Hintergrund
Zum Prä-Projekt “Pre-Nurturing Nature”
Insgesamt kommen immer mehr ausländische Gäste nach Norddeutschland und Dänemark – ein Trend, der als „Coolcation“ bezeichnet wird. Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus Südeuropa in Dänemark nahezu verdoppelt. Und auch in Schleswig-Holstein hat der Tourismus im Jahr 2024 mit über 38 Millionen Übernachtungen einen historischen Rekord aufgestellt. Um sicherzustellen, dass der Reiseboom keine negativen Folgen für die Natur und die lokalen Gemeinschaften in den Urlaubsregionen hat, braucht es neue Ansätze in der Tourismusentwicklung.
An dieser Stelle setzt das deutsch-dänische Kooperationsprojekt Nurturing Nature (NuNa) an:
Mit einer Förderung von rund 1,35 Millionen Euro durch Interreg Deutschland-Dänemark soll NuNa in den kommenden drei Jahren den Weg für einen regenerativen Wandel im Tourismus aufzeigen.
Ziel des Projektes
Das Ziel ist es, das Projektgebiet zwischen Südfünen in Dänemark und der schleswig-holsteinischen Ostseeküste zu einer vorbildlichen, nachhaltigen Tourismusdestination zu entwickeln, die für Bürger*innen und Gäste gleichermaßen attraktiv ist.
Im Projekt NuNa geht es nicht nur darum, den ökologischen Fußabdruck des Tourismus zu reduzieren, sondern eine positive Veränderung zu schaffen. Der regenerative Ansatz bedeutet, dass sowohl Einheimische als auch Besucher*innen aktiv zum Schutz und zur Wiederherstellung von Natur und Kultur in ihrer (Urlaubs)region beitragen und einen echten Mehrwert schaffen.
NuNa wird:
- regionale Koordinator*innen im Projektgebiet im Rahmen von Co-Kreationsworkshops ausbilden.
- mindestens 12 regenerative Tourismusangebote in lokalen Gemeinden auf beiden Seiten der Grenze entwickeln.
- eine neue Marketingstrategie mit Schwerpunkt auf verantwortungsbewusstem Tourismus gestalten.
- langfristige Lebensqualität, Attraktivität und nachhaltiges Wachstum in der Region fördern.
Die Beispiele sind vielfältig: von einem Campingplatz, der Gäste einlädt, an Renaturierungsmaßnahmen teilzunehmen, bis zu lokalen Vereinen, die gemeinsam mit Tourist*innen neue kulturelle Erlebnisse entwickeln. So wird der Tourismus zu einer treibenden Kraft für Naturschutz, Gemeinschaft und lokale Wirtschaft.
Aktuelles im Projekt
Im Juni 2025 wurde das Projekt mit einer Förderung des EU-Interreg-Programms in Höhe von rund 1,35 Mio. Euro bewilligt. Offizieller Start war am 1. August 2025, mit dem Geopark Det Sydfynske Øhav als federführender Organisation.
Die erste Phase des Projekts besteht sowohl in der organisatorischen Aufstellung der Projektpartner*innen als auch in der Methodenentwicklung und der Ausarbeitung eines Trainingsprogramms für die Regionalkoordinator*innen. Diese sollen später aktiv in ihrer Region am Co-Kreationsprozess von Nurturing Nature mitwirken.
Werden Sie Teil des regenerativen Tourismus!
Aktuell können sich Akteur*innen als Tester und Mitentwickler*innen des Co-Kreationsprogramms anmelden. Das Angebot gilt in erster Linie für Netzwerkpartner*innen, steht aber auch anderen Interessierten offen.
Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass man eine der folgenden Akteursgruppen vertritt:
lokale Gemeinschaft, Naturpark, Tourismussektor, NGO oder lokale Behörde.
Interessierte können uns gerne für nähere Informationen kontaktieren.
Projektaktivitäten
Projektaktivitäten
Wie kann Tourismus nicht nur wachsen, sondern auch einen positiven Unterschied für Mensch und Natur machen? – Das ist die Leitfrage für die Projektaktivitäten von NuNa, die sich in die folgenden Schritte untergliedern:
1. Methodenentwicklung und Training von Regionalkoordinator*innen
Das Projekt startet damit, lokale Kräfte – sowohl Projektpartner*innen als auch Vertreter*innen aus den Gemeinden im Projektgebiet – für einen regenerativen Wandel im Tourismus zu qualifizieren. Durch ein gezieltes Trainingsprogramm lernen sie, Co-Kreationsprozesse zu leiten, bei denen ein gemeinsamer Wertekompass für regenerativen Tourismus die Richtung vorgibt. Ziel: nachhaltiges Wachstum im Tourismus, das nicht nur an heute, sondern auch an morgen denkt und der Region etwas zurück gibt.
2. Co-Kreation von regenerativen Tourismusinitiativen
An mindestens 12 Standorten in Schleswig-Holstein und im Geopark Det Sydfynske Øhav werden lebendige Co-Kreationsprozesse initiiert. Hier entscheiden nicht externe Expert*innen, sondern die, die das Gebiet am besten kennen – Bewohner*innen, Unternehmen und Vereine. Indem sie die Verantwortung für die Tourismusentwicklung übernehmen, werden Grenzen überwunden und bleibende Werte geschaffen: ökonomisch, sozial und ökologisch.
3. Innovatives Marketing
Auch in der Kommunikation beschreitet NuNa neue Wege. Mit innovativen Marketingansätzen wird erforscht, wie die richtigen Zielgruppen erreicht werden können – von Einheimischen und Zugezogenen bis hin zu neugierigen Gästen. Durch das Testen neuer Kernbotschaften rund um verantwortungsvollen Tourismus mit einzigartigen Erlebnissen soll das Projektgebiet zum Synonym für Nachhaltigkeit werden. Hier geht es nicht nur darum, Gäste anzuziehen, sondern dazu zu inspirieren, auf eine neue Weise zu reisen und zu leben. Gemeinsam entsteht so eine Reiseziel, das nicht nur besucht, sondern auch zum Blühen gebracht wird – für alle, die dort leben, und alle, die vorbeikommen.
Projektorganisation
Mit dem UNESCO Global Geopark Det Sydfynske Øhav als Leadpartner vereint NuNa verschiedene Partner*innen aus Dänemark und Deutschland:
- BUND Schleswig-Holstein
- Ostsee-Holstein-Tourismus
- Duale Hochschule Schleswig-Holstein
- Destination Fyn
- UCL Erhvervsakademi und Professionshøjskole S/I
- Ærø Turist- og Erhvervsforening
- Faaborg-Midtfyn Kommune
- Langeland Kommune
- Svendborg Kommune
Zusätzlich bringen sich über 20 Netzwerkpartner*innen mit Wissen und innovativen Aktivitäten ein – darunter z. B. Gemeindevertretungen, lokale Campingplätze, Naturparks, Lokale Aktionsgruppen und Biodiversitätsinitiativen.
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