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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

An Land

Hügelland, Marsch und Geest sind die drei Landschaftstypen Schleswig-Holsteins.

Das "Östliche Hügelland"

Entlang der Ostseeküste erstreckt sich das Östliche Hügelland Schleswig-Holsteins. In der Weichseleiszeit vom Gletschereis bedeckt, wurde das Land durch Schmelzwasser und altes Boden- und Gesteinsmaterial aus Skandinavien geformt. Grund- und Endmoränen dominieren die Landschaft.

Mit seinen Hügeln, Tälern, Wäldern und Seen sowie großen Ackerflächen ist das Östliche Hügelland eine abwechslungsreiche Landschaft Schleswig-Holsteins. Im Boden findet man ein Gemenge aus Ton, Schluff, Sand, Kies, Steinen und Blöcken wieder. Gerade die eiszeitlichen Tone bieten das Potential, ein hervorragendes Ausgangsmaterial zum Brennen von Mauersteinen und Ziegeln darzustellen. Auch die vielen Kies-und Sandlagerstätten, die eingestreut in der Hügellandschaft liegen, wurden und werden vom Menschen bauindustriell genutzt. Aufgrund seiner Zusammensetzung und Entstehung ist der Boden des Östlichen Hügellandes meist reich an Nährelementen wie Kalium, Magnesium und Phosphor. Der Anbau von Weizen, Gerste und Raps prägt die Agrarlandschaft. Mit zunehmender Bindigkeit kann der Aufwand für die landwirtschaftliche Bodenbearbeitung größer und teurer werden. Nur durch gute feuchteabhängige Bearbeitung, Fruchtfolge und Nährelementzufuhr kann den Gefahren einer Bodenverdichtung, -verschlämmung und -verkrustung entgegengewirkt werden (siehe: "Quer durchs Land"- Broschüre (MELUND)).

Das Marschland

Die Marsch bezeichnet den Landschaftstyp an der Westküste Schleswig-Holsteins. Sie zeichnet sich durch eine ebene Landschaft ohne natürliche Erhebungen aus. Mit etwa 550 km Länge ist das Wattenmeer und das Marschland der Nordseeküste das größte der Welt. Ohne das Watt gäbe es das Marschland nicht. Vom Meerwasser transportierte kleinste Teilchen lagern sich seit ungefähr 5.000 Jahren als sogenannte Sinkstoffe zwischen Nordseeinseln und Festland ab. In Flachwasserbereichen und Flächen, die weniger häufig überspült werden, setzt die Bodenbildung ein. Neben Algen siedeln sich auch Pflanzen wie Queller, verschiedene Gräser und Schliff an. Sie halten das angeschwemmte Feinsediment fest und Salzwiesen entstehen. Durch natürliche Wasserläufe, sogenannte Priele, erfolgt der Zu- und Ablauf des Wassers. Durch weitere Ablagerungen der Pflanzen und anderem organischen Material entsteht nach einiger Zeit die Verlandung der Salzwiesen und somit das Marschland. Dieser natürliche Vorgang kann durch wasserbauliche Maßnahmen wie den Deichbau oder das Errichten von Buhnen beschleunigt werden.

Das Marschland zeichnet sich durch einen sehr fruchtbaren, aber oftmals auch sehr nassen Boden mit hohem Grundwasserstand ab. Um dem Aufwand einer aufwändigen Bearbeitung aus dem Weg zu gehen, nutzt man diese Flächen häufig als Dauergrünland und Weiden. Ohne ein komplexes Entwässerungssystem aus Gräben, Sielen, Pumpstationen und Wettern würde die Marsch jedoch zu einem unbewohnbaren Moorgebiet werden. In weniger nassen Bereichen dient die Marsch als ideale Anbaufläche für Weizen, Gerste, Raps, Kohl und Möhren. Durch die Nähe zur Küste ist das Klima ausgeglichener als im Binnenland. Dieses sogenannte Mirkroklima ist eine Folge der Entwässerungsgräben und schützt im Frühjahr vor Frost und im Sommer vor starker Hitze.

 ( pixabay )

Die Geest

In Schleswig-Holstein gibt es zwei Arten von Geestlandschaften. Die „Hohe Geest“ und die „Niedere Geest, auch Vorgeest oder Sandergeest genannt. Sie unterscheiden sich vor allem in ihrer Lage und der Zeit ihrer Entstehung. Insgesamt ist dieser Landschaftstyp sanfter als das Östliche Hügelland und es fehlen die Seen. Durch zunehmende menschliche Nutzung verschwanden die ursprünglichen Eichen- und Eichen-Buchen-Mischwälder und es bildeten sich große Heideflächen. Diese wurden zum Teil mit Nadelbäumen aufgeforstet und Moore wurden in Grünland umgewandelt.

Die bestimmende Bodenarte ist der Sand. Daher hat die Geest auch ihren Namen, denn Geest leitet sich aus dem niederdeutschen Wort „güst“ ab, was so viel bedeutet wie arm, unfruchtbar. Aufgrund seiner leichten Bearbeitbarkeit war der „reichere“ sandige Boden der Hohen Geest begehrt und mit der Einführung von Mineraldüngern und kulturtechnischen Maßnahmen kam es zu einer landwirtschaftlichen Intensivierung. Heute wird dieser Landschaftstyp von vielen Milchviehbetrieben, einer intensiven Weidewirtschaft sowie durch großflächigen Maisanbau geprägt. Auch Baumschulen finden hier ideale Verhältnisse für ihr Gewerbe. Große Kiesgruben bergen die wenigen Bodenschätze Schleswig-Holsteins. Mit Grundwasser gefüllt, können sich aus ihnen neue Biotope entwickeln oder Freizeit und Badelandschaften entstehen. Kennzeichen für viele Geestlandschaften sind außerdem die Knicks, welche als Schutz vor Wind und Sandflucht sowie zur Gewinnung von Weidenruten angelegt worden sind.

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