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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Schwalben (Hirundinidae)

Die Schwalbe, eine artenreiche Familie aus der Ordnung der Singvögel, ist in Deutschland vor allem durch die Unterarten Rauchschwalbe (Hirundo rustica) und Mehlschwalbe (Delichon urbicum) vertreten.

Lebensweise und Ernährung

Junge Rauchschwalben im Nest  (Christoph Seiffert / Flickr / CC BY-NC-ND 2.0 )

Die Schwalbe, eine artenreiche Familie aus der Ordnung der Singvögel, ist in Deutschland vor allem durch die Unterarten Rauch- und Mehlschwalbe vertreten. Die Rauchschwalbe ist mit bis zu 18 cm Länge und bis zu 34 cm Flügelspannweite etwas größer als die Mehlschwalbe. Auch ist der Schwanz der Rauchschwalbe tiefer gegabelt als jener der Mehlschwalbe. Auffälliges Unterscheidungsmerkmal der Rauchschwalbe ist zudem die schwarz umrahmte, kastanienbraune Kehlfarbe.

Beide Schwalbenarten sind Zugvögel, Kolonie- und Gebäudebrüter, die in Deutschland von März bis Oktober heimisch sind. Als Kulturfolger fühlen sie sich in einer menschlich dominierten Umgebung wohl. Im Innern von Gebäuden oder direkt unter den Vorsprüngen von Dächern gebaut, bestehen die Kolonien aus vier bis fünf Nestern. Hier legt das Rauchschwalben-Weibchen bis zu sechs Eier legt, die Mehlschwalbe etwas weniger. Die Brutdauer dauert etwa bis zu drei Wochen.

Schwalben haben sich an den Nahrungserwerb in der Luft angepasst. Sie ernähren sich in erster Linie von Fluginsekten, jeweils abhängig vom lokalen Angebot. Dazu zählen auch Blattläuse und Wasserinsekten.

Bestandsentwicklung und Gefährdung

Über die Bestandsentwicklung der Schwalben liegen widersprüchliche Gesamtzahlen vor, sie gelten jedoch als gefährdet. Steigende Flächenversiegelung, Pestiziteinsatz in der Landwirtschaft und die moderne Häuserbauweise scheinen die Bestände negativ zu beeinflussen. Während bei einer bundesweiten Vogelzählung im Jahr 2017 eine Zunahme der Rauchschwalben von mehr als 30 Prozent vermeldet wurde, legt eine aktuell in Schleswig Holstein angestoßene Zählung einen geringeren Gesamtbestand als in den Vorjahren nahe. 

Für das Gefährdungspotential ist auch entscheidend, dass Schwalben zunehmend nur schwer Nistplätze finden: die Hausfassaden werden glatter und unzugänglicher, auch sind Schwalbennester häufig nicht mehr gerne gesehen. Während die Vögel in früheren Zeiten Sympathieträger waren, als Glücksbringer und Boten des Sommers galten, fürchten Hausbesitzer heute zunehmend den Kot der Vögel (gerade auch im Zuge energetischer Sanierungen) und zerstören deren Nester – ungeachtet strengster Verbote.

Schutz und Hilfe am und im Haus

Mehlschwalben sammeln Nistmaterial  (Kathy2408 / Pixabay )

Schwalben sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützte Arten. Das gilt nicht nur für die Vögel selbst, sondern für ihr Gelege und ihre Brutstätten. Eingriffe in ihre Brutplätze müssen in jeden Fall mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden.

Wichtig ist ein Verzicht auf Insektizide im eigenen Garten, um nicht die Nahrungsgrundlage der Schwalben zu zerstören. Im Fachhandel kann man zudem Nisthilfen, künstliche Nester und “Starthilfen” für den Nestbau beziehen. Eine einfache Methode, sich vor ungeliebtem Nistmaterial auf dem Boden zu schützen, ist ein schlichtes Brett (“Kotbrett”), das einen halben Meter unterhalb des Nestes anzubringen ist.

Ihre Ansprechpartnerin

Ann Kristin Montano

Naturschutz & Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail schreiben Tel.: 0431 66 060-51 Mobil: 01525 37 89 231

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