Internationaler Tag der biologischen Vielfalt: Mahnung auch für Schleswig-Holstein

21. Mai 2015 | Naturschutz

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai ist auch für Schleswig-Holstein eine Mahnung mehr für den Artenschutz zu tun. Gestern, am 20. Mai, hatte der Artenschutz-Report des Bundesamts für Naturschutz einen alarmierenden Zustand der Natur festgestellt. Der BUND Schleswig-Holstein fordert eine konsequentere Umsetzung bestehender Gesetze sowie mehr Mittel für den Naturschutz und weist auf die Aktion „NatureAlert“ zur Rettung der Natura 2000-Gebiete hin.

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt erinnert an die Biodiversitäts-Konvention von 1992, der auch Deutschland beigetreten ist. „Der Zustand der Natur verschlechtert sich trotzdem weiterhin rapide: Dies zeigen sowohl der Artenschutzreport des Bundesamt, der Bericht zur Lage der Natur der EU, aber auch die Berichte des Landes und der Bundesregierung. Wenn man von einzelnen Erfolgen absieht, sind wir weit von einer Abbremsung des Artensterbens entfernt. Das gleiche Bild ergibt sich beim Klimawandel. Das Land muss endlich erklären, wie es dieser Bedrohung effektiv begegnen will“, verlangt Dr. Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende.

Am 19. Mai 2015 hatte ein Bericht von Panorama 3 (NDR) eklatante Probleme bei der Umsetzung von Naturschutzgesetzen in Norddeutschland offenbart. Ursache sind eine zu dünne Personaldecke, zu wenig Geld sowie mangelnde politische Unterstützung. 

„Wir brauchen eine Trendwende im Natur- und Umweltschutz. Dazu benötigt es endlich eine konsequente Umsetzung der bestehenden Gesetze und ein Ende der Kürzungen beim behördlichen Naturschutz. Haupt- und Ehrenamtliche im Umweltschutz müssen nachhaltig finanziert und unterstützt werden, anstatt sie auszubremsen“, fordert Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND Schleswig-Holstein. „Das die EU-Kommission stattdessen prüft, die europäischen Naturschutz-Richtlinien Natura 2000 zu beschneiden, ist eine akute Gefahr für die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen. Der heutige Natura 2000-Tag am 21. Mai mahnt uns Bürgerinnen und Bürger der EU-Kommission deutlich zu machen, wie wichtig der Naturschutz für uns alle ist“, appelliert Langguth. 

Der BUND ruft unter dem Motto „Nature Alert“ gemeinsam mit anderen Verbänden die EU-Bürger auf, bis zum 24. Juli 2015 der EU-Kommission mitzuteilen, dass sie das Fundament des europäischen Naturschutzrahmens nicht beschädigen darf.

Pressekontakt: 

Tobias Langguth, Diplom-Biologe, Referent für Naturschutz BUND Schleswig-Holstein
E-Mail: tobias.langguth(at)bund-sh.de 

Dr. Claudia Bielfeldt, Diplom-Biologin, BUND-Landesvorsitzende 
E-Mail: claudia.bielfeldt(at)bund-sh.de 

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