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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Definition einer Streuobstwiese

Was ist eine Streuobstwiese?

Eine Streuobstwiese ist eine Ansammlung von Obstbäumen unterschiedlichen Alters und Sorten. Die Bäume stehen hier so weit auseinander, dass jeder Baum genug Platz und Licht zum Wachsen hat. Bei den Bäumen handelt es sich meist um hochstämmige Obstbäume (d.h. die Krone dieser Bäume beginnt erst auf einer Höhe von circa 180 Zentimetern). Ein weiteres Merkmal ist der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und künstlichen Dünger  bei der Bewirtschaftung.

Das Grünland unter den Bäumen kann auf verschiedene Arten genutzt werden: zum Beispiel als Weide (mit Schafen oder Rindern) oder als Wiese. Solche  Mähwiesen werden je nach Standort nur ein bis drei Mal pro Jahr gemäht. Dies lässt auch wachstumsschwachen und mahdempfindlichen Pflanzenarten Raum und Zeit, so dass sich allmählich eine Fülle von unterschiedlichsten Pflanzen einstellt. Dies wirkt sich auch positiv auf die Insektenvielfalt und die weitere Nahrungskette aus. Auf Streuobstwiesen werden bevorzugt alte Obstsorten kultiviert, die robust gegen Krankheiten und Parasiten sind und zwar oft weniger Ertrag als moderne Sorten, aber qualitativ bessere Früchte liefern. Streuobstwiesen gehören zu den landwirtschaftlichen Nutzwiesen. Der Streuobstbau ist ist eine traditionelle Form des Obstanbaus, der früher – besonders in Süddeutschland – weit verbreitet war. Heutzutage steht bei der Pflege und Erhaltung von Streuobstwiesen oft weniger der Ertrag, als eher der Naturschutzaspekt im Vordergrund.

Das komplette Gegenteil hierzu bilden die intensiv genutzten Plantagen. Die Bäume sind hier niederstämmig und stehen dicht an dicht. Die Krone beginnt bereits auf einer Höhe von 80 bis 100 Zentimetern und das Gewächs erinnert eher an einen Busch. Die Bäume sind derart mit großen Früchten überladen, dass sich kaum Geäst oder Blattwerk ausmachen lässt. Bis zur Ernte wird ein Plantagenbaum bis zu 18 Mal pro Jahr gespritzt. Es werden Mittel gegen die verschiedensten Krankheiten und Parasiten eingesetzt, die in diesen Monokulturen leichtes Spiel haben. Auch wird der Boden regelmäßig mit künstlichem Dünger aufbereitet, um eine optimale Ertragsrate zu erreichen.  Durch das schlechte Verhältnis zwischen Holz, Blatt und Frucht lassen sich viele Substanzen auch direkt im Obst wiederfinden. Bei großen, gesunden Bäumen bilden das Holz und die Blätter eine Art Puffer.
 

Ihre Ansprechpartnerin

Birte Lindner

Netzwerk Streuobstwiesen
E-Mail schreiben Tel.: 0431 66 060-40

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