Bad Schwartau/ Ratekau. 30 Hektar Wald mit bis zu 270 Jahre alten Bäumen will der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein e. V. (BUND SH) retten. Der Wald ist durch die geplante Bahntrasse der Fehmarnbelt-Anbindung gefährdet: Für die neue Fehmarnbelt-Trasse plant die Deutsche Bahn die Fällung von Teilen des Kuhholz-Waldes in Bad Schwartau und des Meierkamp-Waldes in Ratekau. In Bad Schwartau soll ein 3,20 Meter tiefer Betontrog mit drei Gleisen entstehen. Das Schwartautal, das als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) geschützt ist, würde durch die Bauarbeiten am Fangedamm deutlich geschädigt.
Das Kuhholz ist ein wertvolles Ökosystem. Der Wald speichert Wasser und CO2, kühlt und befeuchtet die Luft und produziert Sauerstoff. Im Kuhholz wurden rund 1.000 Mikrohabitate an alten Buchen und Eichen festgestellt. Diese Bäume leisten einen außergewöhnlich hohen Beitrag zum Klimaschutz und zur Biodiversität und sind ein wertvoller Erholungsort für die Menschen in der Region.
Elf Fledermausarten leben in den Waldgebieten Kuhholz und Meierkamp. Durch die Rodung verlieren sie Jagdgebiete, Flugrouten und Quartiere. Auch die Population der Insekten, von denen die Fledermäuse leben, wird nach den großflächigen Waldrodungen voraussichtlich einbrechen. Die Erhaltungsziele des FFH-Gebiets geraten in Gefahr. Besonders betroffen wäre die vom Aussterben bedrohte Teichfledermaus.
Aus Sicht des BUND ist die geplante Trassenführung durch die beiden Waldgebiete nicht umweltverträglich. Die BUND-Kreisgruppe Ostholstein hat mit Unterstützung der Hamburger Anwälte Rüdiger Nebelsieck und Joke Unger von der Kanzlei PNT Partner eine Stellungnahme zu den Planungsunterlagen erarbeitet und beim Eisenbahnbundesamt eingereicht.
Der BUND fordert, die Neubau-Trasse für den Güterverkehr ab Ratekau parallel zur Autobahn zu führen und die Bestandstrasse weiter für den Personenverkehr zu nutzen. Damit würden der Meierkampwald und das Kuhholz erhalten bleiben.
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