Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Bauernverband muss Realität ins Auge sehen

28. November 2014 | Massentierhaltung, Landwirtschaft

Anlässlich der heutigen Demonstration des schleswig-holsteinischen Bauernverbandes vor dem „DIE ZEIT“-Redaktionsgebäude in Hamburg fordert der BUND Schleswig-Holstein die Agrarfunktionäre auf, endlich der Realität ins Auge zu sehen, dass eine andere Tierhaltung erforderlich ist.

 „Die Recherchen der ZEIT legen nur überspitzt dar, was Wissenschaftler, die Weltgesundheitsorganisation und wir Umweltverbände schon lange sagen: Die Massentierhaltung begünstigt die Entwicklung von Krankheiten bei den Nutztieren und der deshalb notwendige Dauereinsatz von Antibiotika führt zu gefährlichen Resistenzen bei den Erregern. Schon jetzt sterben in Deutschland jährlich tausende Menschen an multiresistenten Keimen. Sogar humane Reserveantibiotika in der Landwirtschaft einzusetzen, ist ein Spiel mit dem Feuer“, erklärt Mikrobiologin Dr. Claudia Bielfeldt, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Schleswig-Holstein.

In einer neuen Reihe berichtet die Zeitschrift „DIE ZEIT“ über die steigende Gefahr von multiresistenten Keimen und deren Zusammenhang mit der Massentierhaltung. Diese Berichterstattung empfindet der Bauernverband Schleswig-Holstein als Verletzung der Berufsehre von Landwirten und Veterinären und ruft zu Protesten dagegen auf. Zahlreiche Untersuchungen, u.a. des staatlichen Robert-Koch-Institutes zeigen, dass in Regionen mit Massentierhaltung auch häufiger antibiotikaresistente Keime aus der Tierhaltung bei Menschen in Krankenhäusern gefunden werden.

Untersuchungen des BUND haben schon 2012 gezeigt, dass diese Keime sogar über den Supermarkt in die Küchen der Verbraucher gelangen. „Der Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung muss deutlich gesenkt und der Einsatz von Reserveantibiotika ausnahmslos verboten werden. Ebenso brauchen wir in allen Ställen Filter, um Menschen und Wildtiere vor der Ansteckung zu bewahren und die Ausbreitung von Keimen zu unterbinden. Die aktuellen Vogelgrippe-Fälle zeigen, was für eine Brutstätte für Krankheiten die Massentierhaltung ist“, ergänzt Diplom-Biologe Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND Schleswig-Holstein.

Pressekontakt:
Tobias Langguth, Diplom-Biologe, Referent für Naturschutz, BUND Schleswig-Holstein
Tel. 0431/66060-51, E-Mail: tobias.langguth(at)bund-sh.de

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb