Lübeck macht sich auf den Weg zur Meeresschutzstadt. Nachdem die Lübecker Bürgerschaft im November 2025 beschlossen hat, den Meeresschutz künftig stärker in der Hansestadt zu verankern, sollen nun gemeinsam mit Akteur:innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und engagierten Bürger:innen Ideen und Perspektiven für die Meeresschutzstadt Lübeck entwickelt werden. Dazu laden die Klimaleitstelle der Hansestadt Lübeck und der Ocean Summit, am Mittwoch, 18. November 2026, von 17.30 bis 20:00 Uhr zu einem ersten Netzwerktreffen ins Verwaltungszentrum Mühlentor, Haus Trave, 7. Obergeschoss, Kronsforder Allee 2–6, 23560 Lübeck, ein. Um Anmeldung wird bis zum 11. November 2026 per E-Mail an klimaleitstelle(at)luebeck.de gebeten.
Eingeladen sind alle Interessierten, die sich für den Schutz der Ostsee einsetzen und die Meeresschutzstadt Lübeck mitgestalten möchten. Angesprochen sind insbesondere Vertreter:innen aus Umweltverbänden, Vereinen und Initiativen, Wissenschaft und Bildung, Wirtschaft und Tourismus, Wassersport, Politik und Verwaltung sowie engagierte Bürger:innen.
Der Ocean Summit ist ein seit 2020 bestehendes Kooperationsprojekt des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND SH), Landesverband Schleswig-Holstein, und der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein (Böll-SH).
Meeresschutz beginnt an Land
Die Ostsee steht unter erheblichem ökologischem Druck. Übermäßige Nährstoffeinträge, Schadstoffe, Müll, der Verlust wertvoller Lebensräume und die Folgen der Klimakrise belasten das empfindliche Meeresökosystem. Viele dieser Belastungen haben ihren Ursprung an Land. Städte können daher einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Meere leisten. Dabei geht es nicht nur um klassischen Natur- und Umweltschutz: Auch in Bereichen wie Tourismus, Ernährung, Bildung, Kultur, Wirtschaft und Stadtentwicklung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Meeresschutz voranzubringen.
„Mit dem Beschluss, Meeresschutzstadt zu werden, hat Lübeck ein wichtiges Zeichen gesetzt. Jetzt möchten wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort herausfinden, welche Aktivitäten es bereits gibt, wo wir uns besser vernetzen können und welche Ideen für den Meeresschutz in Lübeck entstehen. Wir freuen uns auf viele unterschiedliche Perspektiven und einen lebendigen Austausch“, sagt Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck.
Voneinander lernen und gemeinsam Meeresschutz betreiben
Wie kommunaler Meeresschutz gestaltet werden kann, zeigt bereits die Meeresschutzstadt Kiel. Kiel hat sich 2020 zur Meeresschutzstadt erklärt, Flensburg folgte 2022. Der Ocean Summit hat in beiden Städten Beteiligungsprozesse mitgestaltet und Menschen aus Naturschutz, Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft zusammengebracht. Aus gemeinsamen Workshops und dem Austausch mit zahlreichen Beteiligten entstand ein umfangreicher Maßnahmen- und Konzeptentwurf für Meeresschutzstädte. Die darin gesammelten Ansätze reichen vom Schutz mariner Arten und Lebensräume über Müllvermeidung und Klimaschutz bis zu Meeresschutzbildung, nachhaltigem Tourismus und Kultur. Diese Erfahrungen sollen nun auch in Lübeck einfließen.
„Meeresschutz beginnt nicht erst am Strand oder im Wasser, sondern mitten in unseren Städten. In Kiel und Flensburg haben wir erlebt, wie viel Wissen, Engagement und kreative Ideen bereits vorhanden sind, wenn unterschiedliche Menschen zusammenkommen. Genau daran möchten wir in Lübeck anknüpfen. Denn eine Meeresschutzstadt lebt davon, dass viele mitmachen und aus gemeinsamen Ideen auch konkretes Handeln wird“, erklärt Verena Platt-Till, Meeresschutzreferentin beim BUND Schleswig-Holstein und im Ocean Summit.
Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung wird der ZDF-Dokumentarfilm „Planet e: Ostsee in Not“ gezeigt. Im anschließenden Gespräch geht es um den aktuellen ökologischen Zustand der Ostsee und den Aktionsplan Ostseeschutz 2030. Danach sind die Teilnehmenden selbst gefragt: In einem vom Ocean Summit geleiteten Workshop sollen bestehende Meeresschutzaktivitäten in Lübeck sichtbar gemacht, neue Kontakte geknüpft und gemeinsame Ideen entwickelt werden. Welche Ansätze gibt es bereits? Wo können sich Akteur:innen besser vernetzen? Und welche Wünsche und Perspektiven gibt es für die Meeresschutzstadt Lübeck? Die Ergebnisse werden zum Abschluss gemeinsam besprochen und sollen erste Impulse für die weitere Zusammenarbeit geben.
„Ziel des Auftakttreffens ist es, Teilhabe zu ermöglichen, viele Perspektiven sichtbar zu machen und so Meeresschutz als gemeinsame Aufgabe in Lübeck anzugehen“, sagt Janina Löwe, Projektleitung Ocean Youngsters und Projektmitarbeiterin im Ocean Summit.
Die Veranstaltung wird durch die BINGO! Umweltlotterie gefördert und vom GREEN SCREEN Internationalen Naturfilmfestival Eckernförde unterstützt.
Weitere Informationen unter www.ocean-summit.de
Kontakt für weitere Informationen
Verena Platt-Till
Meeresschutzreferentin
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