Zukunftsperspektiven

Zukunftsperspektiven und Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen schaffen

Zukunftsperspektiven und Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen schaffen

Die BUNDjugend erläutert die BUND-Forderung

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Fragen an die Politiker*innen:

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Sollten Sie oder Ihre Partei in den Landtag gewählt werden:

Wie wollen Sie gerade jungen Menschen eine sichere und nachhaltige Mobilität ermöglichen?

Wie werden Sie die Neuversiegelung von natürlichen und naturnahen Flächen reduzieren und die notwendige Entsiegelung von Flächen für eine gemeinschaftliche Nutzung sowie bezahlbaren Wohnraum vorantreiben?

Welche konkreten Maßnahmen werden Sie zur Förderung von Artenkenntnis und naturschutzrelevantem Wissen in Schule, Universität, entsprechenden Ausbildungen und durch externe Angebote (z. B. Volkshochschulen) treffen?

Vor allem junge Menschen werden im Laufe ihres Lebens die langfristigen Folgen unseres Handelns auf Umwelt, Natur und Klima zu spüren bekommen. Deshalb brauchen wir in der nächsten Legislaturperiode eine Landesregierung, die unsere Lebensgrundlagen schützt und Zukunftsperspektiven für alle nachfolgenden Generationen sicherstellt.

Um dies zu erreichen, ist es dringend notwendig, alle neuen Beschlüsse und Gesetze des Landes hinsichtlich ihrer Auswirkung auf Klima, Umwelt und Natur zu prüfen. Dazu zählen die Einflüsse auf die Biodiversität, unsere Ökosysteme und endliche Ressourcen sowie der Ausstoß von Treibhausgasen.

Wir fordern, dass Zukunftsorientierung die Basis der schleswig-holsteinischen Landespolitik wird – mit dem Ziel, unsere Lebensgrundlagen zu schützen und zu erhalten.

Dazu gehört nicht nur eine Prüfung neuer Beschlüsse und Gesetze, sondern auch der Schutz unserer Ökosysteme, eine Mobilitätswende weg vom motorisierten Individualverkehr sowie die Förderung nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft. Deshalb schließt sich die BUNDjugend Schleswig-Holstein den inhaltlichen Forderungen des BUND Schleswig-Holstein an.    

Hintergrund Mobilität

Der Mobilitätssektor ist ein Bereich, bei dem die Bedürfnisse und Forderungen der Jugend ganz besonders von der Politik beachtet werden müssen. Junge Menschen brauchen und haben einen Anspruch, genauso wie der Rest der Gesellschaft, auf funktionierende Mobilität. Jedoch haben junge Menschen aus verschiedenen Gründen nicht dieselben Möglichkeiten, an der bestehenden Mobilität teilzunehmen.

Auf dem Land müssen oft weitere Wege zurückgelegt werden, die aufgrund fehlender oder schlechter Infrastruktur des ÖPNVs, von Radwegen und Sharingangeboten nur mithilfe eines PKW zurückgelegt werden können. Genau diese stehen jungen Menschen jedoch oft nicht zur Verfügung und sind mit Blick auf die Klimakrise auch nicht zukunftsfähig. Daher ist eine Mobilitätswende weg vom motorisierten Individualverkehr vor allem für die Jugend notwendig.

Aber auch in der Stadt ist die Mobilitätsinfrastruktur für die Jugend nicht ausreichend. Aufgrund der kürzeren Strecken bietet sich das Radfahren oder Zufußgehen besonders an. Dies setzt jedoch eine ausreichend angebundene und sicherer Infrastruktur voraus. Besonders für Kinder sind sichere Fuß- und Radwege notwendig, um sicher im Stadtverkehr zu navigieren.

Zuletzt verfügen junge Menschen oft über kein oder nur ein geringes Einkommen während der Ausbildung oder Freiwilligendienste. Daher ist diese Gruppe auf Fahrpreissenkungen besonders angewiesen, um am ÖPNV teilzunehmen.

Hintergrund Flächenverbrauch

Neben den bekannten Aspekten des Klimaschutzes, des Erhalts von Biodiversität und anderen wichtigen Gründen für eine Reduktion der Versiegelung von Flächen, wird der Wert der Naherholung oft unterschätzt. Insbesondere in städtischen Räumen sind Jugendliche und junge Erwachsene aber negativ von der zunehmenden (privat)wirtschaftlichen Nutzung jeglicher freien Flächen betroffen. Es fehlen Treffpunkte außerhalb von „Shoppingmalls “ und Orte, an denen Outdoor-Sport auf größerer Fläche möglich ist. Psychische Erkrankungen durch Stress können eine Folge dessen sein.1

Insbesondere in Corona-Zeiten hat sich der hohe Wert der stadtnahen Naturflächen als Ausgleich zu beengten Wohnverhältnissen gezeigt.2

Außerdem muss beim Neubau auf Zugang zu bezahlbarem und gut angebundenem Wohnraum geachtet werden. Oft steht jungen Menschen nur ein geringes Einkommen zur Verfügung, wodurch die Möglichkeit in Städten bezahlbaren Wohnraum zu finden stark eingeschränkt sind. Dies muss in Zukunft durch Umnutzung bestehender Gebäude und nachhaltigen Neubau verbessert werden.

Auch der Bau von Straßen schränkt die Möglichkeiten für junge Menschen ein, die Natur in größeren, intakten Gebieten zu entdecken. Dadurch ist es nahezu unmöglich, ein gesundes Umweltbewusstsein zu entwickeln.

Es muss einen, dem gesellschaftlichen Nutzen entsprechenden, Abbau versiegelter Flächen in den Städten sowie einen verringerten Ausbau von Straßen, Shoppingzentren etc. im Umland geben, um dem gestiegenen Bedürfnis junger Menschen nach Naturaufenthalten Folge leisten zu können.

Hintergrund Bildung für Nachhaltige Entwicklung

In den vergangenen Jahrzehnten wurde ein drastischer Rückgang der Artenkenntnis, insbesondere bei jungen Menschen, festgestellt. Dies ist insofern problematisch, als dass die ältere Generation der Naturschützer*innen somit kaum Nachfolger*innen in wichtigen Bereichen des Naturschutzes einsetzen kann.3

Der Bedarf an Menschen mit Artenkenntnis besteht jedoch, insbesondere im Hinblick auf neue umweltspezifische Richtlinien und Gesetze, bspw. die FFH-Richtlinie, derzeit verstärkt.

In anderen Bundesländern ist dieser Bedarf bereits erkannt worden. So hat das Bundesamt für Naturschutz beispielsweise im Saarland/NRW das Programm FörTax zur Artenkenntnisgewinnung gefördert.4

Da das benötigte Wissen bereits in jungen Jahren erworben werden sollte, um auch in Zukunft für den Erhalt der Artenvielfalt in Schleswig-Holstein über genügend ausgebildete Berufseinsteiger*innen zu verfügen, sollte ein Augenmerk in der zukünftigen Landespolitik auf der Finanzierung von Fachpersonal in o.g. Bildungsmöglichkeiten und der Einsetzung neuer Programme zur Förderung der Artenkenntnis liegen.

Um junge Menschen mit den Herausforderungen unserer Gesellschaft vertraut zu machen, ist es notwendig, einen stärkeren Fokus auf die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu legen. Zum einen muss die BNE einen festen Platz im Lehrplan aller schulischen und beruflichen Bildungseinrichtungen bekommen. Zum anderen braucht es attraktive und altersgerechte Freizeitangebote, um BNE außerschulisch umsetzen zu können.

Nur durch entsprechende Bildung ermöglicht man Kindern und Jugendlichen die Mitsprache bei der Gestaltung der Zukunft.


1 Adli, M., Schöndorf, J. (2020): Macht uns die Stadt krank? Wirkung von Stadtstress auf Emotionen, Verhalten und psychische Gesundheit. In: Bundesgesundheitsblatt 63, S. 979–986.

2 https://www.tagesschau.de/inland/naturbewusstsein-jugendliche-101.html

3 Kai Frobel und Helmut Schlumprecht (2016): Erosion der Artenkenner. In: Naturschutz und Landschaftsplanung 48 (4), S.105-113. sowie Hubert Koll, Dr. Rainer Brämer (2021): Jugendreport Natur 2021.

4 https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/foertax.html

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