Fledermäuse - Jäger der Nacht

Fledermäuse sind faszinierende Tiere und die einzigen fliegenden Säugetiere in Deutschland. Doch leider sind sie auch sehr bedroht.

Lebensräume

Die Sommerlebensräume der Fledermäuse liegen oft weit entfernt von den Winterquartieren - der Große Abendsegler z.B. wandert bis zu 2.000 km! Unsere heimischen Fledermäuse können wir je nach den von ihnen bevorzugten Sommerquartieren in zwei Gruppen unterteilen:

- Waldfledermäuse

Hierzu gehören z.B. Großer Abendsegler, Wasserfledermaus und Rauhhautfledermaus.
Sie wohnen bevorzugt in Baumhöhlen, z.B. in verlassenen Spechthöhlen, durch Blitzeinschlag entstandenen Spalten oder hinter loser Rinde. Geeignete alte bzw. tote Bäume finden die Fledermäuse meist nur in naturnahen Wäldern vor.  

- Hausfledermäuse

Fledermausarten wie Breitflügelfledermaus, Zwerg- und Mückenfledermaus suchen sich ihre Quartiere bevorzugt im besiedelten Raum. Sie leben z.B. auf Dachböden, unter Dachpfannen, hinter Fensterläden oder hinter Fassadenbrettern.   Maßnahmen zur Förderung von Fledermäusen Fledermäuse sind in vielen Gegenden, in denen sie früher häufig vorkamen, selten geworden. Sie leiden zunehmend an Quartiermangel durch die Reduzierung alter Baumbestände mit natürlichen Höhlen, und durch das konsequente abdichten von Dachböden und Fassaden. Oftmals ist auch Nahrungsmangel durch reduzierte Insektenvorkommen ein Grund für den Rückgang der Fledermäuse. Als Haus- oder Gartenbesitzer kann man aber einiges tun, um Fledermäuse zu fördern.

Schaffung von Quartieren am Haus

Am Haus gibt es viele Versteckmöglichkeiten für Fledermäuse. Sie suchen sich ihre Quartiere z.B. hinter Fensterläden, in Dach- und Mauerritzen, in Rollladenkästen und auf Dachböden. Oftmals merkt man als Hausbewohner gar nichts von den heimlichen Untermietern. Wenn man nicht alle Ritzen und Spalten am Haus abdichtet, kann das für Fledermäuse schon eine große Hilfe sein. Nicht ausgebaute Dachböden sind für Fledermäuse besonders attraktiv, denn dort bieten sich ideale Bedingungen für die Aufzucht ihrer Jungen, d.h. zur Gründung einer Wochenstube. Der Fachhandel bietet spezielle Dachpfannen mit kleinen Einflugschlitzen an, durch die Fledermäuse auf den Dachboden gelangen können. Das Holz des Dachstuhles sollte nicht mit giftigen Holzschutzmitteln behandelt werden, da diese für Fledermäuse tödlich sein können. Weniger schädlich sind dagegen Salzlösungen auf Borax-Basis, sowie das Heißluftverfahren. Eine Hilfe für Fledermäuse am Haus ist auch ein sogenanntes „Fledermausbrett“, das an der Außenwand aufgehängt wird. Es handelt sich um einen flachen Kasten aus unbehandeltem Holz, in den die Fledermäuse durch eine Öffnung im unteren Bereich hineinklettern können. Da der Kot nach unten herausfällt, braucht man die Kästen nicht zu reinigen. Ein guter Platz für solch ein Fledermausbrett ist z.B. eine möglichst hohe Stelle an einer nach Süden oder Südosten zeigenden Giebelwand.

Förderung von Fledermäusen im Garten

Wer einen großen Garten mit hohen Bäumen hat, kann hier Kästen (z.B. witterungsbeständige aus Holzbeton) aufhängen, die mit etwas Glück von waldbewohnenden Fledermausarten, wie z.B. dem Großen Abendsegler, besiedelt werden. Die Kästen sollten in etwa 4 m Höhe in Süd- bis Ostrichtung in die Bäume gehängt werden, wobei es wichtig ist, auf ungehinderte Anflugmöglichkeiten zu achten. Gegebenenfalls müssen ein paar Zweige entfernt werden.   Es gibt noch eine andere, indirektere Möglichkeit, Fledermäuse im eigenen Garten zu fördern. Indem man den Garten naturnah gestaltet und keine giftigen Spritzmittel einsetzt, wird einer Vielzahl von Insekten Nahrung und Unterschlupf geboten. Fledermäuse profitieren insbesondere davon, dass ihre Beute, nämlich nachtaktive Insekten, sich in Ihrem Garten wohlfühlen. Sie können eine Vielzahl von Pflanzen, die z.B. Nachtfaltern als Nahrungsquelle dienen, im Garten ansiedeln. Entweder können Sie diese Pflanzen ganz gezielt in einem „Fledermausbeet“ zusammenpflanzen, oder aber auch einzeln irgendwo zwischen setzen.

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