BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Gemeinsam anpacken - Ehrenamt in Bildern

Wie wichtig der Schutz unserer Umwelt ist, wissen wir nicht erst seit dem Beginn der globalen Klimastreik-Bewegung im Jahr 2018. Das Klima verändert sich, Naturräume gehen durch menschliches Handeln verloren und wichtige Arten, wie zum Beispiel die Bienen, sind in ihrer Existenz bedroht. Umso wichtiger ist es, dass sich weltweit Menschen auf eigene Initiative hin für unsere Umwelt, den Klima- und Naturschutz einsetzen und der Politik so weit voraus sind. Auch in Schleswig-Holstein machen sich diverse Einzelpersonen und Gruppen für den Erhalt unserer Umwelt stark.

Als FÖJ-Projekt ist in diesem Jahr eine Fotoreihe entstanden, die verschiedene Ehrenamtliche des BUND Schleswig-Holstein und ihre Projekte zeigt.

Jedes Stück Stadtnatur hilft!

Die Aktiven des BUND Ratzeburg verbinden Stadtnatur mit lokaler Geschichte und kümmern sich um eine Fläche in der Innenstadt, die mit einem Blührand und verschiedenen ungemähten Arealen Nahrung für Insekten bietet. Außerdem pflegen sie zwei "Korbiniansapfelbäume", die Teil eines Gedenkprojektes sind. Diese Bäume bereichern nicht nur die biologische Vielfalt, sondern sind gleichzeitig Mahnmale, die an zwei Schleswig-Holsteiner erinnern, die zur Zeit des NSRegimes ihre kritische Stimme bewahrten und sich gegen die Nazi-Diktatur stark machten.

Das sagen die Aktiven über ihr Engagement:

"Ich möchte vor Ort, in meinem direkten Umfeld, aktiv meine Umwelt mitgestalten. Ich erlange Einblicke in umweltrelevante Themen und Aktionen  in meiner Region auf die ich Einfluss nehmen kann. Eigene Ideen und Interesse können umgesetzt und mit eingebracht werden. Meinen Kindern lebe ich so vor, dass jeder etwas mit seinem Handeln bewirken kann, um das Leben vor "seiner" Haustür noch schöner zu machen!"

"Ich möchte aktiv dazu beitragen, dass die Natur
nicht weiter zurückgedrängt wird, sondern wieder mehr  Raum bekommt.
Dazu tragen auch kleine Schritte bei, die jede/r vor der eigenen Haustür
verwirklichen kann."

"Mein erstes Kind ist nur einen Monat jünger als Tschernobyl. Dieser GAU brachte mich in den BUND. Jetzt steht der Wald im Mittelpunkt und immer noch hoffe ich, dass die Menschen endlich begreifen, dass sie nur mit der Natur, ihrer Dynamik und Vielfalt  überleben können."

Ein Garten für Kinder

Natur- und Umweltschutz heißt auch, die nachfolgenden Generationen frühestmöglich für die Bedeutung und Wichtigkeit der Natur und unserer Umwelt zu sensibilisieren. Die BUND Gruppe in Husum lädt regelmäßig eine Kindergruppe sowie verschiedene Schulklassen und Kindergärten in ihren Garten ein. Dort erfahren die Kinder, welche Schätze die Natur bietet und was wir für ihren Erhalt tun müssen. Außerdem kümmern sich die Aktiven der Ortsgruppe um den Bauern- und Gemüsegarten, pflanzen Heilkäuter und bauen nach und nach verschiedenste Hütten und Sitzecken, um ein wunderbares Paradies für Mensch, Natur und Artenvielfalt zu schaffen.

Mit ihrem Garten pflegen die Umweltschützer*innen nicht nur einen Ort der Gemeinschaft, sondern sind auch ein starkes Vorbild für naturnahes Gärtnern. Diese Form der Gartengestaltung, die einen starken Kontrast zu den immer beliebter werdenden Schottergärten bildet, trägt einen wichtigen Teil zum Erhalt unserer Artenvielfalt bei. Wer sich von diesem Beispiel inspirieren lassen möchte oder Lust hat, selbst mit anzupacken, ist herzlich in den Gärten des BUND in Husum, Kiel, Lübeck, Reinbek und Neustadt willkommen.

Was motiviert die Ehrenamtlichen vor Ort?

"Es ist immer so toll zu sehen, wie die Kinder sich freuen, wenn man ihnen ein bisschen was zeigt und was für Ideen sie dann entwickeln."

"Ein kleiner Funke genügt und dann geht´s los. Wenn man diesen Funken geben kann, ist das toll! Wir hoffen natürlich, dass die Kinder später in ihrem Leben dann auch die Natur anders sehen und wertschätzen."

Streuobstwiesen - Mehr als nur Obst

Die BUND-Ortsgruppe Malente kümmert sich unter anderem um zwei große Streuobstwiesen im Ortsgebiet. Neben über 50 alten Obstbaumsorten wachsen hier auch unzählige Wildblumen, die den angesiedelten Bienenvölkern Nahrung bieten. In diesem Jahr wurde ein neuer Bienenstock auf der Wiese platziert, der durch seine gläsernen Teile allen Interessierten Einblicke in das Bienenleben gibt.

Gleichzeitig soll mit Hilfe des Schaukastens auch die enorme Wichtigkeit der unterschiedlichen Bienenarten für unser Ökosystem veranschaulicht werden. Durch Monokulturen, großflächigen Pestizideinsatz und die zunehmende Versiegelung von Flächen, zum Beispiel durch Schottergärten, sind vor allem Wildbienen in ihrem Bestand bedroht.

Dabei zählen Wild- und Honigbienen zu unseren wichtigsten Nutztieren, denn sie sichern unter anderem eine Vielzahl an Nahrungsmitteln. Gegen das Bienensterben kann jedoch jede*r Einzelne etwas tun – zum Beispiel durch das Anpflanzen von heimischen Wild- und Nutzpflanzen, die den Bienen im Gegensatz zu Zuchtblumen viel Nahrung bieten.

Das sagen die Umweltschützer*innen zu ihrem Projekt:

"Wenn die Bienen von der Oberfläche der Erde verschwinden, werden sie uns alle mitnehmen."

"Ich wünsche mir, dass noch mehr neue Streuobstwiesen im ganzen Land angelegt werden, denn sie sind wahre Hotspots der Artenvielfalt."

"Gerade jetzt im Sommer dominieren jede Woche neue Farben auf der Wiese, immer wieder fangen neue Pflanzenarten an zu blühen und alles ist voller Hummeln und Bienen."

"Unser Hauptziel ist nicht, eine reiche Ernte zu haben. Vielmehr wollen wir ein Biotop entstehen lassen, in dem alle Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Lebensraum finden."

Verkehrswende jetzt - Autobahnbau stoppen

Für den Kampf gegen den Klimawandel ist eine Mobilitätswende unabdingbar. Anfang Juni demonstrierten in ganz Deutschland unzählige Menschen gegen Projekte zum Autobahnausbau und für eine Verkehrswende. In SchleswigHolstein setzten sich zwei Fahrraddemos in Bad Segeberg und Glückstadt zusammen mit Mitstreiter*innen aus Niedersachsen für den Baustopp der A20 ein. Mitglieder verschiedener Umweltverbände, Parteien und Organisationen machten deutlich, dass der starke Fokus auf den Autoverkehr mit den aktuellen 1,5°C-Zielen unvereinbar ist.

Durch den Verkehr entstehen in Deutschland rund 20 Prozent der CO2-Emissionen. Anstatt den Autoverkehr durch neue oder ausgebaute Straßen noch mehr zu fördern, braucht es also dringend einen attraktiveren ÖPNV, auch außerhalb der Innenstädte, sowie eine bessere Fahrradinfrastruktur. Die geplante A20-Trasse verläuft in Schleswig-Holstein größtenteils durch Moore und Marschböden, die dann nicht mehr als CO2- Speicher zur Verfügung stehen.

Stimmen der Demo-Teilnehmer*innen:

"Allein im Segeberger Forst würde eine rund 1,5 Kilometer lange Schneise das zweitgrößte Waldgebiet Schleswig-Holsteins zerschneiden - das sind 7,5 Hektar! Dabei handelt es sich um artenreichen Mischwald, der eigentlich zum Naturschutzgebiet "Wittenborner Heide" gehörte: Das Land hat den Wald aber wegen der A20-Planung bewusst ausgespart."

"Alternativen sind machbar - die Regierung muss sich nur eingestehen, dass man eine Fehlplanung nicht immer zu Ende gehen muss: Die Zukunft unseres Planeten und unserer Kinder liegt in ihrer Hand."

Ihre Ansprechpartnerin

Maybritt Schink

Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
E-Mail schreiben Tel.: 0431 66060-80

Ausstellung Offline anschauen?

Bis Ende August kann die Ausstellung auch an der Lille Brauerei (Eichkamp 9c, 24116 Kiel) besucht werden.

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