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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Entstehung und Beschreibung des Gebietes

Alte Bunkeranlage im NSG Lanken, Foto: Bernhard Hub

Im Jahr 1970 wurde von der Bundeswehr der Standortübungsplatz LANKEN eingerichtet, damals direkt an der Sachsenwald Kaserne. Mit einer Größe von 600 ha gehörte er zu den großen militärischen Liegenschaften (Heer) in Hamburgs Umland.

Das alte Gelände des Gutes LANKEN bot ideale Voraussetzungen für dieses Vorhaben. Die Abgelegenheit prädestinierte es für Panzereinheiten.
Mit Ablauf des Jahres 1994 endete die militärische Nutzung und es fand eine Dreiteilung statt. Ein Teil davon ist bis heute unberührt als Naturschutzgebiet erhalten geblieben.

Eine weitere Fläche wurde durch die neuen Nutzer des Gutes Lanken, einer Einrichtung für behinderte Menschen (Projektseite: Louisenhof), landwirtschaftlich bearbeitet. Die Einrichtung ist inzwischen in das nahe gelegene Schwarzenbek  verlegt worden. Die restliche verbliebene Fläche ist als Reserve für den Gewerbepark LANKEN vorgesehen.

Inzwischen hat sich das Bild des ehemaligen Standortübungsplatzes LANKEN gewandelt. Durch den Bau einer Biogas-Anlage in der Nähe der ehemaligen Kaserne ist der Bedarf an Gärmaterial wie Mais enorm gestiegen.

Die Wiesen und offenen Flächen, die das Gelände einst ausmachten sind heute fast alle zum Maisanbau umgewandelt worden, so dass nun riesige Monokulturen zur Gewinnung erneuerbarer Energien verwendet werden. (Stand 2010)

Seit März 2013 ist auch die letzte Reservefläche des Logistikparks bebaut. Hierzu ist die Fläche vom damaligen Nordtor der Kaserne an der Panzerwaschanlage bis fast an das Gut Lanken auf Höhe des Munitionsdepots zu einem Solarpark umgewandelt worden. Ebenso wurde ein Teil des Munitionsdepots –  das  jetzt  unzugänglich ist –  umgewandelt, der andere Part wurde für Fledermäuse umgebaut. Alle in diesem Bereich stehenden Bäume wurden komplett gerodet. Im September 2012 fand die Eröffnung der Anlage statt.

Im Februar 2014 wurde das Naturschutzgebiet Lanken als 203. Naturschutzgebiet  in Schleswig Holstein vom LLUR der Betreuung übergeben und wird seitdem durch den BUND vor Ort betreut.

Flora und Fauna

Offenland im NSG, Foto: Bernhard Hub

Das heute betreute Gebiet stellt sich in seiner Struktur und Ausdehnung sehr unterschiedlich dar:

Einerseits gibt es geräumige Offenlandflächen, die in den Herbst- und Wintermonaten zeitweise unter Wasser stehen. Damit bilden sie ideale Futter-, Rast- und Ruheplätze für die durch das Gebiet ziehenden Wasservögel. Dazu gehören u.a. häufig anzutreffende Silberreiher, hier jedoch nicht brütend.

Andererseits gibt es geschlossene, teils noch junge (30 Jahre) Waldgebiete, die damals für Außenübungen der Soldaten angelegt wurden und nun sich selbst überlassen sind. 

Die von Alter und Struktur älteren Waldbereiche befinden sich an der von Ost nach West verlaufenden nördlichen Begrenzung. Hier fließt, teilweise sehr naturgemäß mäandrierend, die Steinau Richtung Südwesten.

Ein weiterer Waldbereich des NSG  ist durch die Bundesstraße 207 -  die Verbindung zwischen Lübeck und Hamburg –  abgetrennt. Hier findet noch geringe forstwirtschaftliche Nutzung statt.

Die Randbereiche und die ans Offenland angrenzenden Flächen werden durch zahlreiche Knicks begrenzt und bieten damit für viele Tier- und Pflanzenarten einen willkommenen Übergang zum Waldbereich als Rückzugsraum und Deckung.

Schutzsituation

Foto: Bernhard Hub

Da ein Teil der Flächen durch einen Privateigentümer landwirtschaftlich genutzt wird, gibt es dadurch bedingt und wegen der Ausbringung von Gärresten aus den Biogas-Anlagen von der Natur der Sache her Konfliktpotential. Zudem ist das Gebiet in seiner Ausdehnung eher wie ein aufgespaltener großer Kamm anzusehen. Damit sind oft die Grenzen zwischen den geschützten und den genützten Bereichen aus dem Blickwinkel des Naturschutzes schwer festzulegen.

Ein geräumiger Teil der freien Flächen wird im Rahmen des Vertragsnaturschutzes von einem ortsansässigen Landwirt mit seiner Rinderherde offen gehalten. Diese Flächen sind daher ideal für Erhaltung und Weiterentwicklung der Artenvielfalt und als Rückzugsgebiete für seltene oder bedrohte Arten.  

Eine touristische Nutzung oder Bedeutung hat das Gebiet bisher nicht erfahren. Es bietet sich für Ortskundige wegen des abwechslungsreichen Charakters zum Wandern und Radfahren an.

Ein dem Schutz entgegenlaufender Aspekt ist die in den durch öffentliche Straßen zugänglichen Randbereichen oft vorzufindende und unerlaubte Entsorgung von Garten- und Siedlungsabfällen. 

Öffentlichkeitsarbeit

Eine exakte Kennzeichnung der NSG Grenzen hat bisher lediglich auf den Flächen stattgefunden, für die der Kreis Herzogtum Lauenburg als Eigentümer verantwortlich ist. Ein weiterer Bereich der an die o.a. privaten Flächen angrenzt ist bisher nicht gekennzeichnet.

Daher sind Bedeutung und Ausdehnung dieses Gebietes in der Bevölkerung nur wenig bekannt, es wird aufgrund seiner Randlage und Abgeschiedenheit aufgrund dessen nur wenig frequentiert.

Interessant sind zudem die durch die kreisansässigen NABU-Mitglieder betreuten Fledermausbunker. Sie werden als Ruhe- und Winterquartiere von diversen Arten sehr gut angenommen, können jedoch nur über vorher angemeldete Führungen besichtigt werden.

Eckdaten:

In der Landesliste der NSG: # 203, AZ  des LLUR: 30/420

Größe: 256 ha

Beschreibung:
Großräumige offene und halboffene Landschaft mit überwiegend nährstoffarmen Lebensräumen:
Pionierrasen, Mineralgrasfluren, Staudensäumen, Kleingewässern, Feuchtgrünländereien, sowie Feucht- und Nasswälder;
Gehölzbereiche und zum Teil naturnahe Niederung im Bereich der Steinau.

Ansprechpartner:

Bernhard Hub

NSG-Betreuung
E-Mail schreiben Tel.: 04541 85 97 003

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