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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Bundesamt veröffentlicht Biodiversitätsbewertung für Glyphosat

31. Januar 2018 | Chemie, Landwirtschaft, Naturschutz

In der bisherigen Debatte rund um die Wiederzulassung von Glyphosat konzentrieren sich sowohl die Öffentlichkeit, wie auch weite Teile des Zulassungsverfahrens, vor allem auf die toxische Wirkung des Pestizids. Gerade der BUND hat aber auch immer wieder angemahnt, dass vor allem die ökologischen Folgen einer breiten Anwendung von Glyphosat mehr in den Fokus genommen werden müssen. Das Bundesamt für Naturschutz hat nun eine erste, knappe Bewertung der Auswirkung von Glyphosat auf die biologische Vielfalt veröffentlicht.

Ein Landwirt bringt Glyphosat aus, um das Feld vorzubereiten  ( 1737576 / Pixabay )

Die Auswirkungen von Glyphosat auf die Biodiversität zu betrachten, ist nicht nur nach den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Umfang des Insektensterbens von enormer Bedeutung. Allein der sehr weitläufige Einsatz von Glyphosat lässt schwerwiegende Folgen für die Ökologie erwarten. In den vergangenen Jahren wurden im Jahr durchschnittlich 5000 Tonnen Glyphosat in Deutschland verkauft – Tendenz leider nicht fallend. Pestizidmischungen, welche Glyphosat enthalten, werden auf knapp einen Drittel der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland eingesetzt.

Das Bundesamt für Naturschutz hat deshalb ausgewählte Studien betrachtet, welche die Folgen von Glyphosat auf sogenannte „Nichtzielarten“ untersucht haben. Damit sind Tier- oder Pflanzenarten gemeint, welche eigentlich nicht Opfer des auf „Unkräuter“ & Co. zielenden Herbizids Glyphosat werden sollen. Dies kann entweder direkt oder indirekt – etwa durch Vernichtung von Nahrungspflanzen – geschehen.

Untersuchungen haben dabei gezeigt, dass etwa die Ackerbegleitflora – Refugium für viele Tier- und Pflanzenarten – heute zu den am stärksten gefährdeten Artengruppen in Europa gehört.
Direkt tödliche Wirkungen von Glyphosat wurden dabei vor allen in Gewässern (zum Beispiel bei Amphibien) nachgewiesen. Aber auch nicht direkt tödliche Wirkungen von Glyphosat sind belegt, beispielsweise auf den Orientierungssinn von Honigbienen oder die Fortpflanzungsfähigkeit von Regenwürmern.

Das größte Problem scheinen aber die indirekten Wirkungen von Glyphosat zu sein: Da es ein Breitbandherbizid ist, macht es keinen Unterschied zwischen den Pflanzen, welche es vernichtet. So entzieht es auf breiter Front einer großen Zahl von Arten die Nahrungsgrundlage, vernichtet Brut- und Rückzugsräume. Die Auswirkungen bei denen Glyphosat eine Mitverantwortung trägt, reichen vom Rückgang des Rebhuhns bis zum Rückgang von Schmetterlingen.

Das komplette Papier inklusive Vorschläge zum weiteren Vorgehen kann beim Bundesamt für Naturschutz runtergeladen werden:

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