hast du eine sonnige Fläche gefunden, solltest du als Nächstes den Boden prüfen. Wichtige Eigenschaften sind Nährstoffgehalt und Feuchtigkeit. Eine einfache Methode ist die Boden-Fingerprobe: Die Erde gleichmäßig anfeuchten, eine kleine Menge zwischen den Händen kneten und versuchen, eine bleistiftdicke Rolle zu formen.

  • Magerboden: Die Erde fühlt sich grobkörnig an, zerfällt und es lässt sich keine Rolle formen. Es handelt sich um einen sandigen, nährstoffarmen Boden. Er speichert nur wenig Wasser und Nährstoffe und ist typisch für die Geest.
  • Fettboden: Die Erde ist geschmeidig, lässt sich gut zur Rolle formen und klebt leicht. Es handelt sich um einen tonigen oder lehmigen, nährstoffreichen Boden. Er speichert Nährstoffe und bleibt länger frisch bis feucht. Er ist vor allem im östlichen Hügelland häufig.

Alternativ kannst du am Pflanzenbestand ablesen, wie der Boden ist: Große Brennnessel oder Giersch deuten zum Beispiel auf nährstoffreiche Böden, kleines Habichtskraut oder Hasenklee auf magere Böden.

Sobald die Standortbedingungen klar sind, kannst du passende heimische Wildstauden auswählen. Für jeden Boden gibt es geeignete Arten, die Schmetterlingen Nektar und Raupennahrung bieten. Hier findest du eine Auswahl an heimischen Wildstauden nach Standorten sortiert: 

Pflanzen für Schmetterlinge bei Tag und Nacht

Beachte bei der Wahl der Pflanzen: Nicht nur Blüten sind wichtig. Auch heimische Sträucher und Bäume liefern Nahrung und Schutz für Falter und Raupen. Sie können in einigen Gärten besser passen als Staudenflächen und sind besonders wertvolle Nahrung für Raupen und Rückzugsorte für Falter. Wenn du dich für Blühpflanzen entscheidest, kombiniere Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten, damit dein Beet von Frühjahr bis Herbst Nektar bietet.

Fazit: Für jeden Garten gibt es geeignete heimische Pflanzen, die Schmetterlingen helfen. Mehr zum Baustein „Wildstaudenbeet anlegen“ findest du in der Broschüre.

Welche Pflanzen öffnen nachts ihre Blüten?

Viele heimische Pflanzen schließen ihre Blüten nachts, sodass nachtaktive Insekten wie Nachtfalter keine Nahrung finden. Besonders wertvoll sind deshalb nachtblühende Pflanzen, die ihre Blüten noch in der Dämmerung oder erst nachts öffnen. Sie setzen meist auf helle Farben und intensiven Duft, damit sie auch im Dunkeln von Nachtfaltern und anderen nachtaktiven Insekten gut wahrgenommen werden.

Hier sind einige Beispiele für Schleswig-Holstein:

  • Nachtkerze (Oenothera biennis)
  • Gemeines Leimkraut (Silene vulgaris)
  • Nickendes Leimkraut (Silene nutans)
  • Weiße Lichtnelke (Silene latifolia)
  • Rote Lichtnelke (Silene dioica)
  • Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)
  • Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis)
  • Prachtnelke (Dianthus superbus)
  • Ausdauerndes Silberblatt (Lunaria rediviva)
  • Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)
  • Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum)
  • Efeu (Hedera helix)

Die Standortbedingungen der jeweiligen Pflanzen findest du in folgender Liste: Pflanzen für Schmetterlinge bei Tag und Nacht

Fazit: Wenn du Nachtblüher in deinen Garten pflanzt, schaffst du ein „Dinner in the Dark“ für die nächtlichen Falter und lässt damit deinen Garten auch nachts lebendig werden. Mehr zum Baustein „Wildstaudenbeet anlegen“ findest du in der Broschüre

Im Fokus: Nachtfalter

Beispiel für Lichtverschmutzun (Illustration: Lisa Pannek)

Ein schmetterlingsfreundlicher Garten lebt nicht nur tagsüber, sondern auch bei Nacht. Denn der Großteil der Schmetterlinge ist ausschließlich nach Sonnenuntergang aktiv: Ganze 95% der Schmetterlinge sind sogenannte Nachtfalter.

Diese geheimnisvollen Nachtfalter sind mehr als Motten und graue Schatten – sie sind vielfältig in Gestalt, Farbe und Verhalten. Einige sind gut getarnt, wie die Gammaeule, andere sind farbenfroh, wie der Weinschwärmer. Viele Nachtfalter eint, dass sie im Gegensatz zu den Tagfaltern überwiegend nachtaktiv sind. Aber wie immer gibt es auch Ausnahmen: Etwa 10 % der Nachtfalterarten sind tagaktiv. Besonders auffällig ist das Taubenschwänzchen, das tagsüber im Schwirrflug Nektar sammelt und dabei leicht mit einem Kolibri verwechselt wird. Vielleicht hast du es sogar schon einmal in deinem Garten beobachtet?

Obwohl nachtaktive Schmetterlinge den weitaus größeren Teil der Schmetterlinge ausmachen, sind sie im Vergleich zu den Tagfaltern in der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiert. Das wollen wir ändern und legen daher den Fokus auf die nächtlichen Gartenbesucher! Denn gerade Nachtfalter sind vor besondere Herausforderungen gestellt: Neben dem Verlust von Lebensraum und Nahrungsangebot haben Nachtfalter zusätzlich mit Lichtverschmutzung, also der künstlichen Erhellung des Nachthimmels durch Straßenlaternen, Industriebeleuchtung oder Gartenbeleuchtung, zu kämpfen. 

Das Gute ist: Wir kennen das Mittel gegen Lichtverschmutzung und jede*r kann es umsetzen: Natürliche Dunkelheit bei Nacht. Alles dazu, wie du natürliche Dunkelheit bei dir und in deiner Nachbarschaft fördern kannst, erfährst du in unseren Workshops und Materialien.

Licht aus - Nachtfalter an

Tipps für Haus und Garten

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Licht vermeiden

Nur das Licht von Sonne, Mond und Sterne ist insektenfreundlich. Künstliches Licht kann nur „weniger insektenschädlich“ gestaltet werden. Daher sollte die Beleuchtung am Haus auf ein Minimum an Funktionslicht, zum Beispiel am Hauseingang, reduziert werden. Gärten, Bäume, Sträucher oder Gewässer sollten gar nicht beleuchtet werden – sie sind wichtige Rückzugsorte für viele Tiere. Wer wirklich nachts in den Garten muss, kann sich mit einer Taschenlampe aushelfen.

Leuchten abschirmen gegen Streulicht

Wo Funktionslicht notwendig ist, sollte das Licht so abgeschirmt sein, dass es nur nach unten leuchtet. Kugelleuchten, Bodenstrahler und das Anleuchten von Flächen sollten unbedingt vermieden werden - sie haben einen großen Lichtkegel und ziehen viele Insekten an.

Niedrige Anbringung der Leuchten

Je niedriger die Leuchten angebracht sind, desto weniger Licht strahlt unnötig in die Umgebung ab. Gerade bei Wegen reicht häufig Knie- oder Hüfthöhe.

Helligkeit reduzieren

Leuchtmittel mit möglichst geringer Helligkeit (Lichtstrom) wählen. Im privaten Bereich reichen 100-300 Lumen oft aus. Dimmbare Leuchten ermöglichen eine nachträgliche Einstellung des Lichtstroms.

Warme Lichtfarbe

Warm-weiße, gelbe Lichtfarben (unter 2700 Kelvin) ziehen weniger Nachtfalter und Insekten an als kaltes, bläulich-weißes Licht. Ideal sind sogenannte Amber-LEDs mit bernstein-farbenem Licht (1800 Kelvin).

Möglichst kurze Leuchtdauer

Licht nur einschalten, wenn es benötigt wird – nicht dauerhaft. Das gilt auch für Solarleuchten, die gerne mal die ganze Nacht durchleuchten. Daher Solarleuchten wählen, die manuell ausschaltbar sind. Bei allen anderen Leuchten helfen ebenso An- und Ausschalter oder Bewegungsmelder, die jedoch gut eingestellt sein sollten, damit sie nicht unkontrolliert auslösen.

Sicheres Gehäuse

Geschlossene Lampengehäuse verhindern, dass Nachtfalter und andere Insekten hineinfliegen. Leuchtmittel, die sich nicht erhitzen (z.B. LEDs), verhindern, dass die Tiere verbrennen.

Fenster abdunkeln

Insekten werden nicht nur von Außenbeleuchtung, sondern auch von Innenlicht angezogen, das durch die Fenster nach draußen strahlt. Das betrifft insbesondere Wintergärten. Das Schließen der Vorhänge oder das Herunterlassen der Rollläden am Abend helfen, Streulicht zu vermeiden – und schützen so Nachtfalter und Co. 

Über Haus und Garten hinaus

Setze dich in deiner Nachbarschaft dafür ein, dass auch Firmen- und Straßenbeleuchtung angepasst werden.

Insektenschonendere Beleuchtung von Haus und Garten (Illustrationen: Canva)

Ansprechpartnerin

Lena Winkelmann


E-Mail schreiben Mobil: 0176 87093895

Förderer

Logo des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

Gefördert durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen der Umsetzung der Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein - Kurs Natur 2030 Webseite

Termine 2026

26.04. 10:00-18:00 Infostand auf der Go Gröön Messe in Lübeck

30.04. 16:30-19:30 Workshop in Wentorf bei Hamburg

07.05. 17:00-20:00 Workshop in Stockelsdorf

20.05. 15:00-18:00 Workshop in Westensee

27.05. 17:00-20:00 Workshop in Norderstedt

31.05. 11:00-14:00 Infostand auf dem Tag des naturnahen Gartens in Ahrensburg

12.06. 16:00-19:00 Workshop in Friedrichstadt

20.06. 10:00-16:00 Infostand auf dem Tag der offenen Gärten auf dem Historischen Pfarrhof Schönwalde

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