Schmetterlinge schützen

Auch in Schleswig-Holstein werden die schönen Falter immer seltener - helfen Sie mit und bewahren Sie die bunte Vielfalt in unserer Natur!

Weltweit gibt es schätzungsweise mehr als 120.000 Schmetterlingsarten. Und es werden in manchen Regionen immer noch neue Arten entdeckt.

Auch zur einheimischen Tierwelt Schleswig-Holsteins gehören 801 Großschmetterlinge, unter Ihnen Arten wie der Zitronenfalter und der Admiral, aber auch so seltene Schmetterlinge wie der Kaisermantel und die fünf Arten der heimischen Blutströpfchen.

Ein Sommer ohne Schmetterlinge ist für Schleswig-Holsteiner wie auch die zahlreichen Urlauber, die hier ihre Ferien verbringen, nicht denkbar. Leider sind viele Schmetterlingsarten in Schleswig-Holstein selten geworden. Deshalb möchte der BUND Schleswig-Holstein mit Ihnen zusammen etwas für den Schutz und die Vielfalt unserer einheimischen Schmetterlinge tun.

Schmetterlinge in Schleswig-Holstein

Für Schleswig-Holstein sind 84 Tagfalter bekannt. Davon sind bereits 13 ausgestorben bzw. verschollen. 35 weitere Arten gelten als gefährdet und werden in der Regel nur sehr selten und in speziellen Lebensräumen wie Heiden, Dünen und Mooren gefunden.

Besonders stark gefährdet sind in Schleswig-Holstein Arten der Hochmoore und Heiden (80 Prozent der dort typischen Arten). Aber auch über 60 Prozent der Arten der lichten Wälder, Waldränder und Säume, extensiv genutzter Wiesen und Weiden, der Magerrasen und Dünen gelten in Schleswig-Holstein als gefährdet.

Warum viele Schmetterlinge so selten geworden sind

Weit mehr als die Hälfte der heimischen Schmetterlinge sind so selten, dass sie praktisch kaum mehr beobachtet werden können. Die Ursachen des Rückgangs sind vielfältig. Wesentliche Faktoren des Rückgangs sind der Verlust wertvoller Lebensräume (Moore, Heiden, bunte artenreiche Wiesen, lichte Wälder und blütenreiche Säume, Biotopkomplexe), eine zu hohe Stickstoffbelastung der Lebensräume, eine intensive Landnutzung, die geringe Flächengröße und Isolation noch vorhandener wertvoller Lebensräume. Viele seltene und spezialisierte Arten existieren bereits heute in sehr kleinen und kaum mehr lebensfähigen Populationen.

Schmetterlinge benötigen spezifische Ressourcen: Futterpflanzen für die Raupen, Nektarpflanzen für die Falter, Überwinterungsmöglichkeiten für die Überwinterungsstadien (je nach Art überwintern Schmetterlinge als Falter, Raupe oder Ei) sowie in vielen Fällen spezielle mikroklimatische Bedingungen.
Dabei braucht eine Art zum Fortbestehen ein Nebeneinander dieser Ressourcen.

Schmetterlinge und Klimaveränderungen

Innerhalb Deutschlands werden die stärksten Auswirkungen des Klimawandels auf die biologische Vielfalt in den Alpen, im nordostdeutschen Tiefland sowie im Bereich des Oberrheingrabens erwartet. Voraussichtlich werden manche Arten südlicherer Regionen nach Norden und Schleswig-Holstein vorstoßen. So lässt sich zum Beispiel beim Admiral, einem Wanderfalter der alljährlich weite Wanderungen zurücklegt und früher nicht in Mitteleuropa überwinterte, beobachten, dass zunehmend Tiere in Norddeutschland überwintern.

Verlierer werden im Zuge der Klimaerwärmung v.a. Arten mit geringerer Ausbreitungsfähigkeit, spezialisierte Arten, Arten feuchtkühler Lebensräume (Wälder, feuchte Wälder, Moore), seltene und gefährdete Arten sein.

Deswegen sind der Erhalt großer Populationen, der flächenhafte Schutz wertvoller Lebensräume und die Vernetzung wertvoller Lebensräume, die seit jeher wichtiger Bestandteil des Arten- und Biotopschutzes sind, in den Zeiten des Klimawandels besonders bedeutsam. Denn nur große Bestände von Arten besitzen eine ausreichende Variabilität, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können.

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