BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Wir haben keine Zeit mehr

16. September 2020 | Klimawandel, Mobilität

Kiel. Wir haben keine Zeit mehr. Trotz des hochgelobten Corona-Tiefs in der CO2-Emissionskurve steuern wir auf eine Erhitzung von über 2,0 °C durch den Klimawandel zu! Ein Tempolimit ist eine der leichtesten Maßnahmen für den Klimaschutz.

April 2020: Autofrei durch Pandemie-Maßnahmen  (Kirsten Kock / bund-sh.de)

„Zur Stabilisierung des Klimawandels sind nachhaltige Treibhausgasverringerungen auf null erforderlich“, so Kirsten Kock, Mobilitätsreferentin des BUND Schleswig-Holstein.

Der neuste Klimabericht der Vereinten Nationen ist verstörend: Die Welt steuert auf eine Erhitzung von über 2,0°C zu. Mit dieser Klimaerwärmung sind die Folgen kaum absehbar. Noch mehr Dürren und Extremwetter werden nur einige der katastrophalen Folgen sein. Auch der Meeresspiegel könnte so in den kommenden Jahren um 1,5 Meter und mehr steigen – wenn jetzt nicht gehandelt wird, liegt ein Fünftel von Schleswig-Holstein in 30 Jahren unter dem Meeresspielgel.

Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie schnell Verkehr und Industrie sich reduzieren lassen und eine Delle in der CO2-Emissionskurve verursacht, das es seit Jahren nicht gab. Diese kurze „Corona-Pause“ reicht allerdings bei weitem nicht aus, um die Entwicklung des Klimas auf die Ziele der Pariser Klimakonferenz zu lenken. Es müssen sofort schnelle, wirksame Maßnahmen durchgeführt werden, um die angepeilte Erwärmung um 1,5° C noch halten zu können. Ein leicht umzusetzendes Mittel ist das Tempolimit auf deutschen Straßen.

Es ist höchste Zeit, dass die Politik sich dafür einsetzt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h und auf anderen außerörtlichen Straßen auf 80 km/h reduziert. So lassen sich sofort ca. 5,4 Mio. t CO2 pro Jahr (3,3 % des CO2-Ausstoßes im Sektor Verkehr) einsparen. Ein grundsätzliches Tempolimit auf Autobahnen würde auch das aktuelle Problem mit der Verkehrssicherheit auf der ausgebauten A7 zwischen Bordesholmer Dreieck und Hamburg kostengünstig und schnell entschärfen.

„Es braucht keine teure ‚intelligente‘ Verkehrslenkung, sondern intelligentes Handeln des Verkehrsministers. Bis ein gesetzliches Tempolimit auf Autobahnen herrscht, ist das Land aufgefordert, sofort klimagerechte Geschwindigkeiten über eine Verfügung zu erlassen“, meint Ole Eggers, Geschäftsführer des BUND.

Die Berechnung des Instituts für Weltwirtschaft zu den volkswirtschaftlichen Kosten eines Tempolimits gehen nur auf, weil abstruse Annahmen zu Arbeitszeitkosten durch Geschwindigkeitsminderungen gemacht werden und der Nutzen der Tempolimits, wie z.B. weniger Schwerverletzte und Verringerung der Klima- und Umweltkosten nicht mit einberechnet werden.
Wenn die Politiker wirklich schnell das Klima retten wollen, dürfen sie nicht darauf warten, dass die Autoindustrie von allein bis 2030 handelt. Sie müssen sich jetzt für Tempolimits auf deutschen Straßen entscheiden.

Kontakt:
Kirsten Kock, Mobilitätsreferentin, kirsten.kock(at)bund-sh.de, Tel.: 0431/66060-41
Ole Eggers, Geschäftsführer, ole.eggers(at)bund-sh.de, Tel.: 0178 63 50 719
Pressekontakt BUND SH:
Anna-Lisa Cohrs, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, anna.cohrs(at)bund-sh.de, Tel.: 01525/3789231

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