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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Geschichte des Obstes

Apfel

Schon seit sehr langer Zeit ist der Apfel ein ständiger Begleiter des Menschen und oft – wie bei Adam und Eva – das Objekt der Begierde. Die Vorfahren unseres heutigen Apfels stammen aus Asien und gelangten durch die alten Griechen über die Seidenstraße nach Europa. Während der Ausdehnung des Römischen Reiches wurden die Äpfel immer weiter im Herrschaftsgebiet verteilt und gelangten so schließlich nach Deutschland. Man kann davon ausgehen, dass Äpfel bereits vor 10.000 Jahren bekannt waren. Die in Kasachstan gelegene Stadt Almaty ist noch heute kulturelles, wissenschaftliches und wirtschaftliches Zentrum des Landes. Ihr Name heißt übersetzt "Stadt der Äpfel". Ihren Ursprung verdankt diese Stadt der günstigen Lage an der antiken Seidenstraße.

Der älteste Apfelfund in Deutschland stammt aus Heilbronn und ist um die 6.000 Jahre alt. Der Apfelbaum ist der älteste kultivierte Baum der Erde. Der griechische Philosoph und Naturhistoriker Theophrastus (371-287 v.Chr.) beschrieb in seiner "Historia Plantarum" bereits den Apfelbaum. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere (23-79 n.Chr.) berichtete von 30 verschiedenen Apfelsorten, die auch schon in Form von Saft und Wein konsumiert wurden. Die Römer kannten bereits Techniken, wie Okultieren und Pfropfen. Auf ihren Eroberungsfeldzügen brachten sie Apfelbäume auch nach Mittel- und Nordeuropa und lehrten der Bevölkerung den Obstanbau. Durch den Zerfall des Reiches und die anschließende Völkerwanderung geriet der Obstanbau ein wenig in Vergessenheit. Erst Karl der Große machte wieder auf den Obstanbau aufmerksam. Karl war ein Wanderkönig und um sich und seinem Gefolge eine optimale Verpflegung auf der Reise durch die Fürstentümer zu gewährleisten, erließ er um das Jahr 812 n. Chr. die "Capitulare de villis vel curtis imperii". Diese Landgüterverordnung war eine regelrechte Agrarreform und beschrieb die Dreifelderwirtschaft, Regelungen zur Viehzucht und koordinierte den Anbau sämtlicher pflanzlicher Güter. Auch der Anbau von Obstbäumen wurde durch die "Capitulare de villis" genau geregelt.

Weitere Informationen gibt es dann erst wieder aus dem 17. und 18. Jahrhundert. In diesen Zeiten wurden Äpfel hauptsächlich in Gärten angebaut. Gerade Klostergärten waren sehr sortenreich. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden zunehmend Obstwiesen in der freien Landschaft und es wurden vermehrt Obstbäume an Straßen und Wegen gepflanzt. Die Hochzeit der Pomologie – der Obstbaukunde –  war im 19. Jahrhundert mit geschätzten 20.000 Apfelsorten in der ganzen Republik. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dies zum "Sortenwirrwarr" erklärt und es wurden Rodungsprämien für Streuobstwiesen ausgerufen. Dadurch gingen viele Sorten verloren. Auch mussten viele der damaligen Streuobstwiesen den wirtschaftlicheren Plantagen Platz machen, auf welche in den 1950er Jahren umgestellt wurde.  

Birne

Auch die Birne wird schon seit tausenden Jahren durch den Menschen kultiviert. Ihren Ursprung hat die Birne in Persien und Armenien. Aus dem Spätneolithikum (späte Jungsteinzeit) konnten Spuren der Pflanze in Deutschland und angrenzenden Ländern nachgewiesen werden.

Auch Homer, der griechische Philosoph, kannte diese Frucht. Die genaue Lebenszeit des Dichters ist nicht bekannt, man geht aber davon aus, dass er um das 8. Jahrhundert vor Christus gelebt hat. Die Babylonier und Germanen verehrten die Birne als heiligen Baum. Der Weg der Birne lässt sich ebenfalls mit Hilfe antiker Gelehrter verfolgen. Der griechische Naturforscher und Philosoph Theophrast (372 v. Chr.-286 v. Chr.) berichtet von drei Sorten, Marcus Porcius Cato der Ältere (234 v.Chr.-149 v.Chr.) erwähnt fünf bis sechs und Plinius der Ältere (23 n.Chr.-79 n.Chr.) kennt bereits 38 Sorten.

Im Frankreich des 17. Jahrhunderts ist die Sortenvielfalt auf bis zu 300 angewachsen. Bereits 200 Jahre später gibt es schon um die 1.000 unterschiedliche Sorten und heute wird die Vielfalt auf ca. 5.000 Birnensorten in alter und neuer Welt geschätzt.

Ihre Ansprechpartnerin

Birte Lindner

Netzwerk Streuobstwiesen
E-Mail schreiben Tel.: 0431 66 060-40

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