Karte der Schutzgebiete in Schleswig-Holstein. Grafik: BBN/ BUND SH/ LNV SH
Der Bundesverband Beruflicher Naturschutz e. V. (BBN), der BUND-Landesverband SH, und der Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein (LNV SH) präsentierten Karten als Suchräume für geeignete Wiederherstellungsgebiete. Dazu schlagen die Naturschutzverbände beispielhaft folgende Kriterien vor:
1. Bereits vorhandene Schutzgebiete: Naturschutz- und FFH-Gebiete sowie die „Kernaktionsräume“ laut der Landes-Biodiversitätsstrategie. Für eine echte Natur-Wiederherstellung sollten sie um die wertvollen, alten Wälder ergänzt werden. Außerdem fehlt es in vielen Schutzgebieten an guten Managementplänen und ihrer wirksamen Umsetzung, damit die Lebensräume, die geschützt werden sollen, sich wirklich entwickeln können.
2. Fließgewässer und Seen: Sie sollten laut Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) längst renaturiert sein. Die mangelhafte Umsetzung der WRRL war einer der Gründe für die Einführung der EU-WVO.
3. Organische Böden: Wissenschaftlicher Ausdruck für Moorböden. Durch Moor-Renaturierung schlägt man drei Fliegen mit einer Klappe: Moore sind Lebensraum für viele bedrohte Tiere und Pflanzen, sind Wasser- und Kohlenstoffspeicher.
4. Nährstoffarme Böden: Hauptsächlich die sandigen Geest-Böden. Müssen für gute landwirtschaftliche Erträge gedüngt werden, der Dünger sickert schnell ins Grundwasser und macht es als Trinkwasser unbrauchbar. Durch Bewirtschaftung ohne Kunstdünger-Einsatz (ökologischer Landbau, Knicks) hätte man auch hier einen Mehrfach-Effekt: Mehr Artenvielfalt, weniger Wasser-Belastung.