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Brokdorf/ Kiel. Vor 40 Jahren kam es zu einer Kernschmelze im Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine. Dieser „Größte Anzunehmende Unfall“ (GAU) hat alle bisherigen und nachfolgenden Industrieunfälle bei Weitem übertroffen. Die radioaktiven Niederschläge hatten in ganz Europa massive Folgen. Um die 5.000 Menschen starben während der Reaktor-Katastrophe, vermutlich über 20.000 durch die langfristigen Folgen der radioaktiven Strahlung. Der Unfall hat weltweit eine ganze Generation politisch beeinflusst, zum Zerfall der damaligen Sowjetunion beigetragen sowie der Entwicklung erneuerbarer Energien die wichtigen ersten Impulse gegeben. Es hat trotzdem noch mehrere Jahrzehnte und einen zweiten GAU in Fukushima benötigt, um den Atomausstieg in Deutschland unumkehrbar zu machen.
Mit einer Mahnwache am Sonntag, 26. April 2026, 14 Uhr am stillgelegten Atomkraftwerk Brokdorf möchte die BUND-Kreisgruppe Steinburg zusammen mit dem Kreisverband von Bündnis 90/ Die Grünen an die Risiken der Atomkraft erinnern und ein Zeichen für den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien setzen. Treffpunkt ist der Tschernobyl-Gedenkstein zwischen Elbdeich und dem AKW, Straße Osterende.
Es gehört zum Gründungsmythos des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein e. V. (BUND SH), sich mit aller Kraft gegen die Nutzung der Atomenergie einzusetzen. „Wir protestieren gegen die aktuellen Versuche auf europäischer und nationaler Ebene, der Atomtechnologie mit uneinlösbaren Heilsversprechen wieder ein Comeback zu verschaffen. Die Verschwendung von Steuergeldern für Subventionen in die teuerste und gefährlichste Form der Energiegewinnung zu Lasten zukunftsfähiger erneuerbarer Energien lehnen wir entschieden ab“, so Ole Eggers, Landesgeschäftsführer des BUND SH. „Tschernobyl vor 40 Jahren und die Reaktor-Katastrophe von Fukushima vor 15 Jahren haben gezeigt, dass Atomkraft weiterhin eine Hochrisiko-Technologie ist“, sagt Gisela Wieneke vom Vorstand der BUND Kreisgruppe Steinburg, Mit-Organisatorin der Mahnwache.
Sie weist darauf hin, dass noch in diesem Jahr Castoren mit hochradioaktivem Atommüll aus der Wiederaufarbeitungsanlage im englischen Sellafield in Brokdorf angeliefert werden. Sie verbleiben mit den bereits vorhandenen Atommüll-Behältern für wahrscheinlich hundert Jahre bis zur Zulassung einer deutschen Endlagerstätte in einer einfachen Halle auf dem AKW-Gelände, die als Zwischenlager dient. Eine Halle, die nicht gegen militärische Angriffe geschützt werden kann, in Behältern, deren Verfallsdatum in zwanzig Jahren abläuft, ohne dass vor Ort eine Reparatur möglich wäre.
Alle Menschen, die die Risiken der Atomtechnologie sichtbar machen und sich für klimafreundliche statt rückwärtsgewandter fossiler oder atomarer Energiepolitik einsetzen wollen, sind eingeladen, an der Mahnwache teilzunehmen.
Kontakt für weitere Informationen
Ole Eggers
Landesgeschäftsführer BUND SH
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ole.eggers(at)bund-sh.de
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