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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Verlängerung der Glyphosat-Zulassung erneut gescheitert

09. November 2017 | Chemie, Landwirtschaft, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Umweltgifte

Auf der sechsten Abstimmung zur Verlängerung der Glyphosat-Zulassung wurde erneut keine Entscheidung getroffen. Die EU-Kommission konnte sich mit einem Vorschlag die Zulassung des Pestizides für fünf Jahre zu verlängern nicht durchsetzen.

Ausbringung von Pestiziden im Ackerbau  (hpgruesen / Pixabay )

Seit langer Zeit ringen die EU-Kommission, die Mitgliedsstaaten und die Öffentlichkeit um die Wiederzulassung von Glyphosat. Am 9. November fiel  im Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel erneut keine Entscheidung, da sich die EU-Kommission mit ihrem Vorschlag die Zulassung um fünf Jahre zu verlängern nicht durchsetzen konnte.

Dies ist ein weiterer Erfolg der immer größeren Anti-Pestizid-Bewegung in Europa. Ursprünglich war sogar geplant Glyphosat deutlich länger zuzulassen. Dies ist nun am beherzten Widerstand der Öffentlichkeit erneut gescheitert. Die EU-Kommission muss nun der Realität ins Auge sehen und die Zulassung zum Ende dieses Jahres auslaufen lassen. Die EU und die Bundes- und Landesregierungen müssten jetzt eine Ausstiegsberatung und Unterstützung für die Landwirte auf den Weg bringen.

Der BUND fordert seit Jahren ökotoxischen und gesundheitsgefährdenden Pestiziden wie Glyphosat keine weitere Zulassung zu erteilen - wie auch eine Mehrheit der Deutschen. Diese Pestizide sind maßgeblich mitverantwortlich für das weiterhin ungebremste Artensterben in Europa - besonders deutlich wird dies beim immer besser dokumentierten Insektensterben, auch bedingt durch die immer geringe Pflanzenvielfalt.

Um die schwerwiegenden Folgen durch Pestizide wie Glyphosat auf Menschen und Natur zu vermeiden fordert der BUND:

  • Vollständiges Verbot von Glyphosat auf landwirtschaftlichen Flächen.
  • Die so genannte Sikkation, bei der Glyphosat bis kurz vor der Ernte gespritzt wird, um Getreide, Hülsenfrüchte und Raps vorzeitig reifen zu lassen, zu verbieten.
  • Den Einsatz von Glyphosat in Haus- und Kleingärten zu verbieten.
  • Glyphosat-Rückstände in Lebens- und Futtermitteln stärker zu überwachen.
  • Die Einträge von Glyphosat und seiner Abbauprodukte in die Umwelt stärker zu überwachen.
  • Glyphosatresistente Gentech-Pflanzen zum Import nicht weiter zuzulassen.
  • Glyphosatresistente Gentech-Pflanzen zum Anbau in der EU nicht zuzulassen.
  • Eine Reform der Zulassungsverfahren, weg von Hersteller-Gutachten und hinzu unabhängigen, öffentlich zugänglichen Studien.

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